Interview Lesezeit: ~ 3 min

Steuert eine Elite die Weltherrschaft an?

Wie Hass und Misstrauen Einzug hält unter Christen.

 

 

Trotz Lockerungen, die Corona-Proteste gehen weiter. Unmut gegenüber der Bundesregierung hat sich während des Lock-Downs in manchen Herzen festgesetzt. Befeuert wird das Misstrauen u.a. von einem Pastor aus Baden-Württemberg, Jakob Tscharntke. Seine Predigten zur Corona-Krise haben eigenen Angaben zufolge mehr als 400 000 Menschen über Youtube verfolgt. Hörerinnen und Hörer wandten sich an ERF- Medien mit der Bitte, die Predigten von Pastor Tscharntke unter die Lupe zu nehmen. Unsere Aktuell-Redaktion hat das getan. ERF-Moderatorin Ute Heuser-Ludwig im Gespräch mit Regina König

 

ERF Medien: Was sind die Grundaussagen von Pastor Jakob Tscharntke zur Corona-Krise?

Regina König: Seiner Meinung nach befinden wir uns im Dritten Weltkrieg, der – so wörtlich -  „die totale Unterjochung der Menschheit und die totale Überwachung und Herrschaft einer Elite anstrebt, die wir nicht einmal kennen.“ Die Bundesregierung sieht er dabei als Erfüllungsgehilfe dieser unbekannten Elite.
 

Wir befinden uns im Dritten Weltkrieg

ERF Medien: Wie baut er seine Thesen auf?

Regina König: Um das herauszufinden, haben wir uns u.a. die Predigt vom 10. Mai angehört mit dem Thema „Wie gehen wir als Christen mit dem Coronawahnsinn um?“ Hier referiert Jakob Tscharntke über das Virus und zeigt Widersprüche auf im Handeln der Politiker. So kritisiert er z.B. der Bundesregierung, die Meinung geändert zu haben beim Thema Maskenpflicht. Auf diese Fakten setzt er seine persönlichen Bewertungen, nämlich dass das Regierungshandeln „satanisch-bösartig“ sei.

Zu seinen Bewertungen kommen Thesen, zum Beispiel die These von der unbekannten Elite, die die Weltherrschaft anstrebt. Diese Behauptungen würzt er mit Beleidigungen und Diffamierungen. So bezeichnet er die Bundeskanzlerin und Gesundheitsminister Spahn als „Politkasper“ und „Verbrecherbande“, „die hinter Schloss und Riegel …gehört“. Also: Pastor Tscharntke nutzt seine Sonntagspredigt, um Feindbilder aufzubauen.

Ich würde diese Verbrecherbande von Politikern schleunigst [...] hinter Schloss und Riegel bringen. – Jakob Tscharntke

 

ERF Medien: Wer ist Jakob Tscharntke, zu welcher Gemeinde gehört er, was hat er für einen Hintergrund?

Regina König: Jakob Tscharntke ist Pastor der Evangelischen Freikirche Riedlingen. Riedlingen ist ein kleines Städtchen an der Donau am Südrand der Schwäbischen Alb. Für Aufsehen sorgte Tscharntke schon einmal, und zwar 2015 im Zuge der Flüchtlingskrise. Migranten hatte er damals u.a. als „räuberische Horden“ bezeichnet. Anzeige wurde gegen ihn erstattet wegen Volksverhetzung, doch nach Angaben der Staatsanwaltschaft Ravensburg wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt, obwohl eindeutige ausländer- und fremdenfeindliche Aussagen vorlagen, doch das alles fiel noch unter das Recht der freien Meinungsäußerung. Damals gehörte die Freikirche zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, der sich deutlich von Tscharntkes Aussagen distanzierte. Nach Gesprächen der Leitung der Freikirche mit Gemeindevertretern trat die Gemeinde dann aus dem Bund aus.
 

ERF Medien: Habt ihr selbst Kontakt aufgenommen mit Pastor Tscharntke?

Regina König: Ja, wir haben ihm als Aktuell-Redaktion einen langen Fragenkatalog geschickt, um ihm die Möglichkeit zu geben, Stellung zu beziehen. Z.B. haben wir ihn gefragt, woher er die These nimmt, eine unbekannte Elite würde die Weltherrschaft anstreben. Er hat lediglich geantwortet mit dem Hinweis, dass alle Antworten in seinen Predigten zu finden seien.
 

Wenn Schamgrenzen fallen

ERF Medien: Die Corona-Predigt soll auf YouTube mehr als 400 000 mal angehört worden sein, warum trifft Tscharntke mit seinen Botschaften den Nerv mancher Christen?

Regina König: Jakob Tscharntke vermittelt seinen Zuhörern den Glauben, er verfüge über ein Geheimwissen. Indem ich ihm Glauben schenke, zähle ich mich auch zu den Menschen, die den besseren Durchblick haben. Das hebt mein Selbstbewusstsein. Zudem ist bekannt: ein gemeinsamer Feind schweißt zusammen. Und so entsteht auch unter Christen durch ein Feindbild eine gewisse Form von Gemeinschaft. Und nebenbei erwähnt: Tscharntke benutzt in seinen Predigten einige vulgäre Ausdrücke, die ich hier nicht zitieren möchte, auch das kommt bei manchen Zuhörern mit klammheimlicher Freude an, wenn Schamgrenzen fallen.
 

ERF Medien: Wie gehe ich am besten damit um, wenn mir z.B. ein Bekannter den Link zu so einer Predigt schickt?

Regina König: Sich einlassen auf ein Gespräch und Stellung beziehen. Deutlich sagen, dass man Predigten nicht gut findet, die Hass verbreiten. Und gerne auch hinweisen auf diesen Webartikel.
 

ERF Medien: Danke für das Gespräch.



Ihr Kommentar

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Kommentare

Von Giorgio am .

Regina König sollte mal in der Bibel die Offenbarung des Johannes lesen und was z.B. im Johannes-Evangelium zur Zeit der Wiederkunft steht. In diesem Licht betrachtet, ist es nicht verwunderlich, dass ein Pastor ggf. ein Deja-vu hat und darüber berichtet. Insbessondere dann, wenn es sich um einen Protestanten handelt, der wahrscheinlich einige Teile der Luther-Bibel kennt.

Von Jutta am .

Frau Heuser u.Koenig scheinen voll den Mainstream zu bedienen. Die Predigten vonTscharntke sind biblisch fundiert, die Beurteilung der polit.Lage ,wenn man sich selbst intensiv damit beschaeftigt ,durchaus nicht abwegig,sondern nachvollziehba. Das findet eine an das biblische Wort glaubende Juristin.

Von Jörg am .

Wenn die Redaktion biblische Wahrheiten als Hasspredigten diffamiert, wäre vielleicht einmal ein Einkehrwochenende angebracht. Wenn Herr Tscharntke imVorfeld eines Gesprächs gefragt wurde, wie er auf die "Thesen" kommt, dann hat er völlig recht, wenn er auf seine Predigt verweist. Hätte man die Predigt nämlich gehört, dann hätte sich genau diese Frage erübrigt. Hier ist Herrn Tscharntke uneingeschränkt recht zu geben. Aber auch hier scheint das Dogma der Sowjet Union zu gelten "Ich verurteile das Buch, das ich nie lesen werde".

Von Thomas am .

Nun, in der Endzeitprophetie der Bibel, gerade
in der Offenbarung des Johannes, wird klar ,eine
endzeitliche Lügen und Täuschwelt beschrieben,
befeuert durch Satan und gefallene Engel.
Auch der Zustand der Menschheit , in diesen
Tagen, findet sich im Neuen Testament wieder.
Die ganze Weltgeschichte ist dazu noch, voller
Verschwörungen und Intrigen und nun kommen
sie und wollen den Menschen erzählen, wir leben
Wolkenkukucksheim. Im übrigen, ist eine
"Elite", gerade im digitalen mehr

Von Jutta am .

Vielleicht möchte der ein oder andere sich das mal anhören?
Klar und deutlch von jemanden, der sich auch in der Kirchengeschichte auskennt.
Ausserdem ist ein Pastor, der auf seiner Seite sich in einen Topf wirft mit Hildmann und Naidoo und sich geehrt fühlt, weil er ebenso von der MSM angegangen wird, ob seiner "Klarsicht" wie viele Esoteriker etcpp, macht ihn für mich als Pastor einfach insgesamt mittlerweile fragwürdig, leider. Ich bin sehr traurig darüber.
Als Christ habe ich keine mehr

Von Die Redaktion am .

Wenn Sie aufgrund einer kritischen Berichterstattung über einen Pastor, der - wie Sie selbst zugeben - sehr umstrittene Äußerungen tätigt, auf das gesamte Angebot von ERF Medien Rückschlüsse ziehen wollen, dürfen Sie das gerne tun. In diesem Fall handelt es sich um aktuelle Berichterstattung, die zum Ziel hat, die Aussagen von Pastor Tscharnke zu beleuchten. Da liegt es in der Natur der Sache, dass wir nicht das Gute beleuchten, sondern uns mit dem Gefährlichen und Schädigenden beschäftigen. mehr

Von Fred F. am .

Man kann über die gewählten Worte von Tscharnke geteilter Meinung sein. Als er in einer früheren Predigt mal sagte, dass er der Aufforderung der Bibel nachkäme, für die Regierung zu beten und das mit den Worten täte " und erlöse uns von dem Bösen" war das für mich satirisch amüsant, in einer Predigt war für mich da aber auch eine Grenze überschritten. Aber nun sind wir alle ja aufgefordert jede Predigt zu prüfen und nicht über das schlechte herzuziehen, sondern das Gute zu behalten, oder sieht mehr

Von Die Redaktion am .

@ Johannes K.
Wir haben Herrn Tscharnke die Möglichkeit gegeben, direkt mit uns zu sprechen. Wir haben ihm einen Fragenkatalog geschickt. Er hat sich geweigert, das persönliche Gespräch zu suchen und auf seine Predigten verwiesen. Dass wir in einem Artikel von weniger als 5000 Zeichen nicht alle Äußerungen von Herrn Tscharnke wiedergeben, sollte sich von selbst erklären. Inwiefern das Zitieren seiner Aussagen etwas verzerrt können wir nicht nachvollziehen. Entweder er hat diese Aussagen getroffen oder nicht. Dass er sie getroffen hat, kann jedermann nachhören.

Von Johannes K. am .

Ich finde es unchristlich, die ehrlichen Aussagen eines Predigers, der gegen den Strom schwimmt, nicht nur zu verzerren sondern ihn sogar bewusst "lückenhaft" zu zitieren.

Von Pamka am .

Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich habe gerade den Artikel über Pastor Tscharntke gelesen und bin entsetzt was sie und wie sie über ihn schreiben.
Sie prangern sein Verhalten massiv an und machen jedoch nichts anderes lieber ERF.
Wie sagte Jesu..."liebt eure Feinde und betet für Sie".
Es scheint mir, das sie sich zwar christlicher Sender nennen, jedoch anscheinend die Bibel und auch die Nächstenliebe zu Geschwistern nicht kennen.
Sie machen nichts anderes, sie prangern an. Das was sie Herrn Tscharntke vorwerfen.

Von Jörg F. am .

Ich frage mich gerade wie die Damen des ERF über unseren Reformator Martin Luther berichtet hätte.
Aber das war eben im alten Rom schon das Problem, der Überbringer der schlechten Nachricht wird gehenkt.

Von Jutta am .

Danke für diese Beurteilung.
Ich habe immer wieder Predigten gehört von Pastor Tscharntke, weil ich fand, dass er gut und bibeltreu und konsequent predigt. Kritisch war er schon immer, aber das ist ja auch in Ordnung.
"Prüfet alles, das Gute behaltet".
Aber seit Corona frage ich mich, was mit ihm geschehen ist.
Ein Pastor darf gerne kritisch sein in Bezug auf die herrschende Politik, aber - auch wenn man immer wieder argumentiert, dass Luther ebenso dem Volk aufs Maul geschaut hat - in der mehr

Von nora am .

wie kommen sie dazu pastor tscharntke derart zu diffamieren? er sagt die wahrheit... "deutschland schafft sich ab"

Von Faktenchecker am .

Und noch ein Kommentar, der mich erschrecken lässt - sachlicher Ton, mit Zitaten belegt, die Möglichkeit zur eigenen Stellungnahme wird gegeben - all das wird verurteilt??? Nur weil man diese Ansicht nicht teilt, wird dann noch mit himmlischen Gericht gedroht. Von anderen wird gefordert, die Meinung zu ändern, man selbst ist nicht einmal bereit, seine Position zu hinterfragen bzw auf Argumente einzugehen. Nochmal: wo gute Argumente fehlen kommt ein Kommentar wie der von Johannes.

Von Johannes am .

Frau König schreibt in Stil, Wortwahl und Inhalt dasselbe wie unsere Standardpresse. Wenn Sie sich als ERF nicht mehr Mühe um Objektivität und Wahrheit geben, was das absolute Minimum sein sollte, finde ich das traurig. Auch Ihre Kommentarkürzungen sprechen Bände. Wie wollen Sie sich einmal dafür verantworten?

Von Faktenchecker am .

Die Kommentare hier machen mich betroffen und ich bin erschrocken. Der Artikel bzw. das Gespräch selbst ist sachlich und mit Beispielen wird belegt, was gesagt wird. Ganz anders die Kommentare: "der Pastor hat immer wieder darauf hingewiesen, dass er keinen Hass verbreiten will..." - also tut er das auch nicht -so einfach kann man einfach allem widersprechen! Mit keinem Wort wird auf die noch harmlosesten Beschimpfungen die Tscharnke geäußert hat: "Politkaspar" und "Verbrecherbande" mehr

Von Eine selbständige Denkerin am .

Liebe Frau König,
daß Herr Tscharnke Hass verbreitet, kann ich nun nicht ganz nachvollziehen. Er redet eben wie ihm "der Schnabel gewachsen ist".
Mag sein, daß seine Wortwahl für einen Pastor außergewöhnlich ist. Aber in der Sache hat er recht.
Falls noch nicht geschehen, hören Sie sich bitte die Redebeiträge und Interviews von hochqualifizierten und erstklassigen Wissenschaftlern im Netz an (Virologen, Epidemiologen, Mikrobiologen, Professoren, Ärzte, Rechtsanwälte,...).
Spätestens dann mehr

Von Rainer L. am .

Werte Frau Regina König,
Sie schreiben in Ihrer Beurteilung des Artikels, dass der besagte Pastor "Hass verbreitet" und das man auf "Ihre Stellungnahme im Netz" verweisen soll. Der Pastor hat immer wieder darauf hingewiesen, dass er keinen Hass verbreiten will, sich auch an die Anweisungen der Regierung hält, obwohl er mit einigen Dingen nicht einverstanden ist und sich nur auf belegbare Fakten (öffentliche und offizielle Verlautbarungen)beruft. Ich habe den Eindruck, dass Ihnen die Fakten mehr

Von Michael am .

Auch ich habe die Predigt gehört. Meines Wissens und nach stundenlangen Recherchen kann ich nur bestätigen, dass es hier um einen Masterplan des WEF geht. Das kann auf den Seiten des WEF nachgelesen werden.

Von Ostfriese am .

Es gibt für mich (ich spreche nur für mich) zwei
hervorragende bibeltreue Pstoren:

Von Waltraud H. am .

Pfarrer Tscharntke beruft sich ausschliesslich auf dieBibel, was ist daran falsch ?

Von Bernd S. am .

Es ist sehr gut, wenn guter Journalismus diesen Themen nachgeht. Danke! Weil es schwierig ist, dabei die allgemein herrschende Polarisierung nicht auch noch zu verstärken, brauchen wir in den Gemeinden Gebet - auch gezielt für diese Arbeit! Was heute stattfindet ist schon ein "Weltkrieg", wenn auch nicht um Corona direkt, sondern um die Herzen der Menschen, was sie glauben, wem sie vertrauen, wofür und mit welchen Mitteln und welchem Stil sie sich einsetzen. Wer die Bibel ernst nimmt, auch das mehr

Von Elisabeth M. am .

Ich bin sehr traurig bis entsetzt über die einseitige Recherche. Die angemerkten Kritikpunkte sind berechtigt, wobei ich mich Jörg anschließe, dass das ja schon zur täglichen Kommunikation gehört, und dabei oft noch viel schärfer. Aber nur bei einem bibeltreuen Pastor wird es kritisiert. Jedenfalls finde ich die Predigten von P. Tschernke sehr hilfreich und biblisch klar. Und er sät keineswegs Hass, sondern ruft zur Fürbitte und Taten der Liebe. Das wurde völlig unterschlagen.

Von Gertrud-Linde W. am .

Andi Weiss holt sehr weit aus, wenns auch praktisch lebensnah ist. Von Ingo M. aus könnte der Gesprächsaustausch auch mit 30 Minuten zu dem Ergebnis kommen.
Jedenfalls haben beide die Situationen deutlich gemacht, wie Vertrauen und Mißtrauen entstehen und wie es damit beim Zuhörer steht.
Mein Themenvorschlag für ein nächstes Gespräch zwischen Ingo und Andi: Pandemie-Lokdown bei Landeskirchen und Handel (geöffnete Geschäfte Supermärkte und Baumärkte) ?Unverhältnismäßigkeit?! Mangelnde Interessenvertretung ?

Von Jörg am .

Blanker Hass zeigt sich vor allem in den von Antifa und Co begangenen und als "Proteste" geschönten Plünderungen und ihrer nackten Zerstörungswut. Diffamierungen zeigen sich vermehrt gegenüber bibeltreuen Pastoren. Vulgäre Ausdrücke finden sich schon seit Jahren vor allem bei Qualitäts- und Haltungsjournalisten in gleichem Maß wie bei der von selbigen hofierten linksgrünen Kamarilla. Aber danke für den Tipp. Ich bin für jeden Tipp für bibeltreue Auslegungen dankbar.


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