Zeit für eine neue Streitkultur
Appell: Zeit für eine neue Streitkultur!Online Petition

Wir unterstützen die Kampagne für eine neue Streitkultur:

Bild: Andreas Boppart
Einander trotz unterschiedlicher Meinungen in Liebe zugewandt bleiben ist kein Eingeständnis zur Verwässerung der Wahrheit, sondern die notwendige Herzenshaltung, damit Christus durch uns sichtbar werden kann.

Andreas Boppart
Missionsleiter Campus für Christus Deutschland, Schweiz und Österreich
Bild: Dr. Michael Diener
Unsere Gesellschaft droht zu zerbrechen. Wann, wenn nicht jetzt, ist es an der Zeit, dass Christinnen und Christen wirklich einen Unterschied machen?! Lasst uns bei allem Streiten das Gemeinsame erkennen und in unserem Gegenüber immer auch Christus sehen.

Dr. Michael Diener
Präses Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband
Bild: Ulrich Eggers
Die Zeiten sind unruhig. Umso mehr sind Menschen gefragt, die mit Ruhe und Geduld zu Begegnungen auf Augenhöhe bereit sind. Für mich ist dabei das Vorbild von Jesus entscheidend. Ich will seine Liebe und Barmherzigkeit auch angesichts unterschiedlicher Meinungen und Erkenntnisse leben.

Ulrich Eggers
Geschäftsführer SCM Verlagsgruppe, 1. Vorsitzender Willow Creek Deutschland
Bild: Christian Hönig
Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit. Deshalb: Weder Hass noch Gleichgültigkeit. Sondern den Anderen achten, indem wir engagiert für die Wahrheit eintreten!

Dr. Reinhardt Schink
Generalsekretär der Evangelischen Allianz in Deutschland
Bild: Hansjörg Kopp
Wir treten das Gebot der Nächstenliebe mit Füßen, wenn wir hetzen und urteilen. Das muss ein Ende haben. Ja, Christen streiten auch, aber sie verunglimpfen (bitte) nicht.

Hansjörg Kopp
Generalsekretär des CVJM Deutschland
Bild: Astrid Eichler
Egal, welche Überzeugung ein Mensch hat – er ist wertvoll. Deshalb will ich ihn achten. Und ich will erfahren, welche Gründe er für seine Überzeugung hat.

Astrid Eichler
Pastorin, Referentin, Leitung der Geschäftsstelle EmwAg e.V./Solo&Co
Bild: Ansgar Hörsting
Weil es viele wichtige Fragen gibt, muss gestritten werden; und weil es immer um Menschen und Gottes Ehre geht, muss geistvoll und fair gestritten werden. Das ist nicht einfach, aber darunter will ich es nicht.

Ansgar Hörsting
Präses Bund Freier evangelischer Gemeinden / Präsident des Internationalen Bundes Freier evangelischer Gemeinden
Bild: Christoph Stiba
Ich finde erschreckend, wie niedrig die Schwelle ist, Andersdenkende als Feinde zu sehen, die es zu bekämpfen gilt. Verbale Verrohung ist der Nährboden für Hass und Gewalt. Aus Worten werden Taten. Wir setzen dem entgegen: Respekt, Achtung, Würde. Die goldene Regel von Jesus dafür lautet: ‚Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch!‘ So einfach ist das.

Christoph Stiba
Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland / Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen
Bild: Karsten Hüttmann
Das Kennzeichen von gelingender Gemeinschaft ist nicht die Abwesenheit von unterschiedlichen Meinungen und Konflikten, sondern die Anwesenheit eines Geistes des gegenseitigen Respekts, der Freundlichkeit und der Versöhnung. Von diesem Geist sollten wir uns leiten lassen!

Karsten Hüttmann
Vorsitzender Christival e. V.
Bild: Andreas Klotz
Eine authentische Streitkultur wird oft verwechselt mit einer Kommunikationsart, die im Stil rücksichtslos und inhaltlich tendenziös ist. Ich plädiere für eine offene, aber auch wertschätzende Streitkultur im Sinne von Matthias Claudius: ‚Es ist leicht zu verachten, aber verstehen ist viel besser. Sage nicht alles, was du weißt. Aber wisse immer, was du sagst.‘

Andreas Klotz
Generalsekretär des Bibellesebundes, Mitglied im Hauptvorstand der Evangelischen Allianz in Deutschland
Bild: Prof. Dr. Mihamm Kim-Rauchholz
Wer Jesus für uns ist und was er und sein Wort uns wirklich bedeuten, kommt in unserem Umgang miteinander (Joh. 13,35!) sehr viel deutlicher zum Vorschein als in so manchen christlichen Dogmen. Daher ist eine bessere Streitkultur unter uns keine Option, sondern Notwendigkeit.

Prof. Dr. Mihamm Kim-Rauchholz
Professorin für Neues Testament an der Internationalen Hochschule Liebenzell
Bild: Johannes Justus
Gegenwärtig habe ich den Eindruck, dass sehr viele Menschen meinen, ihre persönlichen Paradigmen seien der Maßstab für alle. Andere Ansichten werden bekämpft, statt respektvoll stehen gelassen.

Johannes Justus
Präses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden
Bild: Daniela Mailänder
Lasst uns streiten! Es lohnt sich für bestimmte Überzeugungen einzustehen. Und dabei gilt es, fair zu bleiben! Ich setze mich dafür ein, dass wir als Christen in sozialen Netzwerken, Internet und im Leben „live” respektvoll, liebevoll und offen miteinander umgehen – auch bei unterschiedlicher Meinung! An der Liebe soll man uns erkennen!

Daniela Mailänder
Referentin für Fresh X unter Familien/Kirche Kunterbunt im CVJM Bayern e. V., Autorin und Sprecherin, Mitglied im Vorstand von Willow Creek Deutschland
Bild: Dr. Jörg Dechert
Der Zweck heiligt nicht die Mittel – nicht im Namen einer vermeintlich gerechten Sache, und erst recht nicht im Namen der Guten Nachricht!

Dr. Jörg Dechert
Vorstandsvorsitzender ERF Medien
Bild: Steffen Kern
Was uns abhandenkommt, ist die Fähigkeit zu differenzieren, anderen zuzuhören, besonnen und nüchtern abzuwägen und gelassen zu bleiben. Gerade Christen sollten unnötige Polarisierungen und persönliche Profilierungssucht gelassen unterlassen. Gelassenheit ist die unterschätzte Gabe des Heiligen Geistes.

Steffen Kern
Pfarrer und Journalist, Vorsitzender Evangelischer Gemeinschaftsverband Württemberg e.V., Mitglied der EKD-Synode

Unterstützen Sie uns bei dieser Kampagne. Dazu stellen wir Ihnen folgendes Material zur Verfügung:

Grafiken für Social Media

In diesem Zip-Archiv finden Sie Grafiken, die Sie frei in Ihren Social Media Kanälen verwenden können.

Pressemitteilung

Das ist die offizielle Pressemitteilung.

Plakat zum Ausdrucken

Dieses A4-Plakat können Sie ausdrucken und z. B. in Ihrer Gemeinde aufhängen.

Den folgenden HTML-Code können Sie in Ihrer Webseite einbinden:

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Das Evangelium ist die Brücke

 
„Wir können für das Gute nicht mit schlechten Mitteln streiten”, sagt Dr. Jörg Dechert in der ERF Plus Sendung „Chefsache” – und lädt ein, sich an der ERF Wertekampagne zu beteiligen. Denn in einer Empörungsgesellschaft verlieren wir eine Menge Zusammenhalt – und Christen ihre Glaubwürdigkeit. Höchste Zeit für eine neue Streitkultur.
Im Auge des Shitstorms!?

 

Im Auge des Shitstorms!?

Ist das auch Ihre Erfahrung: Der Umgangston in Deutschland und in der Welt wird rauer, eine neue Gereiztheit greift um sich. Egal, ob in der Flüchtlingsdebatte, bei den Themen Gender und Ökologie, oder in Diskussionsbeiträgen über oder aus radikalen Gruppen. Bestimmte Themen werden auch zu Hause am Kaffeetisch lieber ausgeklammert – „das gäbe sowieso nur Streit“. Hier tut sich ein großer Widerspruch unserer Zeit auf: Angst und Anpassung auf der einen, entfesselte Aggression und Empörung auf der anderen Seite. Der konstruktive Streit um die Sache dagegen, scheint ins Abseits gedrängt worden zu sein. 

In einer Gesellschaft, die sich immer stärker ausdifferenziert und durch Zuzug von Menschen anderer religiöser und kultureller Hintergründe immer facettenreicher wird, steigt auch die Notwendigkeit, sich mit anderen Sichtweisen und Überzeugungen auseinander zu setzen. Jedoch nehmen populistische Einstellungen zu, den „Krakeelern“ mit der lautesten Stimme wird scheinbar das Debatierfeld überlassen. Besonders in den sozialen Medien verleitet die (scheinbare) Anonymität dazu, auch die letzten Schranken fallen zu lassen. Zuhören, verstehen wollen und Respekt gegenüber dem Gesprächspartner werden bedeutungsloser.

Doch niemand will eine Gesellschaft, in der Geringschätzung oder Hate Speech die bestimmenden Umgangsformen sind. Sich einmischen, heikle Themen ansprechen, Differenzen aushalten und um die beste Lösung für Vereinbarkeit ringen – das sind die Alternativen. Was kann jeder einzelne tun, um ein respektvolles Miteinander zu fördern? Wie lässt sich im öffentlichen und privaten Umfeld eine respektvolle Streitkultur entwickeln und wie gelingt Versöhnung? Darum geht es im Schwerpunktthema „Im Auge des Shitstorms!?“, das wir in den Monaten März und April aufgreifen. 

 

Aktuellste Beiträge zum Thema

Vorschaubild: Hass macht Spaß!?

Artikel / 31.03.2020

Hass macht Spaß!?

Feindseligkeit ist fester Bestandteil der Medien. Warum man überlegen sollte, was man konsumiert.

 

 


Mobbing am Arbeitsplatz und anderswo

Menschen mit anderen Ansichten als die Mehrheit können sich schnell im Abseits wiederfinden, werden ausgegrenzt und vielleicht sogar schikaniert. Das Wort Mobbing ist in aller Munde. Einerseits sprechen Menschen viel zu schnell von Mobbing, wenn jemand anderer Meinung ist. Andererseits gibt es mehr Opfer, die im Alltag gemobbt werden. Mobbing kann jeden treffen, Mobbing-Schauplätze finden sich überall.

Das Online-Lexikon Wikipedia erklärt den Begriff so:

Mobbing beschreibt das wiederholte und regelmäßige, vorwiegend seelische Schikanieren, Quälen und Verletzen eines einzelnen Menschen durch eine beliebige Art von Gruppe. Mobbing kann z. B. erfolgen in der Familie, in einer Peergroup (Gruppe Gleichaltriger), in der Schule, am Arbeitsplatz, in Vereinen, in Wohneinrichtungen (Heimen) oder Gefängnissen, in Wohnumfeldern (Nachbarschaften) oder im Internet (Cyber-Mobbing). Zu typischen Mobbinghandlungen gehören Demütigungen, Verbreitung falscher Tatsachenbehauptungen, Zuweisung sinnloser Aufgaben, Gewaltandrohung, soziale Isolation oder eine fortgesetzte, unangemessene Kritik an einer natürlichen Person oder ihrem Tun. 

 

Mobbing passiert schneller als gedacht. Dr. Bernhard Stoll ist Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen. Rebecca Schneebeli hat mit ihm darüber gesprochen, wie Mobbing entsteht und wie Betroffene aus der Außenseiterposition wieder herausfinden. Lesen Sie mehr dazu im Interview:

 
 

Aus dem Mobbing heraus gefunden

Sebastian Hartmann wird in der Schule gemobbt. Das hat Folgen für sein Leben. Er flüchtet in Scheinwelten. Sucht einen Ausweg im Sport. Der wird zur Sucht. Im Sport war Sebastian Hartmann gut. „Wer in Sucht gerät, der ist auf der Suche“, sagt er. Der damals 13-Jährige fühlt sich nicht geliebt und nicht wertvoll. Sein Selbstwertgefühl leidet. Er leidet täglich unter den Streichen der Mitschüler, in Computerwelten und Pornografie versucht er sich abzulenken. Aber er fühlt sich gefangen wie in einem Teufelskreis. Schließlich löst sein christliches Elternhaus eine Lebenswende aus: Sebastian Hartmann fällt auf die Knie und bittet Gott um Hilfe.

 

 

Auch in den Kirchen gibt es Mobbing

Dass es auch Mobbing im Raum der Kirchen, Freikirchen, Gemeinschaften und Jugendverbänden gibt, das erlebt Pastor Jacob Wiebe von der Mosaikkirche in Detmold. „Mobbing passiert unter einem anderen Deckmantel: Der Vorgabe von durchaus geistlichen Motiven. Aber man kann hier auch von geistlichem oder religiösem Missbrauch sprechen“, so Wiebe. Das ganze Interview gibt‘s hier:

 


Shitstorms und Cybermobbing – Streit im Netz

Besonders im scheinbar anonymen Raum des Internets werden zunehmend alle Regeln des respektvollen Umgangs missachtet. In den Kommentarspalten wimmelt es von abwertenden, geringschätzenden Bemerkungen, sogenannte „Trolle“ schüren absichtlich Streit und Hass. Eine repräsentative Umfrage der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen verdeutlicht, welche Relevanz das Thema hat: Demnach haben etwa 96 Prozent der 14- bis 24-Jährigen in Deutschland schon Hass im Netz erlebt und gesehen.

Bei ERF Medien finden wir Hasskommentare und Respektlosigkeit vermehrt in den Kommentarspalten unserer beiden TV-Formate ERF MenschGott und Gott sei Dank. In diesen Sendungen erzählen Menschen von persönlichen Erlebnissen. Genau diese Verletzlichkeit nutzen manche Zuschauer, um Hass und Verachtung zu verbreiten. Unsere Redaktionsassistentin Nina Kopp bearbeitet eingehende Kommentare zu den Sendungen. Bei manchen Nutzerreaktionen fragt sie sich: 

„Würden Hater / Hetzer auch so reden, wenn ihnen die Personen gegenüber sitzen – so face to face? Mir zeigt das ihre Verletzlichkeit und ihre Suche nach Gutem. Sind sie unzufrieden, neidisch, oder haben sie den Wunsch, Gott auch zu erleben?“

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr die ERF MenschGott-Sendung mit Chantal Grandpair aus dem Herbst 2018. Sie ist auf YouTube eine der am häufigsten aufgerufenen und kommentierten Sendungen dieser Reihe. Diese Sendung zum Thema Satanismus hat polarisiert und es gab heftige Kommentare: missbilligend, abwertend, beleidigend, übergriffig. Wenn Nina Kopp solche Kommentare moderiert, denkt sie dabei besonders an die Gäste der Sendungen.

Ich möchte die Gäste davor schützen solche verletzenden Worte zu lesen. Kommentare, die unter die Gürtellinie gehen, lösche ich kommentarlos, weil ich vermeiden will, dass die Hasskommentare weiter ausarten. Manchmal verberge ich Kommentare, wenn User einfach nur provozieren wollen. Ich wäge bei heftigen Kommentaren ab, was ich stehen lassen kann, ohne dass jemand persönlich angegriffen oder gemobbt wird. Dort, wo die Community von sich aus gut mit den Hasskommentaren umgeht und es durch kritische Anmerkungen zu sinnvollen Diskussionen kommt, spricht nichts dagegen es stehen zu lassen. Aber dort, wo sich eine riesige Abwärtsspirale zu entwickeln droht, lösche ich rigoros. Das hat dann nichts mehr mit Meinung zu tun. – Nina Kopp, Redaktionsassistentin

 

 

 

Redaktionsassistentin Nina Kopp (Foto: privat)

 

Auch Redakteur Daniel Kopp hat mit Hasskommentaren zu den Beiträgen der Gott sei Dank-Sendungen zu tun.

Daniel Kopp

In einem Beitrag über ein schwerkrankes Kind, das früh stirbt, benutzt der Protagonist beim Sprechen viele Füllwörter. Darüber haben sich viele User lustig gemacht. Außerdem haben sehr viele den Rat gegeben, dass es doch besser gewesen wäre, das Kind abzutreiben. Dann hatten wir mal einen Beitrag über eine schwerbehinderte Frau. Da gab es einige negative Kommentare wie diesen: „Die ist hässlich dieses Mädel, ich kann kotzen“. – Daniel Kopp, Formatleiter Gott sei Dank

 


 

Solche Kommentare offenbaren die Abgründe der distanzierten Kommunikation im Internet. Das Thema Hate Speech beschäftigt auch die Politik. Der Europarat hat die internationale Kampagne „No Hate Speech Movement Deutschland“ gegen Hass im Netz initiiert. Seit 2016 koordiniert der Verein „Neue deutsche Medienmacher“ diese Bewegung. Unter dem Motto „Laut und freundlich“ klären sie über das Phänomen Hassrede auf. Auch der Fernsehmoderator Tim Niedernolte zeigt, wie es anders gehen kann.

 

Er ist davon überzeugt, dass Wertschätzung eine Waffe gegen Hate Speech ist und große positive Strahlkraft hat. Im Gespräch mit Andreas Odrich spricht Tim Niedernolte darüber, wie sich im Journalismus Wertschätzung gegenüber Misstrauen und Hate Speech durchsetzen kann.



 

Der Umgangston ist sehr rau geworden

 

„Manchmal habe ich den Eindruck, im Internet ist die Hölle los“. Das beobachtet Stefan Loß, wenn er im Internet unterwegs ist. Aber statt Beschimpfungen und Unterstellungen sollte auch im Internet Liebe, Gnade und Barmherzigkeit vorherrschen. Mit dem Bibelvers in Jesaja Kapitel 42 Vers 3 wirft er einen Blick auf Gottes Umgang mit uns.  

 

 


Wie können wir richtig streiten und Konflikte lösen?

Tipps zum Umgang mit Konflikten gibt unsere Überlebenshelferin Sigrid Röseler:

 

 

Die ÜberLebenshelferin zeigt verschiedene Möglichkeiten wie wir auf Konflikte reagieren können und welche Strategie dabei am erfolgreichsten ist, um sie zu lösen.

Die ÜberLebensHelferin weiß, warum es zu einer gesunden Streitkultur gehört, Konflikte auszutragen. Aber Streiten will gelernt sein. Diese 4 Tipps helfen dabei.



 

Warum Streit wichtig ist

Streit fühlt sich in der Regel nicht gut an. Deswegen geht der ein oder andere Konflikten lieber aus dem Weg, versucht Streitigkeiten möglichst schnell beizulegen. Aber ist Unwohlsein der richtige Anhaltspunkt, nach dem man Streit bewerten sollte?

Nein, findet Redaktions-Volontärin Sarah-Melissa Loewen. Streit zu vermeiden, um sich selbst und den anderen zu schonen, ist falsch verstandene Zurückhaltung. Im Gegenteil: Für ein friedliches Miteinander ist es sogar notwendig zu streiten. Denn Streit geschieht dort, wo man sich nahe kommt. Streitigkeiten auszufechten bietet die Chance, Beziehungen zu vertiefen und neu auszubalancieren. Denn Streit bringt zum Ausdruck, dass die Sache, um die gestritten wird, bedeutungsvoll ist. Lesen Sie mehr darüber:

 

Streit besser verstehen

Streit gehört zum Leben, ob in Familie, Beruf, Gemeinde oder Freizeit. Deswegen sollten Konflikte nicht unter den Teppich gekehrt, sondern ausgetragen werden. Dieser Meinung ist auch Arno Backhaus, Sozialarbeiter, Autor und Referent bei Eheseminaren. Er zeigt auf, wie man konstruktiv und fair streiten kann, sodass am Ende eine Einigung steht. Außerdem nimmt Arno Backhaus die unterschiedlichen Persönlichkeitstypen mit ihren ganz eigenen Bedürfnissen und Verhaltensmustern genauer in den Blick – die Ursache für Streit in Partnerschaften, Familien und christlichen Gemeinden.

Wo es keine Konflikte mehr gibt, ist kein Leben vorhanden, meint der Lebensberater, Pastor und Redakteur Jörg Kuhn. Ein konfliktfreies Leben in unserem irdischen Dasein ist also nicht möglich. Die Frage ist, wie jeder Einzelne mit Konflikten umgeht. Das Umfeld, aus dem man stammt, und die Lernerfahrungen sind in dieser Hinsicht prägend. Viele Konflikte haben ihren Ursprung in der Herkunftsfamilie. Jörg Kuhn lädt dazu ein, auf dem Papier alle an einen Tisch zu holen und die Konflikte aufzuarbeiten: „Mit Jesus haben wir die Möglichkeit unsere Lebensgeschichte von heute an nicht mehr nach dem alten Muster weiter zu schreiben bzw. zu gestalten“. Je nachdem, mit welcher Grundannahme man Konflikten begegnet, sind sie entweder Angriffe auf unser Selbst und gefährden unser Überleben, oder Konflikte schaffen etwas Neues und führen zu einem besseren Verständnis von sich selbst und anderen. Jörg Kuhn zeigt unterschiedliche Konfliktarten auf und fünf verschiedene Gelegenheiten, wie man darauf reagieren kann.

 

 

 


Streiten und sich dennoch lieben – Familie & Partnerschaft

„Auseinandersetzung gibt es bei uns täglich. Aber es gibt natürlich auch mal richtig heißen Streit. Und da haben wir in der letzten Zeit deutlich dazu gelernt, offen und ehrlich zu streiten. Was allerdings auch nicht immer ganz einfach ist“. Das sagt der Diplom-Psychologe Joachim Lask.
Der Experte für Familie, Partnerschaft und Erziehung gibt Tipps zum Umgang mit Konflikten.
 

 

Kehrt erstmal der Alltag in eine Beziehung ein, tun sich viele Paare zunehmend schwer mit der Kommunikation. Obwohl die meisten Paare mehr als eine Stunde täglich miteinander reden, liegt die Scheidungsrate hoch. Dr. Joachim Engl hat spezielle Trainingskurse für Paare entwickelt. Er gibt Tipps, wie Paare besser miteinander kommunizieren können, Kritik äußern und sich im Streit verhalten sollten.

 



Konflikte können Beziehungen vertiefen

Die Basis vieler Konflikte bilden meist mangelndes Verständnis füreinander. Diese Erkenntnis hat sich für Pastor Tobias Teichen und seine Frau Frauke in 16 Jahren Ehe durchgesetzt. Wie man konstruktiven Umgang mit Konflikten lernen kann, darüber haben sie schon viel gesprochen. Aus ihren Erfahrungen ist sogar ein Buch entstanden.

 


ERF Mitarbeiter zum Thema Streitkultur

 

 


Mehr Beiträge und Artikel zum Schwerpunktthema finden Sie außerdem in unserem Magazin ERF ANTENNE.


 

 


Streithähne in der Bibel

Ob zwischen zwei Personen oder zwischen Völkern. Streit führt nicht nur zu Wortgefechten sondern auch zu Mord und Krieg. Im Alten und Neuen Testament werden auf vielen Seiten Konflikte geschildert. Es lohnt sich, auch auf diese Geschichten einen genauen Blick zu werfen.


Schon auf den ersten Seiten der Bibel wird berichtet, wie ein Konflikt die paradiesischen Zustände zwischen den Menschen und Gott beeinträchtigt. Die Bibel berichtet viel zum Thema Streit: Sie legt zum einen häufige Streitursachen offen, zum anderen zeigt sie anhand von Positiv- und Negativbeispielen auf, wie man mit Konflikten umgehen kann.



 

Versöhnung statt Rache

Eine prominente biblische Person ist Joseph, der Sohn des Patriarchen Jakob. In seiner Geschichte findet sich reichlich Konfliktstoff. Wolf-Dieter Kretschmer hat über diese Geschichte nachgedacht – eine Geschichte, die im Kern von Versöhnung handelt.

Er hat überraschende Entdeckungen gemacht:
 

1. Schwere Wegstrecken haben in Gottes Plänen ihren Sinn

Der Sklave Joseph wurde im Haus des Offiziers Potifar und im Staatsgefängnis für seine spätere Führungsaufgabe geprägt. Gottes Wege erschließen sich oft erst in der Rückschau.

2. Gott schreibt Geschichte – auch mit mir

Ich bin Teil Gottes großer Geschichte mit dieser Welt. Es kommt darauf an, dass ich meinen Platz einnehme und mich dort einbringe, wo Gott mich hingestellt hat.

3. Versöhnung ist nur dort möglich, wo Unrecht als solches benannt wird

Versöhnung setzt Vergebung voraus. Vergeben werden kann mir nur dann, wenn ich meine Schuld als solche bekenne und die Bereitschaft zur Verhaltensänderung mitbringe. 

 

4. Ich kann es mir leisten, großmütig zu sein

Es entlastet mich zu wissen, dass Gott Geschichte schreibt, und es macht mich demütig. Wenn er die Geschicke dieser Welt lenkt, kann ich es mir leisten, auf Genugtuung zu verzichten. 

5. Versöhnung eröffnet neue Perspektiven

Nicht nur zerbrochene Beziehungen können heilen. Versöhnung schafft die Voraussetzung für ein gutes Leben im umfassenden Sinn und es ermöglicht eine bessere Zukunft.

6. Versöhnung ist unter Umständen ein langer Prozess

Es wäre naiv zu denken, dass mit einer Aussprache alles „in Butter“ ist. Versöhnung ist ein zartes Pflänzchen, dass nur langsam wächst. Ich muss mich darauf einstellen, dem Prozess Raum geben und mit Rückschlägen rechnen. 

 

 

 


Nach dem Streit – Vergebung und Versöhnung?!

Oft verletzt man sich im Streit gegenseitig. Dann ist die erste Reaktion: Rückzug. Doch damit ist die Sache noch lange nicht bereinigt. Im Gegenteil: Es führt häufig dazu, dass sich die Fronten verhärten, innere Mauern errichtet werden und Bitterkeit das Herz vergiftet. Lesen Sie hier, warum es keine Lösung ist, sich nach einem Streit aus dem Weg zu gehen. 

Aber was tun, wenn es kräftig gekracht hat? Schnell kommt der Rat „Vergib dem anderen“. Doch das ist leichter gesagt als getan.
 


Lasten ablegen

Vergebung ist das zentrale Thema des christlichen Glaubens. Jesus selbst fordert seine Nachfolger auf zu vergeben, wenn ihnen Unrecht angetan wurde. Deswegen stehen besonders Christen in der Gefahr, zu schnell Vergebung auszusprechen, obwohl sie innerlich noch nicht bereit dazu sind. Denn Vergebung ist manchmal schwer und braucht viel Zeit. Jeder Konflikt hinterlässt Verletzungen, Kränkungen prägen sich immer tiefer ein. Das kann dazu führen, dass die Seele Schaden nimmt.

 

Katrin Faludi hat mit dem Psychiater und Chefarzt der psychotherapeutischen Abteilung der Klinik Hohemark Dr. Martin Grabe gesprochen, wie Vergebung aus psychologischer Perspektive funktioniert. „Es ist meine Erfahrung, dass unvergebene alte Geschichten eine große Rolle im Leben von Menschen spielen“. Sich schmerzvolle Gefühle aus der Vergangenheit bewusst zu machen und zu bearbeiten ist nur der erste Schritt in Richtung Heilung. Damit es Menschen dauerhaft besser geht, müssen sie diese alten Geschichten auch loslassen können.

Es ist meine Erfahrung, dass unvergebene alte Geschichten eine große Rolle im Leben von Menschen spielen. – Dr. Martin Grabe, Psychiater und Chefarzt

 

 

 

Vergebung unmöglich?

Manche Vergehen wiegen so schwer, dass Vergebung unmöglich erscheint. Birgit Peters ist geschockt, als die Polizei ihr diese Nachricht mitteilt: „Wir haben ihren Mann tot aufgefunden. Auf einer unbelebten Straße. Erstochen in seinem Taxi.“ Der 19-jährige Täter wird gefasst und die Witwe verfolgt jeden einzelnen Verhandlungstag. Sie hätte den Mörder ihres Mannes am liebsten im Gerichtssaal erschossen. Doch sie kann ihren Hass überwinden.



 

Vergebung erlebt

Jaques Vermeulen glaubt, immer an allem schuld zu sein. Schuld, dass seine Eltern ihn brutal verprügeln, schuld, dass sein Leben nicht gelingt. Wut und Verbitterung prägen sein Leben. „Wer schuld ist, muss bestraft werden“, denkt er sich. Er will ins Gefängnis und sorgt dafür, dass er dort landet. Doch auch in Gefangenschaft, spürt er keine Erleichterung. Die Frage: „Wo kann ich Vergebung finden?“ wird übermächtig. Dann erlebt Jaques Vermeulen Gottes Vergebung, sodass er schließlich anderen und sich selbst vergeben kann.

 

 

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