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Pettersons Bekehrung

Was als Rausschmiss begann, endet mit einer Kehrtwende, die sich der Schwede weder vorstellen konnte, noch erklären kann. Petterson erlebt, dass Gottes Kraft kein großes Brimborium macht, sondern auf ganz spezielle Weise wirkt – und zwar genau so, wie Petterson es braucht, versteht und annehmen kann.

„Raus! Sofort raus!“ Petterson ist Schwede und bekennender Atheist. Musste sich ausgerechnet sein bester Freund zu Jesus bekehren? Und schlimmer noch: muss er jetzt auch noch andauernd davon reden? Petterson reicht´s. Er packt seinen Ex-Freund am Arm, reißt die Haustür auf und gibt ihm einen heftigen Stoß. „Lass dich nie mehr blicken,“ brüllt er. Rumms! Diese Tür ist eindeutig zu.

Am nächsten Morgen, noch vor der Arbeit, klingelt das Telefon. „Für dich“, ruft Pettersons Frau. Als Petterson die Stimme seines Freundes hört, fasst er es nicht. Aber bevor er Zeit hat, wütend zu werden, sagt sein Freund schnell: „Ok Pet, ich weiß, es nervt dich. Aber du bist mein Freund. Gib mir fünf Minuten, um dir von Jesus zu erzählen. Bitte.“ Petterson holt tief Luft. „Ok“, sagt er, „fünf Minuten, Carl. Aber keine Sekunde länger.“ „Fein“, sagt Carl, „ich komm heut Abend nach dem Abendessen vorbei.“ Und bevor Petterson Zeit hat zu protestieren, hat Carl aufgelegt.

Carls Hartnäckigkeit beeindruckt Petterson doch etwas. Als Carl kommt, hält er ihm schweigend die Tür auf. Carl packt ihn am Arm, zieht ihn ins Wohnzimmer und hält sich nicht mit langen Vorreden auf. Er sagt Petterson in klaren Worten das pure Evangelium: „Jesus Christus ist der Sohn Gottes. Er ist in die Welt gekommen, um das Licht zu sein, das uns den Weg zeigt. Und er hat sein Leben gegeben, um für unsere Sünden zu bezahlen. Deshalb ist der Weg zu Gott wieder frei. Wenn wir Seinem Wort glauben, vergibt Gott unsere Sünde und macht uns zu Bürgern des himmlischen Reichs. Wenn du ihn annimmst, dann schenkt er dir neues Leben. Die Fülle des Lebens in Ihm. Willst du, Pet?“

Petterson weiß nicht so recht, ob es die Worte sind oder wie Carl sie sagt. Auf jeden Fall hat die ganze Situation führ ihn etwas unglaublich Anziehendes und Bezwingendes. Und bevor er sich überlegt hat, was er tut, hat er schon ja gesagt. „Kann ja nicht schaden,“ denkt er entschuldigend bei sich, „wenn´s mir nicht passt, kann ich´s ja rückgängig machen. Verpflichtet mich zu nix.“ Und bevor Er sich´s recht versieht, spricht Er mit Carl gemeinsam ein so genanntes Übergabe-Gebet.

In diesem Moment schaltet sich eine Stimme in seinem Kopf ein: „Hast du den Verstand verloren? Was tust du da?? Willst du jetzt etwa auch diesen Blödsinn mitmachen? Du, ein klar denkender Mann? Willst du auch zu diesen Spinnern und Heuchlern gehören? Stopp sage ich, stopp!“ Zu spät. In diesem Moment erfährt Petterson die Gnade Gottes. Er spürt etwas wie eine heiße, klare Flamme, die ihn von Kopf bis Fuß einhüllt. Es fühlt sich an wie – na ja, wie fühlt es sich an? Wie ein Strom voll tiefer glühender Liebe. Das würde Petterson denken, wenn er noch denken könnte. Aber stattdessen ist er einfach platt und setzt sich erst mal aufs Sofa.

Noch platter allerdings ist er, als er fühlt, wie sein Herz darauf antwortet. Mit einer riesengroßen Freude. Wie ein ungeheures Lachen, das ihn ganz ausfüllt. Plötzlich denkt er an früher, als sein Onkel und sein Vater ihn sonntags immer zum Fischen mitnahmen. Immer wenn sein Vater ihn bat, den Köder selbst auf den Haken zu setzen, erfüllte ihn ein ähnliches Gefühl: Freude, Liebe und ein bisschen Stolz. Als er aufschaut, blickt er in das Lächeln seines Freundes. Verlegen grinst er zurück.

Eine Weile schweigen die beiden. Dann fragt Petterson vorsichtig: „Ist das eigentlich immer so?“ – „Was ist wie“, will sein Freund wissen. „Naja...“ Petterson windet sich ein wenig. „Hat man da so – na du weißt schon, so komische Gefühle und sowas?“ Carls schaut verwundert.

„Kann ich nicht sagen. Jedem begegnet Gott anders. Manche fühlen am Anfang gar nichts und fragen sich, ob überhaupt was passiert ist. Andere werden sofort von seiner gewaltigen Kraft erfasst. Aber wie es auch immer ist: Die Antwort bleibt nicht aus. Sie mag früh kommen oder spät. Aber sie kommt. Das ist sicher.“

Zweiter Teil folgt

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