Rezension

"Anna will nicht geküsst werden"

Kinder müssen lernen, Nein zu sagen. Nur wie? Ein Kinderbuch zeigt spielerisch neue Wege auf.

Die kleine Anna liebt ihre Mutter sehr, aber die ständigen Küsse findet sie ganz schrecklich. Doch irgendwie scheint ihre Lage aussichtslos: Bittet Anna ihre Mutter, mit dem Küssen aufzuhören, ist diese todtraurig. Zeigt sie ihrer Mutter ihre Liebe, wird sie sofort wieder abgeknutscht. Verzweifelt sucht Anna nach einer Lösung und hat plötzlich eine geniale Idee.

Dieses liebevoll gestaltete Kinderbuch von Nadine Monfils wirkt auf den ersten Blick wie ein ‚normales’ Kinderbuch, doch es bietet viel mehr. Das Buch will Kindern auf spielerische Weise vermitteln, dass sie ihre eigenen Grenzen setzen dürfen und aussprechen sollen, wenn sie sich in ihrer Privatsphäre gestört fühlen.

Bild: Brunnen Verlag

Anna will nicht geküsst werden.
Nadine Monfils und Claude K. Dubois
Brunnen Verlag
32 S.
11,95 EUR

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Verschiedene Studien gehen davon aus, dass circa 20% aller Mädchen und 16% aller Jungen im Laufe ihres Lebens von sexuellem Missbrauch betroffen sind. Täter sind meist Familienangehörige oder Personen, die ein Vertrauensverhältnis zu dem Kind haben. Das hat zur Folge, dass die Kinder jahrelang schweigen oder sich nie zu Wort melden.

Um Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen, ist es für Eltern besonders wichtig, Prävention zu betreiben und ihren Kindern beizubringen, Nein zu sagen. Das Buch bietet eine hilfreiche Grundlage für Eltern, das Gespräch mit ihren Kindern zu suchen und deren Selbstvertrauen aufzubauen. Es soll den Kindern helfen, auf ihr Gefühl zu hören, sich zu wehren und zu lernen: Dein Körper gehört dir! Gleichzeitig sensibilisiert es Eltern, hellhörig zu werden und die Wünsche und Probleme ihrer Kinder ernst zu nehmen.

Der Autorin Nadine Monfils gelingt es, dieses für Erwachsene sehr ernste Thema spielend leicht für Kinder zugänglich zu machen. Sie schreibt auf eine kindliche, frische Art und Weise, die für Kinder ab 3 Jahren sehr gut geeignet ist. Die lustigen Illustrationen bringen Leichtigkeit in die Geschichte und verdeutlichen kindgerecht das Geschriebene.
 


Kommentare

Von simone am .

Da muss ich Herr Schneider Recht geben. Zuerst ist es ja eindeutig, dass Kinder auch nein zum Küssen sagen dürfen. Aber was hat dies mit sexuellem Missbrauch zu tun?

Von Bernd Schneider am .

Auch dieser Artikel ist ein Ausdruck dafür, dass wir in einer hysterischen Gesellschaft leben: wie anders soll ich mir erklären, dass zugegeben nervige Küsse der Mutter in einen Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch gestellt werden? Als Lehrer kann ich nur immer wieder sagen: lassen wir doch die Kinder in Ruhe, sowohl mit Küsserei als auch mit solchen Belehrungs- Büchern.
Ich empfehle als Lektüre Kinderbibel, Andersens Märchen, "der Schlunz" und andere Sachen, welche die Kinder nicht dauernd belehren wollen.


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