Porträt

Den Hass überwinden (2)

Ein Imam aus Pakistan lernt Jesus kennen. Ein unglaubliches Leben beginnt

Yohana kommt aus Pakistan und wird mit 17 Jahren bereits Imam. Sein Vater schickt ihn als Missionar nach Griechenland. Dort lernt er Christen kennen, die so annehmen, wie er ist. Er fängt an, an seinem Glauben zu zweifeln. Deswegen begibt er sich auf die Suche und fragt: Wo bist du, Gott?  Lesen Sie hier den ersten Teil der Geschichte.


Die Antwort auf die Gebete ließ nicht lange auf sich warten. Eines Nachts hat Yohana geträumt, er laufe eine Straße mit vielen Geschäften entlang. Aus einem der Läden hat ein gleißend helles Licht gestrahlt. Yohana hat neugierig das Geschäft betreten und gestaunt: Dort haben unzählige Juwelen, Gold und Silber gefunkelt. Einen solchen Reichtum hatte er noch nie gesehen! Im Laden hat ein junger Mann mit einem wunderschönen Gesicht und weißer Kleidung gesessen. Er hat die Hand nach ihm ausgestreckt und gesagt: „Yohana, komm zu mir!“ Yohana hat sich gewundert: „Woher kennt dieser reiche Mann meinen Namen?“

Als Yohana nachfragte, hat der Mann gelächelt. „Ich weiß alles über dich.“ Dann hat er auf den Reichtum ringsum gezeigt und gesagt: „Du musst das alles hier kaufen.“ Yohana hat nur den Kopf geschüttelt. „Mein Herr, wenn Sie alles über mich wissen, dann wissen Sie auch, dass ich arm bin und mir das alles hier niemals leisten könnte.“ Wieder hat der Mann gelächelt. „Aber das ist doch alles schon für dich bezahlt!“ Dann hat er eine große Tasche genommen, sie mit allen Kostbarkeiten, die es im Laden gab, gefüllt und Yohana überreicht. Überglücklich hat Yohana den Laden verlassen: Jetzt war er der reichste Mann der Welt!


„Imam, wach auf!“ Seine beiden Zimmergenossen haben Yohana wachgerüttelt. „Hast du das nicht gesehen? Unser ganzes Zimmer war plötzlich hell erleuchtet! Und ein Mann war hier. Und es hat so wunderbar geduftet!“Yohana hat sie gebeten, ihn in Ruhe zu lassen. Sein ganzer Reichtum war futsch! Trotzdem hat er eine Freude gespürt. Plötzlich kam ihm der Gedanke: „Ich muss eine Kirche besuchen.“ Vielleicht würde er Gott doch dort finden?
 

Der Start in ein neues Leben

Zwei Tage später, an einem Sonntag, hat Yohana zum ersten Mal in seinem Leben eine Kirche betreten. Viele Menschen hatten sich zum Gottesdienst versammelt. Er ist die Bankreihen entlang bis nach vorne gelaufen. Dort hat er sich das große Kreuz an der Wand angesehen. Plötzlich hat er sich gefühlt, als wäre er ganz alleine in der Kirche. Vor seinen Augen hat sich das Kreuz in einen Thron verwandelt, auf dem ein König saß. Es war derselbe Mann wie in seinem Traum! Der Mann hat beide Arme nach Yohana ausgestreckt und gerufen: „Yohana, ich bin dein Gott. Komm zu mir!“ Yohana hat beschämt an sich herab geschaut.

Er hat sich schmutzig gefühlt. Sein ganzes Leben lag wie ein offenes Buch vor ihm und jede einzelne schlechte Tat, jedes schlechte Wort stach hässlich hervor. Verzweifelt hat Yohana gerufen: „Wie kann ich zu dir kommen? Du bist heilig, aber ich bin voll Sünde!“ Doch der König hat wieder gerufen: „Yohana, komm zu mir! Ich wasche dich von deinen Sünden rein!“ Schließlich hat Yohana nachgegeben. Er hat seine Schuld dem König gegeben und ist dabei in Tränen ausgebrochen. An diesem Tag hat sein neues Leben begonnen.
 

Im Visier der Mörder

Nach diesem Erlebnis ist Yohana nach Pakistan zurückgekehrt. Er hat niemandem erzählt, dass er nun an Jesus glaubte. Heimlich hat er Kontakt zur Untergrundkirche aufgenommen, doch sein Geheimnis ist nicht lange unentdeckt geblieben. Nachdem Familienmitglieder ihn in einer Kirche aufgespürt haben, haben sie ihn nach Hause gezerrt und ihn mit Fragen überhäuft. Was er über Mohammed und den Koran sage. Yohana bekannte: „Ich habe überhaupt nichts gegen Mohammed oder den Koran. Aber ich glaube jetzt an Jesus Christus!“ Seine Verwandten haben ihn zusammengeschlagen und aus dem Haus geworfen.

Yohana fand Zuflucht bei christlichen Freunden. Von da an ist sein Leben in Gefahr, denn sein Vater hat bestimmt, ihn töten zu lassen. Eines Tages – Yohana ist mit dem Auto eines Freundes unterwegs gewesen – hat ein junger Mann ihn angehalten und ihn mit vorgehaltenem Maschinengewehr gezwungen, auszusteigen. „Du bist konvertiert. Du weiß, welche Strafe dich erwartet. Allahu akbar!“ Yohana schloss die Augen und betete: „Gott, er weiß nicht, was er da tut!“ Der Mann stand nur zwei Meter von ihm entfernt und hat die Waffe auf ihn gehalten. Yohana weiß nicht, wie lange dieser Moment gedauert hat – eine Minute, fünf Minuten? Da hat ihn plötzlich jemand gerüttelt und gerufen: „Hau ab, Mann! Seine Waffe funktioniert nicht!“ Yohana hat die Augen aufgerissen und gesehen, wie der Angreifer versucht hat, das Gewehr nachzuladen. Eine Kugel ist im Lauf steckengeblieben.

Dem nächsten Mordanschlag ist Yohana nur entkommen, weil ihn ein Freund vorher telefonisch gewarnt hat. Mit 20 Rupien in der Tasche und ohne Ausweis ist Yohana mitten in der Nacht aus der Stadt geflohen. Er ist von Ort zu Ort gezogen, doch er konnte nirgends länger bleiben. Also hat er sich zur Flucht entschlossen. Innerhalb von acht Monaten hat er sich nach Deutschland durchgeschlagen.
 

Von Liebe getrieben

Yohana lebt nun seit zwei Jahren in Deutschland. Jede freie Minute nutzt er, um anderen Menschen von Jesus zu erzählen – demjenigen, der ihm einen Neuanfang geschenkt hat. Yohana weiß, dass er Jesus viel zu verdanken hat. „Wann immer ich Probleme bekam, hat Jesus mich gerettet“, sagt er. Auch, als er vor seiner Asylbewerberunterkunft von vier Männern in einen Kleinbus gezerrt und mit dem Tod bedroht wurde, weil er Konvertit ist. Sie haben auf ihn eingeprügelt und ihn anschließend in den Straßengraben geworfen. Mit mehreren Schädelbrüchen und Messerstichen im Bauch ist er in der Klinik wieder aufgewacht. Yohana weiß, dass er auch in Deutschland nicht sicher ist. Doch die Liebe, die er erfahren hat, treibt ihn an, auch anderen davon zu erzählen. Er betont gerne: Das, was er erlebt hat, ist nicht seine eigene Geschichte. Es ist die Geschichte des Königs, der ihn gerettet hat.


Kommentare

Von Ulrich H. am .

Ich finde es traurig, dass die EKD den Islam immer so hochhält anstatt den eigenen Mitglieder die Freude des Glaubens zu vermitteln. Aber man hat ja die Möglichkeit zu beten - für die EKD sowie für die Mutter, die sagt, sie würde ihre Kinder lieber töten als dass sie Christen werden. GOtt kann Wunder tun - das sieht man auch an dieser Geschichte, und sie passieren im Kleinen wie im Großen Tag für Tag. Wir sollten die Hoffnung nie aufgeben und gerade für Muslime beten und ihnen freundlich begegnen und unseren Glauben bezeugen.

Von Marga A. am .

Ja ,dass würde ich so gerne meinen Nachbarn "Palestinenser Moslemen "zum hören geben. Aber leider können sie noch nicht gut Deutsch. Diese Geschichte ist sehr ergreifend,doch viele Mosleme träumen von Jesus ,Isa.

Von Gottesfreund am .

In der letzten Woche hatte eine arabisch-sprechende Christin einige irakische und syrische Muslima zum Cafe in unsere Gemeinde eingeladen. Das Gespräch kam darauf, dass es sein könnte, dass aus den
Kindern Christen werden. Die Muslima waren entsetzt und sagten einhellig : "Dann würde ich meinem Kind den Kopf abschneiden." Sie sind vor den
Bomben geflohen, aber sie selber sind jederzeit bereit, ihren Glauben mit Gewalt zu verteidigen. Ein Muslim wird als Muslim
geboten und damit basta.

Von Jaques L. am .

"Yohana weiß, dass er auch in Deutschland nicht sicher ist."
Das ist der traurige Fakt. Die Christenverfolgung wurde über Jahre von den hiesigen "Eliten" importiert.

Von Mustafa Al H. am .

Imam ist ein arabischer Begriff mit sehr unterschiedlichen Bedeutungen. Im Koran hat er die Bedeutung von „Vorsteher, Vorbild, Richtschnur, Anführer“. In der klassisch-islamischen Staatstheorie bezeichnet er das religiös-politische Oberhaupt der islamischen Gemeinschaft in Nachfolge des Propheten Mohammad. Daneben wird auch der Vorbeter beim Ritualgebet Imam genannt. Schließlich wird der Begriff als Ehrentitel für herausragende muslimische Gelehrte und Persönlichkeiten verwendet. Daher ist es mehr


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