Kommentar

In der Burka auf die Alm?

Wieso die Diskussion um das Verschleierungsverbot gerechtfertigt ist.

Wenn ich in einem meiner Lieblings-Urlaubsorte in Bayern durch die Innenstadt laufe, kommen mir immer öfter ganze Pulke von verhüllten Frauen in schwarzen Gewändern entgegen. Selbst auf Wanderwegen zwischen Kuhherden und Holzhütten begegnet man ihnen. Ganz egal, ob es Touristen oder Migranten sind – auf mich wirkt dieses Bild irritierend und befremdlich. Die Schleiervarianten Burka und Nikab verhüllen das Gesicht so, dass nur noch die Augen zu sehen sind, beziehungsweise sich auch davor noch ein Gitter befindet. Beide Schleier sind zudem schwarz, was dem Ganzen kein besonders freundliches Aussehen gibt. Ich fühle mich unwohl, weil das Bild von schwarz verschleierten Personen nicht in mein gewohntes Umfeld passt. Ich empfinde es als einen Fremdkörper.

Als unangenehm würde ich die Vollverschleierung auch dann empfinden, wenn Burkas nichts mit dem Islam zu tun hätten, sondern zum Beispiel zu einer neuen Modeform gehören würden. Schließlich weiß ich nicht, wer darunter steckt und welchen Grund derjenige hat, sich nicht zeigen zu wollen. Die Identität der auf mich zukommenden Person ist für mich nicht geklärt – kein Wunder, dass ich misstrauisch werde. Burka oder Nikab sind allerdings nicht nur Tücher, die zu einem bestimmten Kleidungsstil gehören – sie transportieren vielmehr eine eindeutige Botschaft, der ich nicht zustimmen kann. Deshalb bin ich der Meinung, dass ein Verschleierungsverbot in Deutschland durchaus gerechtfertigt ist.

Die Stellung der Frau im Islam und ihre Integration

Laut traditioneller islamischer Vorstellung müssen die muslimischen Männer vor der zerstörerischen Kraft der Weiblichkeit geschützt werden. Deswegen soll sich die Frau nach der Auslegung der meisten Gläubigen verschleiern und damit für die Männer kontrollierbar werden. Für mich bedeutet das: Viele muslimische Frauen werden von Geburt an in ein Korsett gesteckt, das angestaubten Traditionen und der fehlenden Anpassung des Islams an die Moderne entstammt. Und das, obwohl der Koran in Sure 7,189 beschreibt, dass Frau und Mann den gleichen Ursprung haben. Ich frage mich: Müssten sie dann nicht auch die gleichen Rechte haben? Und zwar das Recht zu entscheiden, wie sie sich kleiden wollen? Doch das bleibt vielen Frauen verwehrt. Nikab oder Burka sind ein Zeichen dieser Diskriminierung. Deswegen sollte dem wenigstens in den westlichen Ländern Einhalt geboten werden.

Der Islam ist wie das Christentum in verschiedene Gruppen gespalten. Aleviten kennen zum Beispiel kein Kopftuchgebot. Wohingegen es für andere islamische Gruppierungen ganz klar zur Auslebung ihrer Religion gehört, dass Frauen ein Kopftuch tragen. Manche tun das eher locker um den Kopf geschwungen und erachten es vielleicht wirklich mehr als ein modisches Detail – andere tragen es fest und lassen keine Strähne herausfallen. Die Vollverschleierung ist ein Resultat der sehr strengen Auslegung von islamischen Gemeinschaften, wie zum Beispiel den Wahhabiten.

Diese tun sich jedoch in unserer Gesellschaft nichts Gutes damit, ihrer radikalen Auslegung der islamischen Kleidervorschriften Folge zu leisten. Denn dadurch, dass eine extreme Verschleierung oft auch einem extremen islamischen Glauben zugeordnet wird, empfinden viele Deutsche Abneigung oder gar Angst vor ebendiesen Gläubigen. Der Islam – und da wird oft kein Unterschied zwischen extrem oder gemäßigt gemacht – hat momentan in Europa einfach keinen guten Ruf.

Eine Muslima im Ganzkörperschleier strahlt außerdem eines sicher nicht aus: Den Willen zur Integration in Deutschland. Es fällt schwer, einer vermummten Gestalt Vertrauen entgegen zu bringen. Noch schwieriger wird es, wenn sie der Religion angehört, die durch vermehrte islamistisch motivierte Terroranschläge in Europa in ein immer schlechteres Licht rückt. Gleichzeitig steht die Verhüllung wie eine Mauer zwischen der westlichen Kultur und der Heimatkultur der Moslems. Die Vollverschleierung erweckt den Eindruck, dass die Burka-Trägerin und eventuell auch die dazugehörige Familie es vorziehen, in einer Subkultur zu leben und sich dadurch automatisch von ihren Mitbürgern abgrenzen.

Wir müssen unsere christliche Kultur schützen

Ich glaube deshalb, dass ein sogenanntes Verschleierungsverbot in Deutschland durchaus seinen Sinn hat. Muslime können und dürfen ihre Religion in unserem Land ausüben. Die im deutschen Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit ist ein Gut, auf das wir stolz sein können. Trotzdem sollte Deutschland ein christlich geprägtes Land bleiben, in dem christliche Traditionen gepflegt und in Politik und Gesellschaft christliche Werte hochgehalten werden. Wenn alle praktizierten Religionen in Deutschland die gleiche Vorrechtstellung erhalten, die dem Christentum durch unsere Kulturgeschichte vorbehalten ist, dann – so befürchte ich – könnten irgendwann die Länder mit christlicher Kultur ganz „aussterben“ und der Islam auch hier überhandnehmen.

Schon jetzt geschieht seine Verbreitung immer rasanter und unbeobachteter. Laut einer Studie des PewResearchCenter ist der Islam die Religion, die am schnellsten wächst. Allerdings liegt das wahrscheinlich auch an der hohen Geburtenrate in muslimischen Familien. In islamisch geprägten Ländern, wie der Türkei, dem Sudan oder Saudi Arabien würde zudem auch niemand auf die Idee kommen, das Christentum als gleichberechtigten Bestandteil von Kultur und Gesellschaft anzuerkennen. Warum sollten wir in einem christlich geprägten Land wie Deutschland also der Vollverschleierung Vorschub leisten, die selbst unter Muslimen umstritten ist?

Die Burka passt nicht zum deutschen Lebensstil

Aus diesen Gründen glaube ich, dass es mein Recht ist, als deutscher Bürger auf die Überschreitung meiner persönlichen Grenzen zu achten und darauf zu reagieren. Wenn ich finde, dass schwarz umhüllte Burka-Trägerinnen nicht ins deutsche Straßenbild passen, muss ich nicht so tun, als stünde ich „darüber“ und sei offen für alles und jeden. Sondern ich sollte die Freiheit und den Mut haben, meine Meinung zu äußern. Davon abgesehen, muss eine Person, die einen neuen Kulturraum betritt, sich darauf gefasst machen, dass sie sich an die dortigen Gegebenheiten anpassen muss. Dabei ist es erst einmal irrelevant, ob dieser Kontakt zum Fremdkulturellen freiwillig, gezwungenermaßen, für eine längere Zeit oder nur einen kurzen Reiseaufenthalt vollzogen wird. Genauso wie ich bereit dazu bin, mich in einem anderen Land an dortige Sitten und Gebräuche anzupassen, wünsche ich mir das auch von Gästen, die nach Deutschland kommen – ganz gleich, welcher Religion sie angehören.

Meine Meinung zu diesem Thema frei heraus zu schreiben, finde ich nicht einfach. Während ich an diesen Zeilen sitze, schleicht sich bei mir das ungute Gefühl ein, als politisch unkorrekt wahrgenommen oder fremdenfeindlich eingestuft zu werden. Schließlich sind unter uns Deutschen kritische Kommentare gegenüber Ausländern ganz besonders verpönt. Ich gehe das Risiko trotzdem ein, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Denn wir leben Gott sei Dank in einem Land, in dem es für jeden möglich ist, seine Meinung offen zu sagen. Gegen Menschen mit anderer Religion, anderer Kultur und anderer Kleidung habe ich nichts. Ganz im Gegenteil: Ich möchte ihnen freundlich und mit Respekt begegnen – auch wenn sie in einer Burka vor mir stehen. Auf der anderen Seite möchte ich aber nicht, dass sich in Deutschland eine religiöse Kleiderordnung durchsetzt, welche die Wertevorstellungen meiner Kultur und meines Landes in Frage stellt.

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Autor:
Beutler, Kurt
Art:
Gebunden, 208
Preis:
14,99 EUR

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Kommentare

Von Pfaelzer am .

Erstens: ‚Islam‘ ist die Unterwerfung unter die Lehre des Mohammed, die unabänderlich im Koran festgelegt ist. Es gibt verschiedene Richtungen im Islam, die jedoch alle in der Anerkennung der absoluten Autorität des Koran übereinstimmen. Zweitens: Der Koran verbietet die Integration von Moslems in andere Kulturen. Drittens: Der Koran fordert die Muslime auf, Nichtmuslime zu töten. Die von Moslems weltweit sowohl an Nichtmoslems verübten Morde als auch die islamischen ‚Ehrenmorde‘ sind durch den mehr

Von Thomas aus M. am .

Ich lebe in Tschechien und erlebe ständig, wie sehr sich die jeweiligen Kulturen derzeit auseinander leben, im Positiven wie auch im Negativen. Ich möchte keine allgemeine Politik betreiben, das überlasse ich den anderen, nur ein Wenig meine Eindrücke aus letzter Zeit los werden. In Deutschland fällt das sich wandelnde Straßenbild auf. Es hat für mich einen gewissen Reiz, in einer baden-würtenbergischen Kreisstadt spazieren zu gehen, eine Riesenmoschee, viele offene Kaffeestuben mit Stühlen mehr

Von Libby am .

Ich bin auch kein Freund der Vollverschleierung. Aber was mir noch mehr Angst macht als diese, ist das, was hier als "christliche Kultur" und "christliche Werte" proklamiert wird, das aber auch problemlos ohne den Glauben an die Person und das Gott-sein Jesu Christi möglich ist. Deshalb also: ich habe noch mehr Angst vor einem Christentum, das ohne Christus funktioniert und mit dem sich auch Menschen identifizieren, die Jesus ablehnen

Von Klaus V. am .

würden die Christen in unserem Land sch mit gleicher ernsthaftigkeit und Überzeugung vor Gottes Angesicht im Gebet vereinen, wäre dieses Problem schon gelöst. Dieses ganze Bild um den Islam ist kein politisches sondern ein geistliches.
Wieviel geistlich lebendige Christen gibt esnoch in Deutschland ?

Von Manfred S. am .

Warum regt sich keiner über deutsche Frauen auf, die an Stränden - auch in muslimischen Staaten - sich oben ohne präsentieren. Ich denke da wäre Jesus eine Burka lieber!

Von Anne.D. am .

Oh, was bin ich diese Art von Artikel sowas von leid. Schön formulierte und verpackte Ausländerfeindlichkeit und Fremdefeindlichkeit!!!!

Von Heike am .

@ Daniel S.
Wenn Sie den Artikel mit verweisenden Links gelesen haben, wissen Sie, wie die verschiedenen Formen der Verschleierung im Islam aussehen, und aus welchen Gründen sie getragen werden.
Deshalb habe ich zu dem, was Sie schreiben, eine Frage:
In welcher Kirche oder Gemeinde
- bedecken Frauen ihr Gesicht?
- ist von "zerstörender Weiblichkeit" die Rede, vor der die Männer mit Burka & Co geschützt werden müssten, und vor allem: Wo steht etwas Derartiges in der Bibel?
Ich möchte Sie mehr

Von Werner am .

Was sind unsere Werte und was ist unsere Kultur?
Abtreibungen, Homoehen, Gender, Prostitution, Pornokonsum, leere Kirchen?
Wir sollten nicht so tun als ob...

Von Dieter S. am .

Ein weiterer wesentlicher Punkt wird so gut wie nie genannt. Die Sonne kann nicht auf den Körper strahlen - UVB-Strahlung - und er wird damit nicht mit Vitamin D ver
sorgt . Somit ist die Burka auch gesunheitsschädlich.

Von Pfaelzer am .

Meine Hochachtung! Ich gratuliere Ihnen zu diesem mutigen Artikel! Der letzte Abschnitt verdeutlicht das Elend der politisch-korrekten Gesinnungsdiktatur, in der wir uns inzwischen befinden. Es ist erschütternd, wie der politsch-mediale Komplex mit angeschlossenen Kirchen uns freudig fremden Mächten und Göttern ausliefert. Es ist erschütternd wie unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit unser Gesetze missachtet und die Grundlagen unseres Zusammenlebens mit Füßen getreten werden. Wir können ja froh sein, dass die Azteken mit ihrem Kult der Menschenopfer ausgestorben sind.

Von Daniel S. am .

Es gibt Regionen in Deutschland, wo Frauen im Gottesdienst/Kirchen Ihre Haare
bedecken. Zum Glück ist das etwas ganz anderes.

Von Ralf B. am .

Mutig!
Der letzte Absatz in Ihrem Statement ist allerdings traurig und zeigt, wie es ein vergleichsweise kleiner Anteil Menschen, der Medien und Politik beherrscht, geschafft hat ein ganzes Volk einzuschüchtern...ich habe bei diesen politischen Verhältnissen Angst um unser Land!

Von Petra am .

Beim Lesen kam mir so der Gedanke... Als ich das erste Mal schwarz gekleidete Pfarrer und Nonnen sah, fand ich das auch merkwürdig, da sie ja wohl eine "frohe Botschaft" verbreiten wollen. Schaut man genauer, findet man auch dort viele Schatten, wie auch im Islam und allem was unser Menschsein ausmacht. Wäre die Diskussion nicht: Wo fange ich bei mir selbst an? Wo habe ich so meine Verhüllungen, die ich nicht zeigen möchte... Wo und wie kann unsere Welt heilen? Was würde Jesus sagen? ...

Von Susanne A. am .

Vielen Dank! Auch wir diskutieren es im Hauskreis immer wieder. Wir Christen sollten uns einfach auch nicht länger verstecken sondern lernen uns zu unseren Glauben zu stellen und in unserer Gesellschaft zu bekennen. Schließlich haben wir doch eine so große Botschaft weiterzugeben. Die Burka ist für mich auch ein Zeichen von Unterdrückung und Gewalt, dass kann und darf nicht sein. So etwas gehört nicht in unser Land, wo Menschen in Frieden und Freiheit leben.

Von Steffen K. am .

Sehr geehrte Frau Sczesny,
danke für Ihren Artikel. Ich kann Sie da nur in voller Kraft unterstützen. Sie haben in einer sehr guten Art und Weise und überhaupt nicht verletzend, diese Zeilen geschrieben. Ich glaube, das Gefühl, welches Sie beschreiben, haben viele von uns. Und gerade wir Christen sollten auch ganz klar uns zu unserem Glauben und unseren christlichen Werten bekennen. Dies fehlt meines Erachtens in unserem Land häufig. Ich will hier auch noch einmal ganz klar herausstellen, dass mehr

Von Renate am .

Das sind klare Worte, denen ich absolut zustimme. Ich habe nichts dagegen, wenn islamische Frauen ihren Kopf mit einem Kopftuch verhüllen, aber das Gesicht muss sichtbar bleiben.

Von Markus S. am .

Die öffentliche, bewusst herbeigeführte Unkenntlichmachung von mir als Person
beschreibt u beweist zweifelsfrei die Inkompatibilität dieses Handelns mit unserer freiheitlichen, Frau u Mann gleichberechtigenden u verantwortlich (!) machenden Grundordnung.
An dieser Stelle ist nicht Toleranz oder wie häufig Wegschauen angesagt sondern das Erkennen sowie das Um-u. Durchsetzen unserer sozio-kulturellen u. gesetzlich verankerten Freiheitsordnung. Der Sicherheitsaspekt kommt verstärkend mehr


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