Beitrag zum Muttertag Lesezeit: ~ 5 min

"Umtausch ausgeschlossen!"

Kinder kosten Nerven, Zeit und Geld. Sechs Eltern verraten, warum es sich trotzdem lohnt, eine Familie zu haben.

Ehepaar Meißner (links) mit Familie (Bild: privat)

Kinder zu bekommen ist nicht vernünftig: Sie schränken die Freiheit ein, kosten die Eltern Kraft, Geld und jede Menge Nerven.  Wir waren jung und „unvernünftig“ - nahmen das Mädchen und die vier Jungs, wie sie kamen: Mit vollen Windeln und herzhaftem Lachen, nächtlichem Fieber und Kuschelumarmungen am Sonntagmorgen im Bett. Heute sind unsere Kinder teils auch schon Eltern, geben Empfangenes weiter. Und manchmal auch zurück…

Im Rückblick würde ich sagen: Unsere Kinder haben unser Leben unwahrscheinlich bereichert, uns neue Horizonte geöffnet, Wärme und Unbekümmertheit geschenkt und Trost in schwierigen Zeiten eingefordert und gerne bekommen. Wenn ich jetzt manchmal von der Arbeit nach Hause komme und vor der Wohnungstür diese kleinen Schühchen sehe, dann weiß ich, dass es einen kreativen Abend mit dem Enkelkind geben wird – der Reichtum hat wieder eine Generation gewechselt…

Andreas und Brita Meißner (Baden Württemberg)


Ehepaar K. mit ihren Töchtern (Bild: privat)

Wir wollten als Ehepaar Kinder, auch wenn wir nicht von vornherein wussten, wie viele. Was uns an unseren Töchtern Freude macht, ist nichts Spektakuläres. Es ist eher der Alltag mit ihnen, der etwas Besonderes ist:  Die kleinen Gesten, die zeigen,  dass man sich gegenseitig mag, das Miteinander auskommen (müssen) und die gemeinsamen Planungen. Ein ehemaliger Professor meiner Frau hat gesagt: „Kinder sind das Salz im Leben.“ Der Mensch ist dafür gemacht, Kinder zu haben. Da wäre es seltsam, wenn man an ihnen keine Freude hätte.

Wir haben uns auch nicht groß überlegt, dass wir durch die Kinder irgendwelchen Einschränkungen unterliegen würden. Das weiß man. Der Wunsch Kinder zu haben, steht stärker im Vordergrund als der Gedanke: Wenn ich Kinder habe, muss ich mich einschränken und kann mir nicht mehr dauernd die neuesten Sachen kaufen. Das ist ähnlich, wie wenn man sich ein Haus kauft. Da kann man sich eine Zeitlang auch nicht mehr alles leisten. Wenn man weiß, was man im Leben will, gehört es manchmal auch dazu, dass man sich für seine Ziele einschränken muss. Das ist normal.

Oliver K. (Hessen)


 Barbara Th. mit ihrer Tochter (bild: privat)

Wenn man junge Eltern bittet, zu erklären, warum es sich lohnt, Kinder zu haben, kommt fast immer die Standard-Antwort: Zuerst werden allerlei mühsame Dinge aufgezählt wie schlaflose Nächte, Windeln wechseln, tonnenweise Wäsche waschen, keine Freizeit mehr. Und dann kommt der Satz: „Aber wenn das Kind einen einmal anlächelt, dann ist das alles wieder vergessen!“ Diese Antwort ist gut, denn sie stimmt – bei einem Neugeborenen. Sobald der Nachwuchs einmal dreijährig ist, also mitten in der Trotzphase, dann reicht ein Lächeln bei Weitem nicht mehr, um alles aufzuwiegen, was er angestellt hat. Aber dann kann das Kind ja auch schon mehr als lächeln. Eine Umarmung mit den Worten „Ich habe Dich sooooo fest lieb, Mami!“ ersetzt das Lächeln - und die etwas abgewandelte Antwort stimmt wieder.

Nein, ernsthaft. Ich finde es wunderbar, Mutter zu sein. Durch meine Tochter lerne ich so Vieles – eine neue Sichtweise der Welt und auch, was echter, kindlicher Glaube bedeutet. Ich bin Theologin, aber in vielen Bereichen des Glaubens ist sie mir weit voraus! Es ist schön, von der neuen Generation lernen und gleichzeitig Wissen und Erfahrungswerte weitergeben zu dürfen!

Barbara Th. (Schweiz)


Ehepaar Kuhn (2. Paar v. links) mit Familie (Bild: privat)

Am Anfang unserer Ehe hätte ich mir auch vorstellen können keine Kinder zu bekommen, verhindern wollte ich es allerdings auch nicht. Als sich das Erste anmeldete, war mir klar, dass ich dann gleich mehrere Kinder haben möchte. Ich habe darauf vertraut, dass Gott auch die Versorgung übernehmen wird, wenn er  uns Nachwuchs schenkt. Inzwischen sind unsere fünf Kinder erwachsen und fast alle haben ihr Studium oder die Ausbildung abgeschlossen. Wir hatten nie wirklich Mangel. Sicher waren Markenklamotten und anderer Luxus nur beschränkt möglich. Rechnerisch hätte es nie aufgehen können mit allen Ausgaben und dem Zehnten des Bruttogehaltes, den wir für Spenden eingeplant haben. Aber Gott hat scheinbar ein anderes mathematisches System.

Mein Fazit zum Thema: Ich bin reich beschenkt mit den Kindern und vielem Andern, und ich würde es wieder genauso machen, wenn ich nochmals neu starten könnte.

Jörg Kuhn (Hessen)


Doro Zachmann (Mitte oben) mit Familie (Bild: privat)

Ohne meinen Mann und unsere inzwischen vier erwachsenen Kinder hätte ich in der Tat wohl ein ganz anders Leben: sicherlich viel entspannter, ruhiger, preisgünstiger, mit mehr Zeit für mich und deutlich kleineren Wäschebergen. Ich müsste nicht ständig irgendetwas Ausgeliehenes suchen, Lieblingsschal, Pickelabdeckstift und Auto nicht mit meinen Töchtern teilen, mich nicht mehr über nachwürzende Männer ärgern, denen mein gekochtes Essen grundsätzlich zu wenig scharf und salzig ist. Zugegeben: Das hätte schon was!

Aber ohne meine Liebsten wäre mein Leben wohl deutlich ärmer, langweiliger, eintöniger und vorherbestimmter. Und das Schlimmste: Ich würde mich dann wohl hauptsächlich um mich selber drehen. Nein Danke! Meine Familie ist mir Halt und Freude, Geben und Nehmen, Abenteuer sowie Herausforderung und alltägliche Chance, im Herzen weiter zu wachsen. Mein Fazit zum Thema: Familie vom Umtausch ausgeschlossen!

Doro Zachmann (Baden Württemberg)


Ehepaar Odrich mit ihren Zwillingen (Bild: privat)

Unsere Zwillinge sind 15 Monate alt. Jetzt fangen sie richtig an, die Welt zu entdecken. Jeder Grashalm, jeder Stein, jeder Regentropfen, jede Katze, jedes Stück Apfel - alles wird mit einem begeisterten "Da!" kommentiert. Immer wieder stelle ich fest: All die Dinge, die für mich als Erwachsene zum normalen Alltag gehören, sind für meine Kinder etwas ganz Neues, ganz Spannendes. Kinder zu haben öffnet mir auf neue Weise die Augen dafür, was für ein großes Geschenk all die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten des Lebens sind.

Außerdem beginnt jetzt auch das Alter, in dem von den Kindern schon viel Liebe zurückkommt. Es ist so schön, morgens an die Bettchen zu kommen und von zwei lachenden Kindern begrüßt zu werden. Es ist unheimlich süß, wenn unsere Tochter irgendwo in der Wohnung einen "Schatz" findet und ihn mir mit einem strahlenden Gesicht und einem "Bitte" in die Hand drückt. Genauso süß ist es, wenn unser Sohn beim Essen ein Stück Kartoffel von seinem Teller nimmt und uns damit füttern möchte. Mir geht das Herz auf, wenn beide Kinder vor Freude glucksen, weil sie in der Badewanne planschen dürfen. Oder wenn sie sich nach einem langen Tag abends an uns schmiegen und noch einen Moment kuscheln möchten, bevor wir sie ins Bett legen. All diese Momente lassen dann auch mal vergessen, dass die letzte Nacht kurz war, sämtliche Tupperdosen, Schuhe und Bücher irgendwo in der gesamten Wohnung verteilt sind oder man sich abends wie eine "Nein"-Maschine vorkommt. Kinder sind ein großes Geschenk, und gleich zwei auf einmal haben zu dürfen, erst recht.

Manuela Odrich (Hessen)


Weitere Artikel und Links zum Thema:

Der Bär aus Papier - Gedanken einer Mutter

Leben ohne Kinder - ein Kommentar

Team.F - weil jeder ein Zuhause braucht. Christliche Ehe- und Familienseminare.

 


Kommentare

Von andreasm am .

Zum Thema Versorgung, wenn frau nicht mehr arbeiten geht und ihre Zeit für Kinder einsetzt fällt mir immer der Spruch einer alten Christin aus Berlin ein. Die sagte oft:
"Gibt Gott ein Häschen,
gibt er auch ein Gräschen".
recht einfach ausgedrückt - aber es stimmt!


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