ERF International

Ein Drogenboss wird Streetworker

Was märchenhaft klingt, ist Realität: Der Mafioso Carlos entscheidet sich für Jesus

Unfähig aufzustehen, liegt Carlos reglos auf dem Boden. Als der Unfall passiert, arbeitet er gerade alleine auf dem Feld. Niemand, nicht einmal einer seiner vierzig Leibwächter, ist in der Nähe, als er sich am Bein schwer verletzt. Nur mit größter Mühe schleppt er sich in ein nebenstehendes Gebäude, wo er hilflos am Boden liegen bleibt. Bei jeder kleinen Bewegung fließt Blut aus der Wunde.

Das Leben als Drogenboss

Carlos Yepes arbeitet auf seiner Kokainplantage in Kolumbien. Der Kokastrauch wächst hier, an den Osthängen der Anden, von Bolivien über Peru bis in seine Heimat Kolumbien. Ein Tee aus den Kokablättern ist in den Andenregionen ein beliebtes Getränk. Bloß: Der Verkauf von Teeblättern allein ist längst nicht so lukrativ wie der verbotene Handel mit reinem Kokain. Aus diesem Grund verlässt Carlos bereits mit 13 Jahren seinen Heimatort, um in den kolumbianischen Bergen im Drogengeschäft zu arbeiten.

Jahre später kennt sich der intelligente und belesene Mann bestens damit aus, Koka-Pflanzen anzubauen. Er stellt selbst Kokain her, indem er im eigenen Labor die Substanzen mischt. Nicht nur das – auch den Handel mit der verbotenen Droge beherrscht er einwandfrei. Bis zu viertausend Pferde und Esel und gut 500 Personen sind an manchen Tagen mit dem Verladen beschäftigt. Das führt zu einem Tagesgewinn über 100.000 Dollar. Der Preis dafür ist die ständige Gefahr aufzufliegen. 40 Leibwächter haben rund um die Uhr genug damit zu tun, Carlos zu schützen.

Als er sich vor einigen Jahren in den Bergen langweilt, findet er nur ein einziges Buch: die Bibel. Er liest sie und versteht die Botschaft. Ihm wird bewusst, dass sich einiges in seinem Leben ändern muss, wenn er das Gelesene ernst nehmen will. Doch möchte er wirklich Macht und Geld aufgeben? Er entscheidet sich dagegen.

Der radikale Schnitt

Nun liegt Carlos Yepes verletzt am Boden. An die Worte der Bibel denkt er nicht. Er schaut sich im Zimmer um und sieht ein kleines Radio. „Ich habe es eingeschaltet und eine christliche Radiostation gefunden. Ein Mann predigte. Es schien mir, als würde er mich persönlich ansprechen. Obwohl er weit weg war, sprach er von Dingen, die ich getan hatte, als kenne er mein Leben. Dann fragte er, ob jemand unter den Zuhörern dabei sei, der sich nach Rettung sehnte. In dieser Nacht, in der ich einsam und am Bein verletzt die Sendung hörte, habe ich mein Leben dem Herrn übergeben“ erzählt er.

Dieser Moment verändert sein Leben. „Ich habe mein Kokainlabor niedergebrannt und meinen Mitarbeiter mitgeteilt, dass ich nicht länger mit Drogen arbeiten werde“, erzählt Carlos.

Große Veränderungen

Sein ernsthafter Entschluss bringt Probleme mit sich: Carlos Yepes möchte einen Schnitt machen und seinen Lebensstil ändern. Dafür muss er seine alten Freunde hinter sich lassen. Aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen anderer Drogenhändler versteckt er sich acht Monate in den Bergen.

Doch bevor Carlos sich zurückzieht, will er noch eine Mission erfüllen: Seine Leibwächter an seiner Entscheidung teilnehmen lassen und ihnen erzählen, wie er Jesus kennengelernt hat und was dadurch in seinem Leben geschehen ist. Er spricht vor vierzig rauen Männern von Liebe und Vergebung. Die Botschaft ist klar und unmissverständlich. Dennoch hat er mit der Wirkung nicht in seinen kühnsten Träumen gerechnet: Jeder einzelne seiner Leibwächtern trifft an diesem Tag eine Entscheidung für Jesus. Fünfzehn von ihnen arbeiten heute im Pastorendienst.

Als Carlos einer paramilitärischen Einheit berichtet, was auf der Kokainplantage vorgefallen ist, nutzt er die Gelegenheit, um von seinem neuen Glauben zu erzählen. Einige seiner Zuhörer entscheiden sich ebenfalls für ein Leben mit Jesus. 

Der Wandel von Carlos Yepes ist eine von vielen Geschichten, die ihren Anfang mit einem Radioprogramm von TWR (Trans World Radio) genommen haben. Damit TWR, der internationale Partner vom ERF, Sendungen ausstrahlen kann, ist er auf Gebet und Spenden angewiesen.

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Das Leben als Streetworker

Kolumbien ist eines der Hauptanbauländer von Kokain und zählt zu den gefährlichsten Ländern der Welt. Carlos Yepes lebt inzwischen ohne Bodyguards, obwohl Mord und Entführung in diesem Land auf der Tagesordnung stehen. Auch das Arbeitsgebiet des ehemaligen Rauschgifthändlers hat sich verändert. Er, der viele Jahre ein bekannter Drogenboss war, ist jetzt Pastor. Er arbeitet gemeinsam mit seiner Frau  in einer Gegend, in der unzählige junge Menschen weder Familie noch Halt im Leben haben. Die Teenager verdienen ihren Unterhalt durch Prostitution und Drogengeschäfte. Alternativ dazu leben viele einsam auf der Straße. Carlos und seine Frau Janeth kämpfen unermüdlich darum, das zerstörte Leben der Jugendlichen wieder aufzubauen, indem sie täglich Hunderten von Kindern ein Frühstück anbieten und sie beim Lernen unterstützen.

Seine Gelassenheit und Autorität haben ihm einen großen Respekt bei den Jugendlichen verschafft. Ständig wird er von Jugendlichen angesprochen. Jugendliche, die sich sonst von niemanden etwas sagen lassen, hören ihm aufmerksam zu. Aus dem erfolgreichen Drogenboss wird ein barmherziger Streetworker. So verändert Gott Menschen.


Kommentare

Von Fredi K am .

Sagenhaftes Gottes-Wirken in Kolumbien
;durch einen Drogenboss!Sehnlichst erwarte ich solche Gottes-Wunder hier in der Schweiz/und ganz Europa.
Fredi K

Von Thorsten am .

Echt beeindruckend! Was Gott und von ihm veränderte Menschen bewirken können. Vielen Dank für den Beitrag!

Von Udo F am .

Der Bericht über Carlos Yepes hat mich überaus ermutigt. Dass Jesus in vielen noch siegt, wie auch in mir darüber freue ich mich täglich. Liebe Grüße, Udo

Von Heulsuse am .

Ich gebe zu: Ich habe geweint, als ich diese Zeilen gelesen habe. Vermutlich deshalb, weil an diesen markanten Lebensberichten deutlich wird, dass ein Leben ohne Jesus qualitativ gar kein Leben ist - und doch müssen wir es aushalten, in einem Umfeld zu leben, wo Glaubensfragen relativiert und beliebig verwässert werden.


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