60 Jahre TWR

José Mun͂oz geheiratet, Ariel Bonaire begraben

Elaine Bonaire war immer mit demselben Mann verheiratet. Trotzdem beerdigte sie einen anderen Mann, als auf ihrem Trauschein stand.

Wenn sie jemals die Chance bekommt, auf die winzige Karibikinsel Bonaire zu reisen, wird Elaine Bonaire wahrscheinlich eine VIP-Tour von der Insel bekommen. Denn die Frau aus Michigan teilt ihren Nachnamen mit dem TWR-Senderstandort in der Karibik. Der gemeinsame Name ist kein Zufall, denn Elaines Mann hatte eine große Schwäche für TWR.

1970 ging Elaine von Michigan nach Kolumbien, um an der Universität Antioquia in Medellin zu studieren. Da Elaines Vater mit dem CVJM in Südamerika gearbeitet hatte, sprach sie fließend Spanisch. In einer Ortsgemeinde lernte sie ihren zukünftigen Ehemann kennen, José Anselmo Mun͂oz Barajas. Nach der Hochzeit war Anselmo - wie ihn seine Familie nannte - einige Zeit Pastor einer kolumbianischen Gemeinde. Dann zogen sie nach Michigan in die Nähe von Elaines Familie.

Am 22. Februar 1954 wurde die erste Sendung von Trans World Radio (TWR) von Tanger in Nordafrika ausgestrahlt. 60 Jahre später ist aus der kleinen Radiostation das größte christliche Radionetzwerk weltweit geworden, mit Programmen in über 220 Sprachen. Seit 1959 ist ERF Medien der deutsche Partner von TWR. Zum 60-jährigen Jubiläum veröffentlichen wir einige Berichte von Menschen weltweit, die eine besondere Geschichte mit TWR haben.

Er wollte nicht José genannt werden

„In den Staaten wollten die Leute ihn lieber José als Anselmo nennen, weil sie Letzteres so schlecht aussprechen konnten“, schrieb Elaine in einem Brief an TWR. „Aber mein Mann wollte nicht José genannt werden. Er fühlte sich nicht angesprochen. Außerdem hatte er genug von den Witzen auf seinen Namen.“ In einem bekannten Witz über die amerikanische Nationalhymne versteht nämlich ein Junge namens José nicht „O! say can you see“, sondern „José can you see“. Auch der Nachname Mun͂oz stellte für Anselmos neue Landsleute ein großes Problem dar. Als er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft annahm und gefragt wurde, ob er seinen Namen ändern wolle, nahm er diese Gelegenheit wahr. Elaine trug eine Reihe an spanischen Nachnamen zusammen, die für Amerikaner leichter auszusprechen sind. Am Ende entschied sich Anselmo aber für einen Nachnamen, der gar nicht auf der Liste stand: Bonaire. Mit der kleinen Karibikinsel fühlte er sich auf besondere Weise verbunden, denn von dort wurden TWR-Radiosendungen nach Lateinamerika ausgestrahlt. Diese hatte Anselmo als Kind mit seinen Eltern gehört und war dadurch zum Glauben an Jesus gekommen.

Einen anderen Mann begraben

„Ich habe José Anselmo Mun͂oz Barajas in Kolumbien geheiratet und Ariel Anselmo Bonaire in Michigan begraben,” schrieb Elaine an TWR. „Anselmo fühlte sich zum Evangelisten berufen. Während unseres ersten Ehejahres war er Pastor einer Gemeinde in Medellin, Kolumbien. Später leitete er eine Gemeinde in einer Stadt in Michigan und arbeitete in einer Autoteile-Manufaktur in Traverse City. 1995 starb er an einem Herzinfarkt.“ Mit ihrem Brief schickte Elaine eine Spende und fügte die Worte hinzu: „Ich habe gehört, dass die Insel Bonaire sehr hübsch ist. Sollte ich jemals die Gelegenheit haben, möchte ich TWR in der Karibik besuchen."


Kommentare

Von Thomas aus M. am .

Mein aufrichtiges Beileid. Der Tod eines geliebten und so nahen Menschen muss sehr weh tun, vor allem, wenn Ehepartner so lange miteinander gelebt haben. Übrigens, bei einer so langen Ehebeziehung ist es typisch, dass man/frau in den vielen Ehejahren nicht gleich bleibt, selbst wenn sich der Name nicht ändert. Jeder macht eine persönliche Entwicklung durch, die sogar - nicht im bösen Sinne - zu einer völligen Umkehr des Charakters führen kann. Stichwort: Middlife Crisis. Man/frau macht etwas mehr


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