Buchrezension

Ritter des Ku-Klux-Klan

Autorin Damaris Kofmehl beschreibt in ihrem neusten Roman den Auf- und Ausstieg des Klanführes Richard C. Harris.

Außenseitertypen gelten als anfällig für starke Organisationen, d.h. Bewegungen, die besonders hierarchisch organisiert und ideologisch geprägt sind. Hier finden sie Anschluss in der Gruppe von Gleichgesinnten und können sich hocharbeiten. So gesehen gleicht das aktuelle Buch der Schweizer Autorin Damaris Kofmehl einem sich ständig wiederholenden klischeehaften Stereotyp: Richard C. Harrys, klein, schmächtig, unbedeutend, Außenseiter und in der Familie verkannt, kommt scheinbar zufällig mit einem Flugblatt des Ku-Klux-Klan in Berührung.

Damit beginnt seine steile Karriere in einer menschenverachtenden Geheimorganisation. Mit 18 Jahren ist er der Großdrache,  d.h. Klanführer, des US-Bundesstaates Indiana.  Er steht unter dem sogenannten "Fluch", der Verbindung von Rassismus und dem Nährboden der Sklaverei, wie er seit der Gründerzeit bis in die späten 60er Jahre in den Vereinigten Staaten noch sehr massiv möglich war. Viele der weißen Siedler, die sich das Land ab ca. 1820 zu Eigen gemacht hatten, interpretierten 1. Mose 9,25 rassistisch, vor allem im Hinblick auf Menschen mit dunkler Hautfarbe. Sie gingen davon aus, dass der in diesem Text ausgesprochene Fluch über Kanaan den Afrikanern galt, und legitimierten so deren Unterdrückung. Diese Einstellung hielt sich hartnäckig in der Geschichte vieler amerikanischer Familien und wird in dem Buch als "Fluch" bezeichnet. Ein Fluch, dem man sich praktisch nicht entziehen kann, weil er einen packt und beherrscht: Ist ein Familienmitglied Rassist, oder Rassist gewesen, so kann sich der Fluch in der Familie fortsetzen - so heißt es zumindest innerhalb der Ku-Klux-Bewegung.

Doch Richard C. Harris kommt eines Tages mit der Bibel in Berührung und liest in ihr ohne jeglichen ideologischen Filter. Es kommt zum Bruch mit dem Klan und das Unmögliche geschieht: Richard C. Harries kann den Fluch durch die direkte Konfrontation mit dem Wort Gottes durchbrechen und findet den errettenden Glauben an Jesus Christus. Er kann sich aus den Fängen des Klans befreien und ein neues Leben beginnen. Eine starke Botschaft!

Gefahren extremistischer Verhaltensmuster

Damaris Kofmehl erzählt in Ritter des Ku-Klux-Klan eine spannende Geschichte aus der Perspektive des Hauptdarstellers,  welche auf einer wahren Begebenheit beruht. Immer wieder fügt die Autorin dabei historische Hintergrundinformationen ein. Wer sich für den Ku-Klux-Klan früher und heute interessiert, findet in Kofmehls Buch einige Informationen über dessen Anfänge, Entwicklung und wichtige Stationen. Die 300 Seiten des Buches reichen jedoch nicht aus, um jede Entscheidung Richards nachvollziehen zu können. So erscheint die Geschichte oft eher einfach und plakativ.

Wenn man das Buch allerdings auf sich wirken lässt und genauer hinsieht, so werden die Gefahren extremistischer Verhaltensmuster deutlich. Offenbar ist es recht einfach, Menschen, die in einer bestimmten Weise ticken, zu erkennen und zugunsten einer  Sache auszunutzen. Im Buch wird dies durch den Klan selbst deutlich, der sein potentielles Mitglied lange beobachtet und entsprechend ködert. Auch aktuelle Beispiele fallen dem Leser dazu ein: Etwa die Mitgliederwerbung der Neonazis, oder Manipulation von Nutzern auf Facebook sowie der ganze Bereich des Social Engineering, wo Menschen Geheimnisse durch geschickte Fragestellungen entlockt werden können.

Das Buch dient auch als warnendes Beispiel für die Gefahr, der man sich aussetzt, sobald man bemüht ist, sich aus solchen Verstrickungen wieder zu befreien. Besonders deutlich wird dies am Ende der Geschichte von Richard C. Harris. Hier zeigt sich, dass einen die Vergangenheit schnell wieder einholen kann. Kofmehl sagt deshalb sehr richtig, dass man gewisse Türen nicht wieder aufstoßen sollte, wenn sie einmal geschlossen sind.

Nach der Lektüre des Buches ist einem allerdings klar, dass es noch besser ist, manche Türen gar nicht erst zu öffnen - egal welchen Namen und welche Farbe der Extremismus hat, der sich hinter der Tür verbirgt. Dafür sensibilisiert diese Geschichte auf sehr schlichte und anschauliche Weise. Damaris Kofmehl hat hier ein Buch geschrieben, das nachdenklich stimmt und in unsere Zeit passt, in der extremistische Gruppierungen wieder häufiger aufzutreten scheinen.
 


Kommentare

Von harry P. am .

Noch zu Erwähnen wäre der grösste u mächtigste Geheimbund,die Freimaurer.Sie sind wirklich überall,Partein,Kirche usw.Denn
Sie lieben Wohlstand und Wohltätigkeit.

Von Regenbogen am .

Ich dachte mir immer der Klan, wie im Fernsehen dargestellt, verbrennt Kreuze. Das ist aber nicht richtig, der Klan erleuchtet das Kreuz. Für mich ist es eine Kunst, so etwas überhaupt hinzubekommen. Erfunden haben das die Schotten, im Widerstand. Ich habe mir die Internetseite des Klans in Deutschland durchgelesen, obwohl das verboten sein soll. In Deutschland sollte ich wohl lesen dürfen, was ich möchte? Ich fand es eher informativ und sehr sachlich und nicht hetzerisch oder gar beleidigend. Auffällig war, das es keine Spendenaufrufe gab, wie sonst üblich.

Von Jaques LeMouche am .

Heute wird die unantastbare, zeitgeistige Ideologie durch die Grünen vertreten. Gemeint sind die Grünen aller Parteien im ökosozialistischen Blockparteien-System, mit Unterstützung willfähriger Medien, im Verbund mit Antifa-SA, Homo-, Pädo- und Abtreibungslobby. Jeder der einmal beim "Marsch für das Leben" teilgenommen hat, konnte sie kennenlernen - "hätt maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben" und andere menschen- und gottverachtende Parolen wurden in diesem Nebenkriegsschauplatzes "gegen rechts" ausgebreitet. Und auf wessen Seite stand Göring-Eckhart, die "mutige" Präses der EKD?

Von Jaques LeMouche am .

Es ist in der Tat augenfällig, dass spezifische Charaktere für totalitäre Ideologien besonders anfällig sind. Wenn sie den Absprung schaffen, dann ist das wirklich ein Geschenk Gottes. Das bestätigt jeder, der eine oder gar beide sozialistische Diktaturen Deutschlands erlebt hat - waren es doch gerade die größten Versager, die Außenseiter, Faulenzer, Eckensteher, die plötzlich mit Uniformen herumliefen und allein durch Linientreue Macht und Status erlangten. Noch einfacher gelingt dies, wenn mehr

Von Reverend Imperial Wizard am .

Der Klan lebt und war schon immer da. Ihr habt uns nur nicht bemerkt. Man sieht uns nicht-man hört uns nicht-und doch exzistieren wir. Wenn man nicht mit uns rechnet,dreh dich um und wir sind da.


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