Nordkorea: Geheimdienste unterwandern Gebetsversammlungen

Sechs aus Nordkorea geflohene frühere Sicherheits- und Geheimdienstbeamte des kommunistischen Regimes haben berichtet, wie Christen ausgespäht, eingesperrt, gefoltert und hingerichtet werden.

Sechs aus Nordkorea geflohene frühere Sicherheits- und Geheimdienstbeamte des kommunistischen Regimes haben berichtet, wie Christen ausgespäht, eingesperrt, gefoltert und hingerichtet werden.

Besonders ins Visier gerieten Nordkoreaner, die in die benachbarte Volksrepublik China fliehen und später in ihr Heimatland zurückkehren. Nach Angaben des Informationsdienstes Compass Direct sind die Berichte der früheren Agenten in einem Papier enthalten, das die US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit am 15. April in Washington herausgebracht habe. Danach werden Sicherheits- und Geheimdienstmitarbeiter theologisch geschult und angewiesen, sich als Christen auszugeben, um sich Zugang zu Gebetsversammlungen im Untergrund zu verschaffen. Ziel dieser sogenannten Spionageabwehr sei es, die als Konterrevolutionäre und Staatsfeinde angesehenen christlichen Gruppen zu beseitigen.

Christen müssen ihr eigenes Grab ausheben
Bei der Suche spannten die Geheimdienste auch Partei-Blockwarte ein, die Bewohner beobachten und denunzieren. Wer beispielsweise mit einer Bibel angetroffen werde, werde noch vor dem Verhör verprügelt. Zurückkehrende Flüchtlinge aus China würden befragt, ob sie in Kontakt zu südkoreanischen Missionaren oder Evangelisten gekommen seien. Wenn dies der Fall sei, würden sie dem Nationalen Sicherheitsdienst übergeben. Dann seien sie „so gut wie tot“. Christen würden meist in Arbeitslagern eingesperrt. Ein Agent, der 20 Jahre in einem Lager für politische Gefangene gearbeitet hatte, berichtete von Geheimexekutionen, bei den Christen vor ihrer Erschießung ihre eigenen Gräber ausheben mussten.

Diktator lässt sich als Götzen verehren
Die Zahl der Christen in nordkoreanischen Straflagern wird auf zwischen 50.000 und 70.000 geschätzt. Nordkorea gilt als das Land mit der stärksten Christenverfolgung. Dem Hilfswerk Open Doors zufolge lässt sich der Diktator Kim Jong-Il (Pjöngjang) als Götzen verehren. Wer hingegen Gott anbete, müsse mit schweren Konsequenzen rechnen wie Folter, Inhaftierung oder Hinrichtung. Von den 23,6 Millionen Einwohnern sind offiziellen Angaben zufolge etwa 12.000 Christen. Religionsstatistiker gehen aber davon aus, dass sich weit über 400.000 im Verborgenen treffen.

Quelle: www.idea.de


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