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Dabei sein ist alles?

Der Faktencheck zu Olympia: 5 Fakten, die Sie vielleicht noch nicht wussten.

Heute, am 5. August, beginnen die olympischen Spiele in Rio de Janeiro. In den nächsten 17 Tagen finden 306 Wettkämpfe statt. Damit Sie vor dem Fernseher glänzen können, haben wir ein paar schlaue Fakten für Sie zusammengestellt.

1. Dabei sein ist alles?

Dieser Satz fällt immer wieder in Zusammenhang mit Olympia. Klingt gut, steht aber im krassen Gegensatz zum eigentlichen olympischen Motto „Schneller, höher, weiter“. Der Hintergrund: Bei den olympischen Spielen 1908 wurde der Sieger über die 400m-Strecke disqualifiziert und der Lauf wiederholt. Danach stritten die Läufer darüber, wer der wahre Sieger sei. Olympia-Vorsitzender Pierre de Coubertin sagte daraufhin: „Das Wichtigste ist nicht zu gewinnen, sondern teilzunehmen, genauso wie das Wichtigste im Leben nicht der Triumpf ist, sondern der Kampf.“ Hängen blieb „Dabei sein ist alles“.

2. Silbermedaillen für Goldgewinner?

Knapp 2500 Mal wird in Olympia dieses Jahr eine Medaille vergeben. Abgebildet ist die griechische Siegesgöttin Nike mit der Akropolis im Hintergrund. Die glücklichen Gewinner der Goldmedaillen bekommen jedoch hauptsächlich Silber an den Hals: die 500 Gramm schweren Medaillen enthalten nur 6 Gramm Gold. Der Materialwert der Goldmedaillen beträgt zurzeit etwa 500 Euro. Macht nichts: Für den Gewinner sind sie trotzdem unbezahlbar.

Übrigens: Dank Olympia wird auch unser Radioprogramm sportlich: Lernen Sie jeden Tag einen anderen Sportler und seine Disziplin kennen. Wir haben nachgefragt: Was motiviert sie zu Höchstleistungen, und was hat Gott damit zu tun?             Schneller, höher, weiter – die olympische Reihe im ERF Pop.

3. Fußball und Golf bei Olympia?

Wer Golf als Sportart definiert, darf sich freuen: Es steht nach 112 Jahren Abstinenz wieder auf der Liste der Olympia-Disziplinen. Außerdem 7er-Rugby, eine Abwandlung des klassischen Rugbys. Damit stehen dieses Jahr 28 Sportarten zur Auswahl.

Und wer noch der verlorenen EM nachtrauert, für den gibt es Hoffnung: Auch Fußball ist eine olympische Disziplin und Deutschland ist dieses Jahr dabei. Kleine Einschränkung: Es dürfen nur die U21-Mannschaften antreten. Eine gute Gelegenheit, den Nachwuchs anzufeuern.

4. Warum ist die olympische Marathondistanz 42,195 Kilometer lang?

Klar: Wegen des Boten, der von Marathon nach Athen lief, um den Sieg der Griechen über die Perser zu verkünden. Leider falsch. Denn die Distanz zwischen den beiden Städten beträgt nur etwa 40 Kilometer. Etwa so lang waren auch die ersten Marathonläufe während der olympischen Spiele.

Die heutige Marathondistanz beruht auf einem Messfehler: 1908 sollte der Lauf am Windsor Castle der britischen Königsfamilie starten und im Olympiastadion enden. Diese Distanz war aber länger als gedacht, nämlich 42,195 Kilometer. Und genau die zusätzlichen Kilometer kosteten den Italiener Dorando Pietri den Sieg: Er brach 350 Meter vor der Ziellinie zusammen, wurde von Helfern ins Ziel geschleppt und anschließend disqualifiziert. Trotz dieses Dramas wurden die 42,195 Kilometer später als Standard für den Marathon festgelegt. Tut mir leid, liebe Läufer.

5. Olympiade und Olympionike

Die Zeit während der olympischen Spiele wird oft als Olympiade bezeichnet. Das stimmt aber nicht. Damit bezeichneten die alten Griechen vielmehr die Zeit zwischen zwei olympischen Spielen. Ebenso gab es damals nur einen Olympioniken, das war der Gewinner. Inzwischen hat sich die Bezeichnung aber allgemein für Olympiateilnehmer durchgesetzt.


Kommentare

Von Friedwald H. am .

Zu Punkt 4: Es gibt auch die Erklärung, dass es die engl. Königin so wollte, dass vor ihr, der Marathon endet. Hier ein Auszug aus dem Internet:
Woher kommt diese krumme Zahl? Entspricht das der genauen Entfernung zwischen Marathon und Athen? Nein, das britische Königshaus ist schuld daran! Bei den Olympischen Spielen in London 1908 sollte die Laufstrecke zunächst 42 Kilometer lang sein - vom Schloss Windsor bis ins Stadion. Die Ziellinie hätte dann gegenüber der königlichen Loge gelegen. mehr

Von G. W. am .

Danke für die netten bemerkenswerten Infos!
Auch die Chart-Liste freitags finde ich sehr geschickt und gekonnt!
Nun können einem die Brasilianer leid tun, die betrogen und frustriert miterleben müssen, wie die Privilegierten ihnen was vorfeiern und sie sollen gute Gastgeber sein...


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