ERF International

Entwurzelt - bis Gott sie fand

Der bewegende Lebensbericht einer Deutsch-Türkin

Im Alter von nur zwei Jahren wird Dilek aus ihrem gewohnten Lebensumfeld gerissen. Das kleine Mädchen spricht schon ein paar Worte Deutsch, als sie in die Türkei zu ihrer Oma gebracht wird, um dort ihre Kindheit zu verbringen. Als Dilek ihr Geburtsland schon fast vergessen hat, muss sie als Teenager mit 16 Jahren plötzlich zurück nach Deutschland ziehen. Doch der anfängliche Kulturschock bleibt nicht das Einzige, das Dilek in ihrem weiteren Leben aus der Bahn wirft.  

Als junge Frau dachte ich, ich hätte alles im Griff. Schließlich hatte ich mich trotz einer schwierigen Kindheit erfolgreich durchgekämpft: Ich hatte mein Abitur geschafft und sogar studiert. Ich spielte ein Instrument, las viele Bücher, war vielseitig interessiert und anpassungsfähig. Mir schien, als könnte ich die Herausforderungen des Leben bestens bewältigen.

Meine Eltern sind Türken. Ich selbst bin jedoch in Deutschland geboren. Bis zum Alter von zwei Jahren wurde ich von einer Tagesmutter betreut, da meine Eltern beide arbeiten gingen. Weil es meinem Vater wichtig war, dass ich eine „ordentliche türkische Erziehung“ genieße, schickten mich meine Eltern mit zweieinhalb Jahren zu meiner Oma in die Türkei. Dort verbrachte ich meine gesamte Kindheit – ganz ohne Eltern, von gelegentlichen Besuchen abgesehen. Es war keine schöne Kindheit. Viele schlimme Dinge passierten, die Verletzungen in meinem Leben hinterließen.

Kurz bevor ich 16 Jahre alt wurde, holten mich mein Vater und meine Mutter zurück nach Deutschland. Völlig entfremdet von meinem Geburtsland und ohne die geringsten Deutschkenntnisse, musste ich hier in die Schule gehen. Das war für mich ein riesiger Kulturschock.

Mit viel Mühe schaffte ich den Hauptschulabschluss. Danach lernte ich durch Sprachkurse und mit Hilfe einer Freundin innerhalb von drei Jahren Deutsch. Das ermöglichte mir später ein Fachabitur und ein Studium an der Universität. Während meiner Studienzeit bewegte ich mich gerne in intellektuellen Kreisen, weil es mir das Gefühl gab, etwas Besonderes zu sein. Doch all dies reichte mir nicht, um meinem Leben den Sinn zu geben, nach dem ich unbewusst noch auf der Suche war.

Ich wollte alles ausprobieren

Als moderne Türkin lebte ich nach meinen eigenen moralischen Vorstellungen, sah mich jedoch als traditionelle gute Muslimin. Für Religion habe ich mich nicht interessiert, aber ich wollte alle Mittel nutzen, um dem Schöpfer nahe zu sein. Mich beschäftigte die Frage, wo ich nach dem Tod hingehe. Darum befasste ich mich mit Esoterik, Buddhismus, östlicher Kultur und Rückführungen. Aus der Türkei hatte ich außerdem mein Wissen über Wahrsagerei mitgebracht. Das nutzte ich, um nebenbei Geld zu verdienen. Auch das Rufen von Geistern und die Macht der Gedankenübertragung praktizierte ich. Alles wollte ich ausprobieren. 

Doch nichts von alldem brachte mir die erhoffte Befriedigung. Es gab immer wieder Momente, in denen ich dachte: „Jetzt hab ich’s.“ Dieses Hochgefühl dauerte ein paar Tage an, bis es wieder bergab ging. Schließlich überfielen mich sogar Depressionen und Selbstmordgedanken. Irgendwann lief alles aus dem Ruder. Alle meine Bemühungen konnten nicht verhindern, dass ich immer mehr die Kontrolle über mein Leben verlor.

Selbst als ich einen sympathischen deutschen Mann kennenlernte, hielt mein Glück nicht lange an. Wir heirateten, als ich schwanger wurde. Aber zu der Zeit hielt ich Seminare über Verkaufspsychologie und wollte unbedingt Karriere machen. Unsere Ehe lief nicht gut. Nur weil mein Mann darauf bestand, lebten wir mit unserer zweieinhalb jährigen Tochter im gleichen Haus – in getrennten Zimmern.

Radioangebote in türkischer Sprache

Das tägliche Radioprogramm von ERF Medien bietet Andachten und Sendereihen wie „Durch die Bibel“ in Türkisch. In Deutschland kann das Programm über das Internet empfangen, aber auch über Telefon gehört werden. Informationen zu den einzelnen Sendungen finden Sie hier, eine Andacht oder Sendereihe kann man sich unter folgender Telefonnummer anhören: 06441 208 16 15.
Den Sendeplan unseres Partners TWR mit Angeboten für die Türkei finden Sie hier, einen mit allen türkischsprachigen Angeboten hier.  

Ich las die Bibel, um mit dem Pastor zu diskutieren

Nachbarn von uns luden mich eines Tages in eine Gemeinde ein. Die Christen dort waren Sinti und Roma. Ich ging tatsächlich mit ihnen in einen Gottesdienst. Wider Erwarten war ich total berührt von dem, was ich da hörte. Als der Pastor für mich betete, brach ich in Tränen aus. Der Pastor war gebildet. Wir konnten wunderbar diskutieren. Ich begann das Matthäusevangelium zu lesen, nur um mit dem Pastor Argumente auszutauschen. Wie ein trockener Schwamm nahm ich die Informationen über Jesus auf und darüber, wie er gelebt hat. Die biblischen Berichte waren wie ein Tagebuch von jemandem, den ich entdeckt hatte. Es war spannend, darin zu lesen.

Immer war ich in meinem Leben auf der Suche nach Sinn und nach der Nähe zu Gott gewesen. Diese innere Unruhe und Unzufriedenheit bekam auch mein Mann zu spüren. Als ich jedoch anfing, in die Gemeinde zu gehen und in der Bibel zu lesen, bemerkte er nach einiger Zeit eine Veränderung an mir. Mir selbst war überhaupt nicht aufgefallen, dass ich eine ruhigere und liebevollere Ausstrahlung hatte. Eines Nachts begegnete mir Jesus in einem Traum und ich  beschloss von ganzem Herzen ihm nachzufolgen. Alle meine anderen Versuche Sinn im Leben zu finden wie die Esoterik ließ ich endgültig hinter mir.

Mein Ehemann wurde neugierig

Als mein Ehemann die positiven Veränderungen in meinem Leben spürte, wurde er neugierig. Er war jedoch zu stolz, das mir gegenüber zuzugeben. Er suchte sich mit einem guten Kumpel zusammen eine ähnliche Gemeindeform wie die Gemeinde, der ich mich angeschlossen hatte. Sein Freund war kein Christ, aber gemeinsam gingen sie in einem anderen Ort in einen Gottesdienst. Mein Mann wurde genau wie ich  von dem, was er dort hörte, berührt. Einige Zeit ging jeder von uns in seine „eigene“ Gemeinde. Gott sei Dank wurden wir aber von Christen ermutigt, als Ehepaar wieder zusammenzufinden. Wir retteten unsere Ehe und bekamen noch zwei weitere Kinder!

Die gleichen Veränderungen, die mein Mann in meinem Leben beobachtet hatte, konnte ich zwei Jahre später auch bei meiner Mutter sehen. Auch ihre seelischen Verletzungen wurden von Jesus geheilt. Wir haben erlebt, dass letztlich die göttliche Liebe das Einzige auf der Welt ist, das uns Sinn und Heilung für unser Leben schenken kann.


Mehr von ihrem Leben erzählte Dilek in der Radiosendung "Jerusalem, Samarien und die Welt". Die Sendung finden Sie hier. Außerdem ist Dilek am 26. April um 21.30 Gast bei unserer Sendung "Mensch Gott" auf BibelTV.

 

Kommentare

Von Hannelore am .

Das, was Frau Dilek mit Jesus Christus erlebt hat, habe ich genauso mit Jesus Christus erlebt. Es ist sehr wichtig, Zeugnis davon zu geben, dass es Gott wirklich gibt und Er sich um die Menschen kümmert.
Mit freundlichen Grüßen
Hannelore U.

Von DILEK am .

Praise HIM!
Freude, dass die Sendung ermutigt.
DANKE JESUS!

Von Barbara M. am .

Liebe Dilek,
was für eine starke Frau du bist..."Du vermagst alles zu tun durch die Kraft in Jesus Christus"und er wird dich auch weiterhin stark machen! Ich habe vor Jahren eine junge Mutter kennengelernt, die eine ebenso schwierige Kindheit erlebt hat wie du...nur hat Sie nicht wie du, die Liebe und Annahme, das Sie " Kind" Gottes ist erlebt.
Ich habe heute noch hier und da Kontakt mit türkischen Frauen,sei es durch den Beruf oder privat. Es gibt auch immer Raum für Nähe zum Gespräch über mehr

Von Reinhold am .

Liebe Rosemarie,
das ist ein berührender Beitrag! Hör mal rein!
Reinhold

Von marga a. am .

die Lebensgeschichte von Dilek hat mich sehr berührt. Gott wird sich immer mehr den Muslimen zeigen in Träumen!

Von Rosemarie S. am .

Liebe Sonja,
danke für dieses eindrucksvolle Zeugnis, wie Gott Sie und Ihre Familie geführt hat und führt.
Bleiben Sie behütet!
Rosemarie S.


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.