Facebook & Co

Wie Singles gesund mit Medien umgehen

Im Rahmen der Sendereihe „Forum Single“, gibt die Medienpädagogin Julia Brinkmann Tipps für den richtigen Umgang mit Facebook.

Die Medienpädagogin  Julia Brinkmann (Hamburg) hat vor der zeitlich unebschränkten Nutzung des sozialen Netzwerks Facebook gewarnt. Die Medienkunde-Lehrerin erklärt im Rahmen der Sendereihe „Forum Single“ auf ERF Radio, dass Nutzer, die mehr Zeit in virtuelle als in reale Kontakte investieren, Gefahr laufen, sich von der realen Welt zunehmend zu isolieren. Sie investieren viele Stunden in Facebook und merken oft nicht, „dass sie einfach nur beschäftigt sind, ohne etwas davon zu haben.“.

Ursprünglich nutzte die Hamburgerin ihr Facebook-Profil „aus medienpädagogischen Gründen“, um die Gefahren der Plattform offenzulegen. Mittlerweile profitiert sie selbst von den Vorteilen des sozialen Netzwerkes. Die weltweite Verlinkung ermöglicht nicht nur mit Bekannten aus der Nähe sondern auch sonst unerreichbaren Freunden Kontakt zu halten. Natürlich kann man selbst viele Freunde finden, allerdings erreichen einen oft selbst viele Freundschaftsanfragen von überall. Hier ist es wichtig den Überblick zu behalten und zu überlegen, wessen Anfrage man annimmt und welche Kontakte besser „ignoriert“ werden sollten. Die Medienpädagogin rät, nur da Freundschaften zu schließen, wo im realen Leben bereits eine Verbindung besteht. Der „persönliche Kontakt“ hat für sie höchste Priorität.

Kontakte weltweit
Julia Brinkmann warnt vor stundenlangem Zeitvertreib auf Facebook. „Ich muss aufpassen, dass ich mich nicht verrenne, in Profilbildern von Leuten, die ich gar nicht kenne.“, gesteht sie gegenüber dem ERF. Weiter erklärt Brinkmann, dass man „mit tausenden Informationen“ bombardiert wird. „Die meisten [User] gehen stundenlang durch diese Informationen durch und merken nicht, dass sie einfach nur beschäftigt sind, ohne etwas davon zu haben.“ Investiert der Nutzer mehr Zeit in virtuelle als in reale Kontakte, so läuft er Gefahr sich von der realen Welt zunehmend zu isolieren.

Trotzdem bleibt die Pädagogin dabei: „Facebook - wie alle anderen sozialen Netzwerke - ist eine gute Möglichkeit zu kommunizieren.“. Es sei eine gute Möglichkeit für Menschen, wieder in Kontakt zu kommen. Jedoch darf dabei „die Wertschätzung des Menschen am anderen Ende“ nicht verloren gehen. Heutzutage ist Facebook kein Jahrbuch im persönlichen Rahmen, wie es ursprünglich gedacht war. Man könne Kontakte weltweit pflegen, erklärt Brinkmann, „und das ist auch empfehlenswert.“.

Der jüngste Milliardär
Facebook hat das Internet blitzartig erobert und ist mit über 500 Millionen Nutzern die größte Kontaktwebsite weltweit. Alte Kontakte pflegen und neue Freundschaften mit einem Mausklick knüpfen sind nur eine Auswahl von Funktionen, die das soziale Netzwerk anbietet. Nach nur 6 Jahren Erfolgsgeschichte, wurde der Gründer, Mark Zuckerberg, zum jüngsten Milliardär der Welt.

Der ganze Beitrag mit Julia Brinkmann wird heute Abend um 21:30 Uhr in ERF Radio gesendet. (Wdh. 14.09.10, 11:15)

Als Student der Harvard University, suchte der damals 19-jährige nach einer Möglichkeit, den Kontakt mit seinen Studienkollegen aufrecht zu erhalten. Ein Online-Jahrbuch schien die Lösung für seine Idee. Wie bei einer Druckversion, kann der Nutzer ein persönliches Profil erstellen. Darüber hinaus ist er in der Lage, Kontakte zu knüpfen und das Profil zu aktualisieren. Zuckerberg stellte sein Facebook, zu Deutsch „Jahrbuch“, 2004 online.

Den Rest erledigte das Internet von selbst. Zuerst wurden andere Hochschulen und Universitäten auf das soziale Netzwerk aufmerksam. Bereits nach drei Jahren gelangte Facebook nach Deutschland. Inzwischen ist die Community in sechs Sprachen übersetzt und in über 70 Ländern verbreitet.