Jesus im Alltag

Im Pflaumenbaum oder im Müll?

Wohin gehört das Kreuz? Während es manche in öffentlichen Räumen nicht mehr sehen wollen, meint Andreas M.: Es gehört mitten ins Leben!

Es ist fast ein Suchbild. Oder kann man es auf Anhieb erkennen? Für die Tournee eines christlichen Sängers wurde vor einiger Zeit ein Kreuz als Bühnendekoration gebraucht. Seine Mitarbeiter flochten aus Zweigen dieses Kreuz, das während der Konzerte im Hintergrund auf der Bühne hing und für sich selber sprechen sollte. Als die Tour zu Ende war, tauchte die Frage auf: Wohin mit dem Kreuz?

In unserem Garten, eben im Pflaumenbaum, fand es vorerst seinen letzten Platz. Dort hängt es mitten zwischen den Zweigen. Eher unauffällig. Man muss schon genau hinsehen. Noch verdeckter wird es sein, wenn der Baum wieder grünt und das unscheinbare Braun des Kreuzes verdeckt.

Das Kreuz im Müll
Vor einiger Zeit: Auf dem Rückweg von der Arbeit komme ich am Friedhof vorbei. Nach dem Besuch an einem bekannten Grab schlendere ich über die weitläufige Anlage zum Ausgang zurück. Da fällt mir der Abfallcontainer am Wegrand auf. Obenauf dieses Holzkreuz. Es wird wohl nicht mehr gebraucht und wanderte in den Müll. Weg damit.

Bei diesem Anblick kommen mir auch andere Kreuze in den Sinn. Solche, die abgehängt werden. Oder Kirchen, die verkauft werden. Oder Spott über Gott, der unwidersprochen hingenommen wird in unserem christlichen Abendland. Ist es denn das noch? Christlich?

Im Abfalleimer der modernen Gesellschaft
Die Frage sollte erlaubt sein im Land der Reformation. Ein Land, in dem Esoterik als Topthema für spirituell Suchende boomt. In dem mehr und mehr Leute das morgendliche Horoskop lesen und Filme mit übersinnlichem Inhalt begeistert aufgenommen werden. Ein Land, in dem Menschen, die sich auf die Bibel als Gottes Botschaft an uns Menschen berufen, schnell als Fundamentalisten abqualifiziert werden.

Das Kreuz ist im Abfalleimer der modernen Industriegesellschaft gelandet. Ein Bild dafür, dass wir Gott sei Dank – pardon, endlich diese Phase des „Opiums für das Volk“ überwunden haben und eigenverantwortlich unser Leben, Land, Gesellschaft und Industrie beherrschen. Das Anmahnen des Papstes nach dem fehlenden Gottesbezugs in der EU-Verfassung überhören wir leichtfertig – Papst wollen wir nicht mehr sein. Eins bleibt jedoch Fakt: Europa verleugnet sich zum Großteil selbst, wenn es Gott und seine christlichen Wurzeln vergisst.

Das Kreuz im Baum
Zurück zum Kreuz im Pflaumenbaum. Mitten drin hängt es. Nicht auf den ersten Blick sichtbar. Aber präsent. So sollte es sein: Jesus im Alltag, mittendrin in unseren Problemen und in unserer Freude. Vielleicht oft nicht sofort erkennbar. Aber er ist da, mit von der Partie, mittendrin im Leben - in meinem Leben.

Das gibt mir Kraft. Ich freue mich, dass er mir vergibt. Er gibt mir Hoffnung für jeden neuen Tag. Schließlich ist er der Sieger, genau davon zeugt dieses Kreuz. Denn es ist leer, wie auch das Grab. Der auferstandene Herr Jesus Christus hat versprochen:
„Siehe, ich bin bei euch, alle Tage…!“

Es braucht vielleicht nicht unbedingt ein Kreuz im Baum, um daran erinnert zu werden. Denn sein Zuspruch gilt ohne „wenn und aber“, einfach so. Auch für moderne Menschen in Europa. Versprochen ist versprochen. 

 

Mehr vom Autor: www.mein-gott-und-die-welt.erf.de


Kommentare

Von Judith Rose am .

Danke für diesen Artikel.
Gott hat uns eine Würde durch Jesus Christus gegeben.
Wir sind seine geliebten Kinder und was machen wir daraus?
Wie wohltuend ist da sein Versprechen, Siehe, ich bin bei euch, alle Tage... Immer wieder bekommen wir eine neue Chance durch IHN.

Von astrid am .

Guter Beitrag, ja, stimmt. Es ist nicht wichtig, ob wir Kreuze weiterhin in Klassenzimmern hängen lassen oder nicht, oder ob wir ein Kreuz an einer Halskette tragen, das tun schon genug Menschen, die nicht an Christus glauben. Wichtig ist, dass Jesus in unserem Leben, in unserer Gesellschaft, unseren Gesetzen präsent, und sichtbar ist...
Und: irgendwie grüble ich immer über Hes. 20/32:
Dazu soll euch fehlschlagen, was euch in den Sinn kommt, wenn ihr sagt: Wir wollen sein wie die Heiden, wie mehr

Von Siegrid Schnitzspahn am .

Danke für diesen Bericht! Als ich heute am Pfingstsonntag mal sehen wollte, was Google zu Pfingstfest sagt, fand ich nur Sport und 1x Esoterik. Mir ist Angst um unser Land, das zudem vom Islam überflutet wird!

Von marijke am .

und vor allem, wenn wir sehen, was aus diesen christlichen wurzeln alles entstanden ist: die reichsten, wohlhabendsten, freiesten, bestgebildetsten länder der welt mit einem stabilen gesetz gebenen organen. mich persönlich erinnert das an das volk israel in der zeit vor der babylonischen invasion. fazit: es ist alles schon mal da gewesen...schade!

Von Gudrun am .

Ja, das ist traurig: Europa verleugnet sich zum Großteil selbst, wenn es Gott und seine christlichen Wurzeln vergisst. Ich kann das nicht fassen, dennoch bin ich sicher, dass Gottes Wege höher sind, als alle Vernunft.


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