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Christus macht das Leben hell!

Kardinal Marx vor Berliner Journalisten

­Die Bundespressekonferenz in Berlin ist der Ort, an dem Menschen, die etwas zu sagen haben, vor die Journalisten der Hauptstadt treten. Trotzdem kommt es eher selten vor, dass der höchste Repräsentant der deutschen Katholiken, Kardinal Reinhard Marx, hier spricht.

Marx hebt ein Thema auf die Tagesordnung in Berlin, das zwischen Regierungswechsel, Europakrise und Integrationsdebatte scheinbar unterzugehen scheint. Laut Weltverfolgungsindex des Hilfswerks Open Doors leiden rund 200 Millionen Christen verschiedener Konfessionen weltweit unter einem hohen Maß an Bedrohung um ihres Glaubens willen. Marx und die katholische Kirche wollen hierzu nicht schweigen.  Genauso wenig wie zu dem Umstand, dass Flüchtlinge, die keinen dauerhaften Status in Deutschland bekommen, ihre Verwandten nicht nachholen dürfen. Dies dürfe nur „in äußerster Not“ geschehen. Und diese Not sieht Reinhard Marx in Europa nicht gegeben.  Auch die katholische Kirche sehe ein: Nicht jeder, der wolle, könne einfach nach Deutschland kommen und hier bleiben. Doch die Familien, die wirklich schutzbedürftig sind, dürften nicht einfach auseinander gerissen werden.

 

„Haus der Schöpfung ist für alle da“

 

Marx fordert vielmehr größere Anstrengungen der Europäer, damit Menschen im Nahen Osten und Nordafrika erst gar nicht zur Flucht gezwungen sind. Global zu denken, sei ein Kraftakt. Marx betont, dass „das Haus der Schöpfung für alle da ist und nicht nur für einige, die es sich bequem gemacht haben in den guten Zimmern. Und die anderen lassen sie im Kohlenkeller.“

Nicht nur die Diskussion um Flüchtlinge spalte Europa in verschiedene Lager. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz beklagt: Deutschland und seine Nachbarländer zerfielen immer mehr in Interessengruppen. Diese würden immer stärker nur um ihren eigenen Vorteil ringen. Nötig sei eine Regierung, die die verschiedenen Gruppen der Gesellschaft zusammenbindet. Stattdessen hätte die Entscheidung für die sogenannte „Ehe für alle“ zur Polarisierung geführt. Marx meint: „Jetzt bin ich im Lager der Diskriminierer gelandet von einem Tag auf den anderen, nur weil ich meine, dass die Ehe vielleicht doch auf die Beziehung von Mann und Frau bezogen ist.“

 

Das Beste für einen Menschen: Jesus begegnen

 

Nun lässt es sich leicht andere kritisieren. Doch Kardinal Marx nimmt auch Stellung zur Situation der katholischen Kirche. Geringer Gottesdienstbesuch, leicht zurückgehende Mitgliederzahlen. Alles das sieht auch der katholische Oberhirte. Gleichzeitig plädiert er vor den Berliner Journalisten dafür, sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Es gehe nicht um die Zukunft der Kirche, sondern: „Was wird aus der Zukunft der Menschen? Und wir glauben, dass es das Beste für einen Menschen ist, wenn er Jesus Christus begegnet. Dazu soll ihm die Kirche helfen, weil das sein Leben hell macht und ihm Richtung gibt.“

 


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