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Webtipps des Monats

Tanzen in Auschwitz, kostenloses Parken inklusive Selbstvertrauen und ein ganz besonderer Held - die Webtipps des Monats

Die GEZ hat keinen guten Ruf in Deutschland – von „notwendiges Übel“ bis „modernes Raubrittertum“ reichen die Empfindungen bei Heimsuchungen durch die öffentlich-rechtlichen Kontrolleure. Die schwedischen Kollegen zeigen (auf Englisch), wie man so ein Image aufpoliert: Unter en.tackfilm.se kann man ein beliebiges digitales Portraitfoto von sich selbst (oder Kollegen, Freunden, Familienangehörigen) hochladen. Das wird vom Server des Anbieters innerhalb weniger Minuten in ein Imagevideo für die schwedische GEZ eingebaut und steht dann kostenlos als Flash-Video zum Ansehen und Weiter-Mailen bereit. Ich möchte inhaltlich nicht zu viel verraten – aber die Wirkung ist grandios. Unbedingt ausprobieren!

Tanzen in Auschwitz

Auf Spiegel Online berichtet  Henryk M. Broder über eine sehr bemerkenswerte Geschichte. Der Holocaust-Überlebende Adam Kohn kehrt Jahrzehnte nach den grausamen Verbrechen der Nazizeit an den Ort des Grauens und tiefster Unmenschlichkeit zurück um - zu tanzen. Der in Australien lebende Kohn wurde von seiner Tochter Jane Korman - einer Aktionskünstlerin zu dem Video animiert. Zusammen mit seinen Enkeln tanzt er an dem Ort des Grauens zu Gloria Gayners Überlebenshymne “I will survive”. Beim Anschauen fragt man sich zuerst: Darf man ein so fröhliches Video über ein so ernstes Thema machen? Muss das nicht pietätsvoller sein? Doch je mehr man sich auf das Video und seine Bildsprache einlässt, um so mehr erkennt man: Gerade zu einem solche grausamen Thema muss man auch mal ein so fröhliches Video machen dürfen, denn es zeigt: Das Böse hat nicht das letzte Wort. Der braune Terror hat nicht gesiegt, sondern das Leben und - die Lebensfreude.

 

Kostenloses Parken und Selbstvertrauen inklusive

Wie wichtig es ist, in anderen Menschen nicht nur das Schlechte zu sehen, macht dieses Video "Validation" deutlich. Ein kleiner Parkhausangestellter revolutioniert die Welt, indem er Menschen Selbstvertrauen gibt und sie zum Lächeln bringt. Nur bei einem Menschen scheint er auf Granit zu beißen und das Drama nimmt seinen Lauf. Aber keine Angst, es gibt trotzdem ein Happy End. Aber Vorsicht, man sollte unbedingt eine Box Tempos griffbereit haben, wenn man sich "Validation" anschaut. Leider nur auf Englisch verfügbar


Kommentare

Von joel am .

ich denke auch, dass keiner außer einem juden, der all das schreckliche überlebt hat , das recht hat, dort zu tanzen. wenn dieser herr kohn nicht überlebt hätte, wären diese jungen menschen nicht auf welt! es ist ein mutiges zeichen für alle und sollte unbedingt in allen schulklassen, in denen das thema holocaust besprochen wird, gezeigt werden.
ein dickes DANKESCHÖN an den ERF ,der oft interessante blickwinkel zu versch. themen beleuchtet.

Von marijke am .

tanzvideo in ausschwitz: niemand außer juden hätte das machen können. es hinterlässt trotzdem gemischte gefühle.
Parkhaus: kitschig aber süß. schön, dass ihr die beiden videos ausgesucht habt. sie sind schon speziell.

Von charly am .

Ganz wunderbar, wie der ERF hier arbeitet. Ganz toll! Weiter so!!
Gott möge eure Arbeit segnen


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