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Evangelikale: Der „Stern“ verbreitet Falschaussagen

Scharfe Kritik am Hamburger Magazin „Stern“ übt die evangelikale Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“. Das Blatt habe Falschaussagen über die Gemeinschaft verbreitet, so der Vorsitzende der evolutionskritischen Vereinigung, der sächsische Mediziner Henrik Ullrich (Riesa-Großenhain).

R i e s a (idea) – Scharfe Kritik am Hamburger Magazin „Stern“ übt die evangelikale Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“. Das Blatt habe Falschaussagen über die Gemeinschaft verbreitet, so der Vorsitzende der evolutionskritischen Vereinigung, der sächsische Mediziner Henrik Ullrich (Riesa-Großenhain).

Anlass ist ein Interview mit dem Biologen Prof. Ulrich Kutschera (Kassel) über die Verbreitung des Kreationismus (Schöpfungslehre) in Deutschland. Kutschera steht der Arbeitsgemeinschaft Evolutionsbiologie des Verbands Deutscher Biologen vor. Ullrich zufolge hat sich der „Stern“ benutzen lassen, „um erfundene Geschichten und unbegründete Unterstellungen mit dem Ziel zu kolportieren, Ängste zu schüren und Christen der Lächerlichkeit preiszugeben“. Falsch sei beispielsweise Kutscheras Behauptung, dass einer Schule Geldspenden angeboten worden seien mit der Auflage, das von „Wort und Wissen“ herausgegebene Werk „Evolution – ein kritisches Lehrbuch“ einzusetzen. Es gebe keinen Brief mit diesem Inhalt, heißt es in Ullrichs Mitteilung.

Hypothesen nicht voreilig in den Rang von Tatsachen erheben
Ferner kritisiert der promovierte Arzt, dass Kutschera die Evolution als ausschließliche Erklärung für die Entwicklung der Lebewesen darstellt. Wer die Annahme einer höheren Intelligenz als Ausdruck „deutlicher Bildungsdefizite“ bezeichne, beleidige eine Vielzahl von Wissenschaftlern, Lehrern, Schülern und Studenten. Kutscheras Behauptung, „Schöpfungsgläubige“ wollten die wissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen neu definieren, sei fehl am Platz. Vielmehr würden die in den Naturwissenschaften üblichen Methoden der Erkenntnisgewinnung „ohne Abstriche akzeptiert“. Allerdings lehne man es ab, Hypothesen voreilig in den Rang von Tatsachen zu erheben.

Naturwissenschaft von Natur aus atheistisch?
Laut Ullrich gibt es keine plausible Begründung dafür, die Existenz und das Wirken Gottes zu leugnen, nur weil dies mit naturwissenschaftlichen Methoden nicht erfasst werden könne. Dass man in die Erklärungen für das Sein und Werden von Welt und Mensch auch übernatürliche Aspekte einbeziehen könne, leite keineswegs den Untergang von Wissenschaft und Gesellschaft ein. „Schöpfungsgläubige Wissenschaftler“ hätten die moderne Naturwissenschaft begründet. Dagegen erklärte Kutschera im Stern-Interview, dass Naturwissenschaften von Natur aus atheistisch seien. Wissen und Glauben müsse auseinandergehalten werden.

Quelle: www.idea.de