Buchrezension

Wenn Zurückblicken sich lohnt

Hartmut Bärend gewährt einen Blick in die Geschichte der kirchlichen Volkmission und zeigt, was Gemeinden heute davon lernen können.

In den letzten eineinhalb Jahrzehnten entdeckten viele Verantwortliche in Kirchen und Gemeinden endlich wieder den Wert der Mission. Es hat lange gedauert. Aber noch immer stehen manche Kirchenleitungen und zu viele Pfarrer und Pfarrerinnen der Mission im eigenen Land ablehnend oder zumindest abwartend gegenüber. Seit über 150 Jahren gibt es bereits „volksmissionarische“ Bemühungen. Aber erst seit der Synode der EKD in Leipzig 1999 müssen sich kirchliche Mitarbeiter nicht mehr entschuldigen, wenn sie davon sprechen, dass die Kirche missionieren muss, wenn sie ihrem Auftrag gerecht werden soll. „Wenn Mission und Evangelisation nicht Sache der ganzen Kirche ist oder wieder wird, dann ist etwas mit dem Herzschlag der Kirche nicht in Ordnung.“, so Eberhard Jüngel.

Wie der Blick zurück die Gemeinde nach vorne bringt

Hartmut Bärend

Neukirchner Aussaat

250 Seiten

14,90 Euro

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(Neukirchner Aussaat)

Das Zusammenspiel von Kirche und Mission in der Vergangenheit

Der Begründer der „Inneren Mission“, Johann Hinrich Wichern (1808–1881), und nach ihm immer wieder einzelne Vorkämpfer setzten sich ein für „Mission am eigenen Volk“. Missionarische und evangelistische Initiativen entstanden. Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte die Volksmission ihre Blütezeit. In den 30er Jahren und in der Zeit des Zweiten Weltkriegs gab es unterschiedliche Entwicklungen. Unklar war immer wieder das Verhältnis zur Amtskirche. Michael Herbst begrüßt in einem Geleitwort, dass Hartmut Bärend berichtet, „wie Kirche und Mission ... miteinander verwoben, auseinandergetrieben, wieder zueinander gezogen, miteinander unterwegs, füreinander hilfreich, miteinander im Streit, am Ende immer wieder fest verbunden sind.“ Der Autor war von 1998 bis 2007 Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste in der EKD.

Für wen sich das Buch lohnt

Pfarrer, die den Auf- und Ausbau ihrer Gemeinde wollen, kirchliche Mitarbeiter, Männer und Frauen im evangelistischen Dienst und Menschen, denen das Leben der Kirche am Herzen liegt, werden dieses Buch mit Gewinn lesen. Mich überrascht die Fülle der geschichtlichen Aussagen einschließlich der Vorgänge in der Hitlerzeit, der Aufbauarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg und die geschichtliche Entwicklung aus der jüngsten Vergangenheit wie der „Lausanner Bewegung“, „ProChrist“ und „Willow Creek“. Ich habe dieses Buch mit Gewinn gelesen, obwohl mir manche Entwicklungen und Aktivitäten vom eigenen Dienst bekannt sind. Das Buch von Hartmut Bärend verdient viele aufgeschlossene Leser und  eine weite Verbreitung.

 


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