Filmrezension Lesezeit: ~ 2 min

„I Origins - Im Auge des Ursprungs“

Mike Cahills Film fragt: Könnten die Augen eine Reinkarnation belegen?

Der Film beginnt mit einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte. Wissenschaftler Ian trifft bei einer Party auf eine mysteriöse Frau mit Modelmaßen und SM-Maske, die ihn sogleich verführt. Ian verliebt sich in die ungewöhnlichen Augen der Frau. Da Ian die Evolution der Augen wissenschaftlich erforscht, faszinieren ihn die ungewöhnlichen Irismuster der Frau. Er kann Sofi nicht vergessen und Ian sucht nach ihr. Als er sie findet, wird sie die Liebe seines Lebens. Sie ist spirituell geprägt. Er lehnt jeglichen Gedanken ab, der nur spirituell erfassbar, jedoch nicht wissenschaftlich erklärbar ist. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – intensiviert sich ihre Beziehung.

Die Augen sind der neue Fingerabdruck

Während Ian mit seiner Assistentin Karen wissenschaftlich große Fortschritte erzielt, kommt es zu einem fatalen Unglück, bei dem Sofi stirbt. Etwa zehn Jahre später ist Ian mit seiner früheren Assistentin Karen verheiratet und die beiden haben einen Sohn. Die Erfassung und Katalogisierung der Augen ist inzwischen Standard geworden. Als ihr Sohn bei der Geburt gescannt wird, zeigt das System an, dass seine – eigentlich einzigartigen – Augen schon vorhanden sind. Das wird jedoch als Fehler abgetan.

Kurze Zeit später stoßen die Wissenschaftler in der Augen-Datenbank auf die ungewöhnlichen Augen der verstorbenen Sofi, die angeblich aber erst vor drei Monaten in Indien gescannt wurden. Ians schmerzvolle Erfahrungen sind sofort wieder präsent und so macht er sich sofort auf, um nach diesen Augen zu suchen.

Könnten Irismuster den Glauben von der Wiedergeburt belegen?

Die Augen gelten als Spiegel oder auch Tor zur Seele. Aber wie haben sie sich entwickelt und kann man durch sie eventuell den Beginn der Evolution beweisen und damit Gott widerlegen? Sollten die wiederkehrende Iris-Struktur die Wiedergeburt beweisen können, wären die Auswirkungen auf Religion und Wissenschaft immens. Darum geht es in dem zwar langsam erzählten und dennoch spannenden Science-Fiction-Film von Regisseur Mike Cahill. Schon in seinem Debütfilm „Another Earth“ (KiC berichtete) griff er das Thema von wiederholten, parallelen Ereignissen auf.

Das vorliegende, teils fade Wissenschaftsdrama, wird mit einer emotional zugänglichen Liebesgeschichte gewürzt und aufgepeppt. Zugleich bildet die Liebesgeschichte die Grundlage, um das sperrige wissenschaftliche Thema zu erklären. Das gelingt Cahill sehr gut. Das Thema Reinkarnation ist natürlich speziell und spricht eher die hinduistische bzw. buddhistische Glaubensrichtung an. Das ist ein Minuspunkt – allerdings bleibt der Gedanke interessant.

Interessante Gedankengänge, die als Diskussionsgrundlagen dienen können

Cahill arbeitet wieder mit Brit Marling zusammen, die ihm schon bei „Another Earth“ (darstellerisch wie schriftstellerisch) zur Seite stand. Erweitert wird die Besetzung durch Michael Pit, der als Wissenschaftler und kongenialer Partner Marlings zwischen Liebe und Arbeit hin und her gerissen ist. Seine Filmliebe, die im Film allerdings ein wenig zu nackt ist, wird von Astrid Bergès-Frisbey gespielt – bekannt aus dem vierten „Pirates of The Caribbean“.

I ORIGINS ist kein einfacher Film, den man eben mal schaut. Man muss sich nicht nur auf das Thema einlassen: Auch die zunächst langsame Erzählweise ist zunächst herausfordernd. In den letzten 30 bis 45 Minuten spitzt sich die Story jedoch zu und hält den Spannungsbogen bis zum Schluss aufrecht. Letztlich ist die Sache vorhersehbar, dennoch lohnt sich der Film – des Gedankengangs wegen – auch wenn Christen das mit der „Wiedergeburt“ anders sehen als Hindus oder Buddhisten. Als Diskussionsgrundlage dient der Film allemal.

Endbewertung: Sperriges Thema, unterhaltsam und durchdacht aufbereitet.  

Der offizielle Kinotrailer von "I Origins - Im Auge des Ursprungs"

 

 


Kommentare

Von Daniel am .

Finde den Film gerade deshalb interessant weil dieser zur Diskussion anregt und einlädt über manch eingefahrene Denkweisen hinauszugehen.

Von Redaktion am .

Sehr geehrte Bianca,
das ist sehr wohl unser Ernst. Wir sehen es als unsere Aufgabe, über Filme zu informieren, die im Kino laufen. Dabei sind wir auch auf die gerade startenden Filme angewiesen. Dass nicht jeder Film jeden Geschmack trifft, ist uns bewusst. Aber der vorliegende Film wurde bewusst ausgewählt, weil er auch die Möglichkeit bietet, über unterschiedliche religiöse Vorstellungen ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus sehen wir es als unseren Auftrag an, Filme einzuordnen und dem mehr

Von Bianca am .

Das kann ja wohl bitte nicht Euer Ernst sein, oder ? So Filme hier zu finden enttäuscht mich .... Es gibt so brennende Fragen grad in der Welt und dann so was ? Und wenn schon Filme dann doch bitte was erbauliches oder schönes .... Oder einfach mal lustig....


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