Höher, schneller, weiter

Immer weiter – vorwärts

„Ich schaff‘ das (ganz alleine)!“ Dieser Satz kann krank machen, doch nimmt man die letzten beiden Worte weg, kann er zu einer Ermutigung werden. Wer auch in einer schwierigen Situation noch Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten hat, wird mit Herausforderungen sicherer umgehen als jemand, der die ganze Zeit befürchtet zu versagen. Eine positive Lebenseinstellung, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Bereitschaft, an Herausforderungen zu wachsen, können entscheidend dafür sein, ob man an einer schwierigen Aufgabe oder Herausforderung wächst oder zerbricht. Doch was ist nötig, um negativen Stress positiv umzudeuten?

Kinder sind wahre Lebenskünstler, wenn es darum geht, Herausforderungen anzunehmen. Ein Kind lässt sich nicht davon abschrecken, dass der erste Laufversuch daneben gegangen ist oder dass die Mama das erste gesprochene Wort nicht verstanden hat. Ein Kind lernt an seinen Fehlern. Es fällt und steht wieder auf. Doch spätestens im Erwachsenenalter geht uns dieser positive Umgang mit Herausforderungen verloren. Die verhauene Abschlussprüfung wiegt eben schwerer als dass die zehn Monate, die man brauchte, um laufen zu lernen. Dabei könnte eine entspanntere und vor allem positivere Lebenseinstellung so manche stressige Situation entspannen.

Nicht selten ist uns dies sogar bewusst und wir stellen fest: „Wenn ich meine Arbeit gelassener sehen würde, wäre ich deutlich leistungsfähiger“ oder „Wenn ich nicht bei jeder Auseinandersetzung mit meinen Kindern an die Decke ginge, würden sie mir eher gehorchen.“ Doch wie finden wir zu einer solchen gelassenen Lebenshaltung? Eines ist jedenfalls klar: Geschenkt wird sie uns nicht. Doch wir können lernen, besser mit Herausforderungen umzugehen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der Andacht „Befreiungsschlag“
(Foto: Jessmine / fotolia.com)

Ein erster wichtiger Schritt kann darin liegen, zu filtern: Welche Aufgabe liegt mir, welche nicht und wo darf ich getrost auch einmal Nein sagen? Auch wenn irgendwo ein Mangel besteht, bedeutet dies nicht, dass ausgerechnet wir in die Bresche springen müssen. Einer unserer Andachtschreiber bringt diese Erkenntnis sehr treffend auf den Punkt: „Wir dürfen bei vielen Anfragen befreit Nein sagen – denn es ist schlicht nicht unsere Aufgabe, nur irgendwelche Löcher zu stopfen.“ Wenn wir diesen Tipp beherzigen, können wir zum Einen unser persönliches Potenzial besser entfalten und werden dies zum Anderen vermutlich auch stressfreier tun, als wenn wir versuchen, in etwas der Beste zu sein, was uns eigentlich nicht liegt.

Mehr zum Thema Gaben erfahren Sie im Artikel „Ein Unikat Gottes“.
(Foto: Gerti G. / photocase.com)

Doch ab und zu stellt sich uns dann die Frage: Was kann ich eigentlich gut? Wo liegen meine Begabungen? Oder fromm gefragt: Welche Geistesgaben habe ich? Wer hier mehr herausfinden will, ist gut beraten, sich mit den eigenen Fähigkeiten, Charaktereigenschaften und Neigungen auseinanderzusetzen. Der Artikel „Ein Unikat Gottes“ gibt gute Tipps, wie man diesen Fragen auf die Spur kommt: „Als erstes brauche ich ein gutes Gespür für mich selbst. Worin gehe ich auf, bei welcher Tätigkeit vergesse ich die Zeit? Worin wäre ich bereit, regelmäßig Zeit und Geld zu investieren? Anhand dieser Fragen kann ich meinen Gaben auf die Spur kommen. Denn in den Bereichen, die mir liegen, in denen ich effektiv bin, sind meine Gaben sicher nicht weit.“

Vielleicht stellt aber auch eine konkrete Situation eine scheinbar zu große Herausforderung dar oder ich erlebe, dass ich in einem Lebensbereich gerne wachsen würde, aber einfach nicht vorankomme. In einer solchen Situation kann es hilfreich sein, sich einen geistlichen Mentor zu suchen. Was man bei der Suche nach einem solchen Berater beachten sollte und wie der Rahmen für ein Mentoring aussehen kann, dazu erfahren Sie in dem Artikel „Voneinander lernen, miteinander wachsen“ mehr.


Im Radiobeitrag „Notwendig, aber manchmal ungesund“ erfahren Sie mehr über falschen Ehrgeiz.

Manchmal kann es aber auch dran sein, die eigenen Erwartungen mit der Realität abzugleichen. Es schadet nichts, seine Sache gut machen zu wollen, aber zuviel Ehrgeiz kann sich negativ auf mich und die Menschen in meinem Umfeld auswirken. Doch das ist manchmal gar nicht so einfach, gerade wenn mir manche Aufgaben früher leichter von der Hand gingen. Gerade bei Menschen in der Lebensmitte führt diese Erfahrung oft zu einer Krise. Man merkt einerseits, dass man nicht mehr so leistungsfähig ist wie früher, andererseits wünscht man sich oft noch mal, eine neue Aufgabe zu übernehmen oder auf andere Weise aus dem festgefahrenen Alltagstrott auszubrechen. Wie kann man mit diesen widerstreitenden Wünschen umgehen? Dazu weiß unsere ÜberLebensHelferin Rat: