Die Jesus-Spur

Ein Gouverneur findet Gott

Lewis Wallace hatte einige Berufe. Sein größter Erfolg aber war der Roman Ben Hur, der von einem Leben mit einer krassen Wende berichtet.

Geboren wurde Lewis Wallace am 10. April 1827 in Brookville (Indiana). Seine Eltern waren bekannt in der Stadt. Sein Vater David als Absolvent der US-Militärakademie in West Point und als Vizegouverneur von Indiana, seine Mutter Esther als Frauenrechtlerin.

Eine steile Karriere
Seine Kindheit war trotzdem alles andere als leicht. Als Lewis fünf Jahre alt war, zog die Familie nach Covington um. Dabei starb Lewis jüngerer Bruder John an Scharlach. Zwei Jahre später verstarb auch seine Mutter. Eine Nachbarin, Mrs. Hawkins, nahm Lewis und seine zwei Brüder für einige Zeit bei sich auf, kurz danach zogen sie nach Indianapolis um, da Lewis Vater zum Gouverneur gewählt wurde.

Lewis entschied sich, mit seinem älteren Bruder Jura zu studieren. In dieser Zeit begann allerdings der Mexico-Krieg und er musste das Studium unterbrechen. Er diente als First Lieutenant und war so erfolgreich, dass er bis zum Generalmajor Karriere machte. 1851 wurde er zudem in den ersten Kongress des Distrikts gewählt, fünf Jahre später gar in den Senat von Indiana .

Der große Traum
Doch der berufliche Erfolg war für ihn nicht alles. Die für Lewis größte Wende seines Lebens geschah aufgrund seines großen Hobbys: das Schreiben. Zwanzig Jahre recherchierte und schrieb er an dem Buch „The Fair God“, das sich um die Eroberung Mexikos dreht. 1873 erfüllte er sich seinen Traum und veröffentlichte das Buch. Da es sich ganz gut verkaufte, wollte Lewis einen weiteren Roman schreiben.

Auf das passende Thema stieß er durch eine Reise mit einem überzeugten Atheisten, der sich lautstark über Gott und den Glauben der Christen lustig machte. Lewis glaubte ebenfalls an keinen Gott und wollte daraufhin ein Buch schreiben, das belegte, dass es Gott nicht geben könne. Er recherchierte, forschte und fing an zu schreiben. Je mehr er sich aber mit dem Thema beschäftigte, desto mehr kamen ihm Zweifel an seinem Vorhaben. Irgendwann war Lewis überzeugt, dass er völlig falsch lag.

Der entscheidende Wendepunkt
Vor allem das Matthäus-Evangelium beeindruckte ihn so sehr, dass er eines Nachts betend vor seinem Bett kniete und nicht länger leugnen konnte, dass Jesus Christus wirklich gelebt hatte, gekreuzigt wurde und auferstanden ist. Er wandte sich dem christlichen Glauben zu – was ihn nicht daran hinderte, ein weiteres Buch zu schreiben: Ben Hur.

Das Buch erzählt die Geschichte des Aristokratensohnes Ben Hur und seines Freundes Messala, die zu erbitternden Feinden werden. Ein großes Wagenrennen in Jerusalem wird zum mörderischen Zweikampf zwischen den ehemaligen Freunden. Messala stirbt und Ben Hur siegt. Als Ben Hur die Kreuzigung Jesu auf dem Berg Golgatha miterlebt, wird das der entscheidende Wendepunkt seines Lebens. Fortan lässt Ben Hur seine Hass und Rache hinter sich und nimmt die Liebe Jesu zu ihm an. Damit hat der Roman stark autobiographische Züge: In Ben Hurs Leben spiegelt sich die Veränderung wieder, die Lewis Wallace selbst erlebt hat.

Ein Klassiker mit 11 Oscars
Der Roman wurde 1880 veröffentlicht und wurde äußerst populär. Nur die Bibel wurde seinerzeit noch öfter gedruckt. Viele Jahre später wurde der Buch-Erfolg auch zum Film-Erfolg. Die Ben Hur-Verfilmung von William Wyler aus dem Jahr 1959 mit Charlton Heston in der Hauptrolle gewann 11 Oscars und gilt bis heute als einer der größten Klassiker des Monumentalfilms.

Das alles hat Lewis Wallace nicht mehr erlebt. Er starb am 15. Februar 1905 in seinem Haus in Crawfordsville, wahrscheinlich an Krebs. Sein großes Werk „Ben Hur“ erinnert uns bis heute an die große Spur, die Jesus in seinem Leben hinterlassen hat.


Mehr zum Thema christlicher Glaube und Kultur: http://www.die-jesus-spur.de/
 


Kommentare

Von Joachim Knoll am .

Wow, Sie machen mich neugierig auf das Leben dieses Menschen. Es gibt wohl verschiedene Wege zu Jesus. Bei L.W. war es die Recherche. Aber was ist das jetzt mit dem Gouverneur?
Allo hob, ich recherchiere selbst.
Danke


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