Nordirak

Wo Christen Tätern und Opfern helfen

„Samaritans Purse“ betreibt Feldlazarett in der Ninive-Ebene

Die Befreiung von Mossul durch die irakischen Regierungstruppen: Sie ist ein wichtiger Schlag gegen die ISIS. Gleichzeitig leidet die Bevölkerung ebenso unter dem Terror der Extremisten wie unter den kämpferischen Auseinandersetzungen.

Der Internationale Partner von „Geschenke der Hoffnung“ „Samaritans Purse“ betreibt ein Feldlazarett in der Ebene von Ninive im Norden Iraks. David Holzhauer arbeitet für „Geschenke der Hoffnung“ und hat es noch vor wenigen Tagen besucht. Er hat dort erlebt: Das Leiden ist noch längst nicht vorbei: „Ich habe dort ein 4 Jahre altes Kind kennengelernt. Es war mit seiner Mutter in der Nähe, als ein Selbstmordattentäter mitten in Mossul eine Bombe zündete. Ohne Beatmung und mehrere Operationen wäre es nicht mehr am Leben. Seiner Mutter geht es zwar besser. Aber beide leiden sehr psychisch unter dem, was sie erlebt haben.“

 

Hilfe für Täter und Opfer

 

Die Ärzte geben die beste Hilfe, die unter den Bedingungen im Feldlazarett möglich ist. Und sie setzen ein Zeichen der Versöhnung in einer von Hass und Angst geprägten Region, so Hozhauer: „Es gab Situationen, da wurden angeschossene ISIS-Kämpfer in unser Feldlazarett gebracht. Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen haben unsere Ärzte auch diese Menschen operiert. So helfen unsere Ärzte und Pfleger Tätern wie Opfern. Sie versuchen, den Auftrag von Christus zu leben: Liebt eure Feinde. Ich weiß, ich kann das hier in einem Interview leicht dahin sagen. Aber es ist natürlich etwas ganz anderes für die, die vor Ort jeden Tag arbeiten müssen.“

Die Arbeit des medizinischen Personals im Lazarett in der Ninive-Ebene: Für David Holzhauer ist sie viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Nicht nur, dass jedes gerettete Leben den Aufwand wert ist. Holzhauer ist überzeugt: Der Irak hat nur eine Zukunft, wenn sich in den Herzen der Menschen etwas ändert. „Ich denke, Versöhnung ist für den Wiederaufbau des Landes notwendig. Das ganze ist kompliziert. Täter und Opferrollen sind nicht immer schwarz-weiß. Aber viele christliche Pastoren und Priester verkündigen: Wenn wir nicht vergebungsbereit sind, verlieren wird unsere Überzeugungskraft. Aber natürlich ist das ein langer Weg, den berechtigten Zorn zu besiegen, gerade für die, denen Schlimmes angetan wurde.“

 

Den Hoffnungslosen die Gute Nachricht nicht vorenthalten

 

Schritte der Versöhnung und medizinische Hilfe für den Norden Iraks: Hier engagiert sich Samaritans Purse, der internationale Partner von „Geschenke der Hoffnung“. Wichtig ist den Christen vor Ort, dass die Menschen neue Hoffnung bekommen, so David Holzhauer: „Viele dieser Menschen sehnen sich nach Hoffnung. Doch sie sehen, wie sie ihnen zwischen den Fingern zerrinnt. Sie leiden und hungern geradezu nach etwas, das ihnen neue Hoffnung gibt. Wenn wir als christliche Organisation nur dastehen würden und mit ihnen nicht die gute Nachricht der Liebe Gottes teilen würden, dann würden wir ihnen etwas vorenthalten, das sie so dringend brauchen.“


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