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Nicht alle Jahre wieder

Weihnachtstraditionen sind schön, können mit der Zeit aber auch langweilig werden. Einige Tipps, wie Sie Weihnachten mal ganz anders feiern können.

„Alle Jahre wieder…“, so beginnt ein bekanntes Weihnachtslied. Auch viele familiäre Weihnachtsfeiern könnte man mit dieser Überschrift beschreiben. Bei den einen gibt es an Heiligabend immer Kartoffelsalat mit Würstchen, bei den anderen muss es traditionell die Weihnachtsgans sein. Neben einem typischen Weihnachtessen gibt es aber noch andere Weihnachtstraditionen. Manche davon haben sich über die Jahre bewährt, bei anderen fragt man sich, wieso man sie eigentlich pflegt. Für alle, die ihr Weihnachtsfest einmal anders gestalten wollen, haben wir in der ERF Online Redaktion Tipps zusammengetragen, wie man Weihnachten einmal anders feiern kann.

Anderen Freude schenken

Zunächst lässt sich Weihnachten auch einmal ganz woanders feiern. Dafür muss man nicht gleich einen Flug in die Karibik buchen. Wieso nicht als Kirche oder Gemeinde das Weihnachtsfest gemeinsam im Gemeindesaal begehen? Eine andere Möglichkeit ist, gezielt Menschen in einer Notlage zu besuchen. Man kann eine Weihnachtsfeier in einer Obdachlosenunterkunft oder einem Asylbewerberheim veranstalten. Oder man geht in ein Gefängnis oder ein Krankenhaus, um dort zu singen oder Plätzchen zu verteilen.

Es kann eine bereichernde Erfahrung sein, das Weihnachtsfest nicht nur mit der Familie, sondern auch mit fremden Menschen zu feiern. Denn es ist schön, an Weihnachten direkt etwas von Gottes Liebe an andere abzugeben. Wer nicht gleich ins Asylbewerberheim oder in ein Gefängnis gehen will, kann auch sein eigenes Heim für andere öffnen. Durch eine Ankündigung im Gottesdienst kann man signalisieren, dass man sich über Gäste am Heiligabend freut. Oder man lädt gezielt die Gemeindemitglieder ein, die Weihnachten sonst allein wären. Für Spielkameraden für die Kinder nach dem Geschenkeauspacken sorgt die gemeinsame Feier mit befreundeten Familien.

Über ein Spiel zum Geschenk

Auch rund um das Thema Geschenke lässt sich so manches anders gestalten üblich. Wie wäre es damit die Geschenke wie in England und Amerika üblich erst am Morgen des ersten Weihnachtstages auszupacken? Und anstatt sich über passende Geschenkideen für jedes Familienmitglied den Kopf zu zerbrechen, kann man als Familie wichteln, zum Beispiel mit Hilfe des Onlinedienstes Wichtel-O-Mat.

Selbst wenn die Bescherung klassisch ablaufen soll, gibt es gute Ideen, sie spaßiger zu gestalten. Man kann zum Beispiel losen, wer als Erstes seine Geschenke aufmachen darf. So packen nicht alle gleichzeitig aus und man bekommt die Freude des Beschenkten bewusster mit. Eine weitere Möglichkeit ist es, seine Geschenke zu erspielen.

In meiner Familie haben wir uns im letzten Jahr unsere Geschenke erwürfelt. Das war sogar noch mit einem Rätsel verbunden, denn auf jedem Geschenk klebte ein Spruch. Dieser passte zu der Person, für die das Geschenk bestimmt war. Wer ein Geschenk erwürfelte, musste erraten, für wen das Geschenk war und es dieser Person hinlegen. Ob das Geschenk wirklich für den Betreffenden war, wurde erst nach dem Auspacken enthüllt.

Wer Würfeln nicht mag, kann andere Möglichkeiten finden, sich die Geschenke zu erspielen. Warum nicht ein Ratespiel für die ganze Familie veranstalten oder gemeinsam Black Stories lösen? Oder man notiert verschiedene Weihnachtsbegriffe und die einzelnen Familienmitglieder müssen diese malen, erklären oder vorspielen. Wer einen Begriff errät, darf auspacken.

Grillfest statt Weihnachtsgans

Weihnachten hängt ja nicht allein davon ab, wie man die Bescherung gestaltet oder wo und mit wem man feiert. Die Weihnachtsfeier lässt sich auch noch mit anderen Mitteln aufpeppen. Wie wäre es damit, Weihnachten als bunten Abend zu gestalten, zu dem jedes Familienmitglied einen Programmpunkt beiträgt? Auch die Weihnachtsgeschichte muss nicht jedes Mal so vorgelesen werden, wie sie in Lukas 2,1-20 festgehalten ist. Man kann sie auch als Rollenspiel lesen, frei nacherzählen oder ein kleines Theaterstück daraus machen.

Nicht zuletzt hat auch ein internationales Weihnachtsfest seinen Reiz. Entweder man übernimmt gezielt Traditionen aus einem bestimmten Land oder man mischt Traditionen aus mehreren Ländern und feiert so ein internationales Fest. Beides kann Spaß machen und Kindern aufzeigen, wie unterschiedlich Weihnachten in anderen Ländern gefeiert wird. Experimentierfreudige können Weihnachten auch mal als Grillfeier begehen statt immer das traditionelle Familienweihnachtsessen auf den Tisch zu bringen. Hier muss aber natürlich das Wetter mitspielen: Bei Schnee und Minusgraden macht Grillen aber nur Hartgesottenen Spaß.

Letztlich gilt aber bei allen Ideen, Weihnachten mal anders zu feiern: Probieren geht über studieren. Manchmal muss man einfach mal austesten, was zur eigenen Familie passt. Was dann nicht gefällt, wird im nächsten Jahr einfach nicht mehr gemacht. Aber vielleicht ergeben sich aus einem „Weihnachten mal anders“ ja auch ganz eigene, neue Weihnachtstraditionen.


Kommentare

Von Andy aus Mannheim am .

Wir haben gestern tatsächlich bei unseren Nachbarn mit mehreren Personen gegrillt. Dazu muss man nicht hartgesotten sein. Die Vorspeise (Scampis und Jakobsmuscheln vom Grill) und Glühwein und einen "Krabbelsack" (auch Wichteln genannt) gab es draußen. Den Hauptgang (Gans vom Grill - ein Gedicht- , Rotkraut, Blumenkohl, Knödel, Salat) gab es drinnen. Es war ein wunderbarer Abend und ich danke unseren Nachbarn für die Mühe, die sie sich gemacht haben. So sehen sich manche Menschen wenigstens mehr

Von Thomas aus Mähren am .

Meine Reaktion brauchen Sie nicht zu veröffentlichen. Ich fand es lustig, wie von den Hartgesottenen die Rede war. Ich bin ein Winterschwimmer und lasse auch am Heiligen Abend das Schwimmen im Freien bei Minusgraden nicht aus. Allerdings ist das Winterschwimmen nur sehr individuell und für ein weihnachtliches Alternativprogramm genauso ungeeignet wie das Grillfest im Freien, trotz des erwarteten Temperaturanstiegs auf 5C. Jedoch werde ich versuchen, meine Familie zu einem weihnachtlichen mehr

Von Petra H. am .

Der Artikel gibt ja schöne Ideen weiter. Einiges davon haben wir als Familie immer mal wieder ausprobiert. Mein Mann und ich überlegen in der Adventszeit die Choreographie des Heilig Abend und haben z.B. als neues Element mit unseren inzwischen erwachsenen Kindern einen Fackelspaziergang zu einem nahegelegenen, wunderschönen Aussichtspunkt eingeplant.Dort werden dann beim Betrachten der Aussicht Weihnachtslieder gesungen und auch die sonst nicht so Sangesfreudigen trauen sich in der Dunkelheit, mehr

Von Jesusfan am .

Allerbeste für die Seele, von Rebecca Tipp:
Anderen Freude schenken.
Zunächst lässt sich Weihnachten auch einmal ganz woanders feiern. Dafür muss man nicht gleich einen Flug in die Karibik buchen. Wieso nicht als Kirche oder Gemeinde das Weihnachtsfest gemeinsam im Gemeindesaal begehen? Eine andere Möglichkeit ist, gezielt Menschen in einer Notlage zu besuchen. Man kann eine Weihnachtsfeier in einer Obdachlosenunterkunft oder einem Asylbewerberheim veranstalten. Oder man geht in ein Gefängnis oder ein Krankenhaus, um dort zu singen oder Plätzchen zu verteilen.

Von Gudrun am .

Was mir auch gefällt ist, alte Traditionen übernehmen und Neues, Eigenes dazüfügen.

Von Michael S. am .

Liebe Rebecca Theis
Von den Vorschlägen, Weihnachten mal anders zu feiern, nehme ich als alleinstehender Mensch den ersten Vorschlag wahr und feiere in einer Gemeinde gemeinsam mit anderen Menschen am Heiligen Abend.
Gegen viele der anderen Vorschläge sträube ich mich gewaltig.
Wieso????
Nichts gegen andere Länder und ihre Sitten und Gebräuche. Aber bekommen wir nicht schon genug Mist aus Amerika hierüber, den wir nachäffen? Bunte Weihnachtsbeleuchtung, englische Weihnachtslieder wie Jingle mehr


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