500 Jahre Reformation

Luther, Brandenburgs Landesvater und das deutsch-polnische Verhältnis

Eine Ausstellung setzt Akzente in Potsdam

„Dass wir in Brandenburg das Reformationsjubiläum so feiern, dass hätte man usn auch auf Grund der niedrigen Zahl von Kirchensteuerzahlern nicht zugetraut!“ Bei Landesvater Dietmar Woidke schwingt da schon eine gehörige Portion Stolz mit. Der Ministerpräsident von Brandenburg ist überzeugt: Nicht nur im Jahr des Reformationsjubiläums haben Christen den Menschen in der Mark rund um Berlin etwas zu sagen: „Ich bin schon immer der Überzeugung gewesen, dass die Kirche in die Mitte der Gesellschaft gehört.“ Woidke hat dabei besonders die Wertevermittlung für jüngere Menschen im Blick.

 

Der Landesvater ist ein Luther-Fan

 

Wie kommt es zu dieser Positionierung in einem Landstrich, in dem nur noch jeder 5. der evangelischen Kirche abgehört und gerade einmal 3 Prozent katholisch sind? Woidkes Überzeugungen wurzeln in seiner eigenen DDR-Vergangenheit. Als Student hat er Interessierte durch die Andreaskirche zu Eisleben geführt: „Das war die Kirche, ind er Luther seine letzte Predigt gehalten hat.“

Und daher fiel es Woidke auch leicht, in Abstimmung mit seiner Kultusministerin 285.000 Euro an Steuermitteln für eine eigene Reformations-Ausstellung in Potsdam locker zu machen. Die eröffnet am 8. September 2017 und zeigt die Reformationsgeschichte Preußens.

 

Luthers Bekenntnisse in Silber gefasst

 

Und da gibt’s viel zu entdecken, zum Beispiel Luthers in Silber eingebundene Bekenntnisse aus dem Staatsschatz Albrechts, des ersten Herzogs von Preußen.

Das uns viele weitere Schätze aus der Zeit der Reformation und danach sind ab September in Potsdam zu sehen. Das ist gar nicht so selbstverständlich. Denn ursprünglich lagerten die Kostbarkeiten in Königsberg und kamen durch die Kriegswirren ins heutige Polen. Die Reformationsausstellung in Potsdam ist daher so etwas wie eine trotzige Reaktion der Wissenschaftler auf die nationalistischen Tendenzen der polnischen Regierung.

 

Die Ausstellung „Reformation und Freiheit“ ist zu sehen vom 8. September 2017 bis 21. Januar 2018 im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam, Am Neuen Markt 9

Öffnungszeiten: täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr

Infotelefon: 0331-620 85 50


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