Ein großes Fest des Dialogs

36. Deutscher Evangelischer Kirchentag startet in Berlin

Mit mehreren Gottesdiensten unter anderem vor dem Berliner Reichstagsgebäude und am Brandenburger Tor startet heute Abend der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag in Berlin und Wittenberg. Es ist ein besonderes Event, denn es soll der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum Jubiläum 500 Jahre Reformation werden. Doch was ist eigentlich reformatorisch am Kirchentag? Kirchentags-Generalsekretärin Ellen Ueberschär meint, es sei der „konstruktive und produktive Streit im Zentrum Weltanschauung, im Gender-Zentrum, in der Podienreihe Frieden, Menschenbilder und Glaubenswahrheiten.“

Luthers Anliegen eher Nebensache

Die großen Themen Martin Luthers wie die Rechtfertigung des Menschen allein aus Glauben und aus seiner Gnade, der Alleinigkeitsanspruch von Jesus Christus – alles das wird man also gezielt suchen müssen in den fast 2.500 Veranstaltungen des Deutschen Kirchentags. Stattdessen setzen die Veranstalter in Zeiten, in denen Europa auseinanderzubrechen droht und Intoleranz gegen Flüchtlinge gesellschaftsfähig wird, voll auf den Dialog. Ganz nach dem Kirchentags-Motto „Du siehst mich.“ Kirchentagspräsidentin Christina aus der Au ist überzeugt: „Das ist die richtige Losung zur richtigen Zeit! Wenn mich jemand ansieht, dann ist das die Voraussetzung, dass wir einander wahrnehmen.“

Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen

Ein großes Thema in diesem Jahr auf dem Evangelischen Kirchentag ist die Sicherheit. Erstmalig wird es Taschenkontrollen geben. Die Polizei wird in Berlin viel zu tun haben. Denn parallel zum Kirchentag strömen Fußballfans zum DFB-Pokalfinale ins Berliner Olympiastadion. Der Anschlag auf das Konzert im britischen Manchester hat außerdem die Sorge um einen friedlichen Verlauf des Kirchentags ansteigen lassen. Trotzdem setzt Stephan Menzel vom Präsidium des Deutschen Kirchentags auf Besonnenheit: „Die konkrete Sicherheitslage hat sich nicht verändert. Wir waren wachsam . Wir sind wachsam. Und wir bleiben wachsam.“

Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag will dennoch auf das Attentat von Manchaster mit Fürbittgebeten auf den Anschlag in Großbritannien reagieren.

Weniger Teilnehmer als erwartet

Bis jetzt haben sich übrigens erst rund 106.000 Dauerteilnehmer für den Deutschen evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg angemeldet. Dazu kommen 40.000 Menschen auf den regionalen Kirchentagen auf dem Weg. Das sind weniger als erwartet – und das ausgerechnet im Jahr des 500. Reformationsjubiläums. Die offizielle Erklärung des Kirchentags dazu: Wahrscheinlich haben viele protestantische Christen in diesem Jahr sowieso schon einen vollen Kalender. Da habe der Kirchentag einfach nicht mehr reingepasst.


Alle weiteren Informationen zum Kirchentag finden Sie auf unserer Sonderseite Kirchentag bei ERF Medien.


Kommentare

Von W.und L. L. am .

Es ist leider ein Kirchentag für die Reichen! Wir wären heute gern zum Christustag gefahren, aber 33€ pro Person plus Fahrpreis ist zu teuer.
Überall wird für den Kirchentag geworben, aber welcher Normalverdiener bzw. Armer kann mit diesen Preisen daran teilnehmen??!! Schade!!
Liebe Grüße und ich weiterhin Gottes Segen von W.und L.

Von Ralf B. am .

Hallo!
Leider viele Rechtschreibfehler...lässt sich der Artikel nochmals überarbeiten?
Herzlicher Gruß und Gott befohlen!
Ralf Bardutzky


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