Eine Filmrezension

„Der dunkle Turm“

Filmadaption einer Romanreihe von Stephen King

Vielleicht muss man darüber zuallererst reden, wenn man eine neue Stephen-King-Verfilmung bespricht: Stephen Kings dunkle Geschichten, seine irrwitzigen Handlungen, seine Horrorvisionen. Darf man das als Christ? Viele meinen, King sei besessen und bringe dämonische Eingebungen zu Papier. Ich vermag das nicht zu beurteilen, ob King ein Besessener in diesem Sinne ist oder ob er sich nur eine – verzeihen Sie das Wortspiel – verteufelt gute Fantasie bewahrt hat. Ich halte es mit der Stelle aus 1. Korinther 6,12. Paulus schreibt hier: „Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten.“ Für mich ist das die Freiheit in Christus.

Wer damit kein Problem hat, soll sich das angucken. Das wird niemanden vom Glauben ab- oder von Jesus wegbringen. Wer aber weiß, dass er von solchen Filmen schlecht träumt, dass ihn solche Visionen verfolgen, der sollte lieber einen Nicholas-Sparks-Film schauen. Wie sich das bei „Der dunkle Turm“ verhält, dazu später mehr. Es gibt Geschichten von King, die ich weder angucke, noch lese. Andere wiederum sind großartig und dürfen in keiner Home-Videothek fehlen! „Die Verurteilten“ etwa, der nicht umsonst seit 2008 die Nummer Eins der „250 besten Filme der IMDb“ anführt. Ich glaube, dass Stephen King in seinen Büchern tief sitzende Ängste verarbeitet – und ich glaube, dass Jesus da die wesentlich bessere Verarbeitungsstrategie wäre, als das Bücherschreiben.

Zurück zu „der dunkle Turm“:

Darin geht es zunächst um Jack Chambers. Jack ist eigentlich ein ganz normaler Junge, wenn er nicht diese Alpträume hätte. Er träumt von einer düsteren Welt, in der ein Revolvermann gegen den Mann in Schwarz kämpft. Der Mann in Schwarz will den dunklen Turm zerstören, der das Gleichgewicht im ganzen Universum darstellt und der das Universum zusammenhält. Niemand glaubt Jack, sein Stiefvater will ihn gar in eine Anstalt einweisen. Jack erkennt, dass die Leute, die ihn dorthin abholen wollen aus seinen Träumen stammen. Er türmt und entdeckt auf der Flucht ein Portal in eine andere Welt.

Dort begegnet er dem Revolvermann aus seinen Träumen. Er nennt sich Roland und befindet sich in einem ewigen Kampf mit dem Mann in Schwarz, den er Walter nennt. Der Mann in Schwarz hat alle Revolvermänner außer Roland umgebracht. Roland jedoch ist immun gegen Walters Magie. Jack entdeckt in sich eine Gabe, die als „Shining“ bezeichnet wird. Die hilft ihm selbst und Revolvermann Roland im Kampf gegen den Mann in Schwarz.

 

Adaption nur lose angelehnt

„Der dunkle Turm“ ist eine achtbändige Romanreihe von Stephen King. Angekündigt wird der Film als Verfilmung eben dieser Reihe, doch inhaltlich hat dies mit dem Roman kaum noch etwas zu tun. Der Revolvermann, der Mann in Schwarz, Jack, der Kampf um den dunklen Turm ist das, was geblieben ist. Die Story ist ein Sammelsurium aus acht Bänden, hauptsächlich wohl aus dem Zweiten, verniedlicht mit einem versöhnlichen Hollywood-Ende. Wer in den Film geht, und alle acht Bände von „Der dunkle Turm“ gelesen hat, wird enttäuscht werden – vor allem, wenn er erwartet, den Roman hier abgebildet zu sehen – was aber in dürftigen 95 Minuten überhaupt nicht möglich ist. Wer die Bücher nicht kennt und unvoreingenommen ins Kino geht, findet eine interessante Mischung aus Fantasy, Western, (kaum Horror übrigens – untypisch für King) und Science-Fiction.

Stichwort FSK

Trotzdem ist das nichts für Kinder, auch wenn der Film ab 12 freigegeben ist. Damit ist er für Kinder ab 6 in Begleitung ihrer Eltern zugänglich. Davon halte ich überhaupt nichts. Eine Freigabe ab 16 wäre hier eher angebracht. Es gibt Sequenzen, da werden Kinder entführt – weitere Ausführungen spare ich mir. Zudem sieht man unappetitliche Aliens – wir sind schließlich in einer anderen Welt. Und natürlich ist der Film actiongeladen mit Kämpfen und Schusswechseln. Nochmal: Das ist kein typischer King-Horror – eher vergleichbar mit „The Green Mile“ –eine Fantasy-Geschichte, aber kein gruseliger oder blutrünstiger Horror.

Idris Elba spielt Revolvermann Roland und macht seine Sache gut. Neben dem Jungen Tom Taylor als Jack ist er der einzige, der wirklich Klasse hat. Matthew McConaughey als Mann in Schwarz ist mir persönlich ein wenig zu glatt geraten. Vielleicht liegt es daran, dass der Film den Zuschauer nicht so richtig vom Hocker reißt, erst recht, wenn man eine gute Stephen King Verfilmung erwartet. Sogar als jemand, der die Romane nicht gelesen hat.

Fazit

Der Film hat gute Momente und ist unterhaltsam, das will ich gar nicht bestreiten. Aber er ist eben nicht wirklich herausragend. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass dies der Auftakt zu einem ausgedehnten Franchise werden soll. Ob weitere Filme folgen oder ob eine TV-Serie à la HBO daraus gemacht wird, ist noch nicht ganz klar. Auch wenn beides im Gespräch ist, muss man wohl auf die endgültige Entscheidung warten. „Der dunkle Turm“ dürfte auf DVD oder im Fernsehen gut wirken. Die Kinokarte ist er aber eigentlich nicht wert. 

 

Spaß   ✓✓✓
Action   ✓✓✓
Spannung   ✓✓✓
Gefühl   ✓✓
Anspruch  
Umsetzung   ××
Note   3-

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Der dunkle Turm“
Spielfilm, USA, 2017
Regie:   Nikolaj Arcel
Originaltitel:   The dark tower
Verleih:   Sony
Länge:   95 Min
Kinostart:   10. August 2017
Genre:   Fantasy
Darsteller:








 
  Idris Elba,
Matthew McConaughey,
Tom Taylor, 
Katheryn Winnick,
Abbey Lee,
Jackie Earle Haley,
Claudia Kim,
Nicholas Hamilton,
Fran Kranz,
u.a.
FSK:   ab 12
Unsere
Empfehlung:
 
ab 16