Hilfe für Schwangere in Notlagen

Hilfe für Schwangere in Notlagen

Bundesfamilienministerin zieht Bilanz nach drei Jahren „Vertrauliche Geburt“

Die Geburt eines Kindes ist etwas Wunderschönes. Die strahlenden Augen frischgebackener Mütter und Väter: Herrlich! Doch leider ist die Situation nicht immer so unbeschwert. Manche Frauen fühlen sich vom Vater des Kindes oder der eigenen Familie massiv bedrängt. Sie bringen ihr Kind heimlich zur Welt und setzen es dann aus – oder tun noch Schlimmeres. Eine Alternative in Deutschland ist seit drei Jahren die sogenannte „Vertrauliche Geburt“.  Das heißt: Die Mutter bekommt volle Unterstützung von Ärzten und Hebammen. Ihr Kind kann sie in die beschützte Obhut von Adoptiveltern geben. Ihr Name wandert in einen versiegelten Umschlag. Im Alter von 16 Jahren hat das Kind das Recht, diesen zu öffnen. Ein Angebot, das angenommen wird, sagt Bundesfamilienministerin Katarina Barley. Mehr als 345 Frauen hätten sich bisher dafür entschieden.

 

Notrufnummer auf dem Schwangerschaftstest

 

Barley ist mit dieser Zahl zufrieden. Mit dazu beigetragen hat die extra eingerichtete Hilfsnummer 0800-40 40 020, bekannt gemacht unter anderem auf vielen Beipackzetteln von Schwangerschaftstests.

An anderen Ende der 0800-40 40 020 sitzen Beraterinnen und helfen verzweifelten Frauen, wenn es sein muss, sofort. Oft entspannt aber schon das Gespräch allein die Situation. Petra Söchting leitet die 24-Stunden-Hotline und sagt: „Für viele Frauen ist es schon eine Entlastung, vielleicht zum ersten Mal überhaupt über das sprechen zu können, was sie umtreibt.“

Jeder Anruf wird absolut vertraulich und anonym behandelt. Dabei muss diejenige, die Hilfe sucht, nicht einmal deutsch sprechen können. Dolmetscherinnen in 17 Sprachen stehen rund um die Uhr bereit.

 

Barley stellt Babyklappen nicht in Frage

 

Ein wunderbarer Erfolg der „vertraulichen Geburt“:  In den Jahren 2015 und 2016 sind rund 40 Prozent weniger Kinder in Babyklappen abgegeben worden oder wurden vollkommen anonym geboren. Trotzdem stellt die Bundesfamilienministerin die Babyklappen nicht in Frage: „Meine Priorität ist das Leben des Kindes.“ Eine Babyplappe sei immer noch besser, als wenn Mütter ihr Kind „aussetzen schutzlos oder anderes tun.“

Das klang unter Katarina Barleys Vorgängerin Manula Schwesig durchaus noch anders. Vor wenigen Jahren mussten Betreiber von Babyklappen – darunter zahlreiche christliche Anbieter - noch um deren Fortbestand fürchten.


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