Presserat missbilligt "Zeit"-Artikel über evangelikale Seelsorge-Initiative

Keine christliche Organisation muss abwertende Medienberichte hinnehmen, die nicht ausreichend belegt sind. Unbewiesene Vorwürfe mit rufschädigender und ehrverletzender Wirkung sind nicht zulässig. Darauf hat der Deutsche Presserat (Bonn) hingewiesen.

B o n n (idea) – Keine christliche Organisation muss abwertende Medienberichte hinnehmen, die nicht ausreichend belegt sind. Unbewiesene Vorwürfe mit rufschädigender und ehrverletzender Wirkung sind nicht zulässig. Darauf hat der Deutsche Presserat (Bonn) hingewiesen.

Dem Gremium lag eine Beschwerde des Vorsitzenden des Vereins „Wüstenstrom“, Markus Hoffmann (Tamm bei Ludwigsburg), vor. Er sah sich und die 1993 gegründete Seelsorge-Initiative durch einen Artikel in der Wochenzeitung „Die Zeit“ (Hamburg) herabgewürdigt. Der Verein, der Homosexualität für veränderbar hält, betreibt in Tamm eine Beratungsstelle und arbeitet mit Selbsthilfegruppen an rund 35 Orten in Deutschland zusammen. In dem Artikel „Heilung in Gottes Namen“ heißt es, Hoffmann wolle Schwule von ihrer Homosexualität befreien. Dies wäre, so Hoffmann in seiner Beschwerde, Manipulation von Menschen und mit dem Verständnis von „Wüstenstrom“ nicht zu vereinbaren. Wie bei jeder guten Beratung komme es darauf an, Ratsuchende beim Erreichen ihrer eigenen Ziele zu unterstützen. In dem „Zeit“-Artikel hieß es, in Tamm sei „etwas faul“. Zur Begründung diente eine anonyme Quelle, was nach Ansicht des Presserats nicht ausreichend ist. Der Rat sprach eine Missbilligung sowie die Erwartung aus, dass die „Zeit“ darüber berichtet. Anders als bei einer Rüge gebe es dazu jedoch keine Verpflichtung.

Quelle: www.idea.de