/ Calando

Leben mit einer neuen Niere

Die Nieren sind faszinierende Organe. Dreihundertmal am Tag filtern sie unser Blut – rund 1.800 Liter fließen Tag für Tag durch die beiden Organe und reinigen so unser Blut von den unterschiedlichsten Giftstoffen. Bei 1,5 Millionen Menschen in Deutschland funktionieren die Nieren nicht mehr richtig – etwas 80.000 sind dauerhaft auf Dialyse angewiesen.  Jedes Jahr werden rund 3.000 Nieren transplantiert – davon 600 von Lebendspendern. Der 10. März ist der „Weltnierentag“ – ein Datum, an dem dieses lebenswichtige Organ besonders im Mittelpunkt steht. In der Reihe „Calando“ sprechen wir heute mit Betroffenen über ihre Erfahrungen mit der Krankheit, über Therapien und Heilungschancen. Michael Troß hat zweimal eine neue Niere bekommen, war zwischendurch jahrelang an der Dialyse, was ihn nicht davon abgehalten hat, beruflich und privat die Welt zu bereisen. Uwe Korst leidet an den sogenannten „Familiären Zystennieren“ – der am weitesten verbreiteten Erbkrankheit. Im Verlauf der Krankheit bilden sich zahlreiche Zysten an den Nieren und das Organ schwillt bis auf das 10-20 fache an und verliert nach und nach seine Funktion. Seine Frau Gabriele hat ihm 2011 eine Niere gespendet.

Ein Gebet, das Michael Troß drei Jahrzehnte lang durch seine schwere Krankheit begleitet hat:

 „Die schwerste Bitte: ‚Dein Wille geschehe!’“

„Dein Wille geschehe!“ So sprach ich auch gern,

als Not und Trübsal und Sorge fern.

Dann kamen Stunden, so bang und so schwer,

da wollt’ es kaum über die Lippen, o Herr.

Wenn das Herz blutet, die Seele weint,

wenn der helle Tag uns wie Nacht erscheint,

dann, dann ist es so unsagbar schwer,

zu sprechen: „Dein Wille geschehe, o Herr!“

Dann möchte ich rufen: „Herr, muss es denn sein?

Nur das nicht, nur das nicht, o Vater mein!“

Und das Herz sträubt sich, den Weg zu gehen;

Es kann den Allmächtigen nicht verstehen,

und es ruft wohl in all dem Schmerz und der Pein:

„Mein Gott! Mein Gott! Soll das Liebe sein?“

Und wieder und wieder: „O Vater, vergib,

vergib meine Zweifel, Du hast mich doch lieb;

verzehrt sich mein Herz auch in Weh und Pein

muss dennoch Dein Weg der rechte sein.

Dein Wille geschieht zwar, wenn ich’s auch nicht will,

doch macht dieses Wissen das Herz mir nicht still.

Herr, lehr Du mich rufen von Herzensgrund,

dass ich sprech’ mit dem Herzen, nicht nur mit dem Mund:

„Dein Wille geschehe! Nicht wie ich will!“

Nur so wird es in mir allmählich still.

Herr, wende mein Herz ganz ab von der Welt,

und führe Du mich, wie Dir es gefällt.

Sind rauh auch die Wege und dornenvoll,

ich weiß, Du führest mich dennoch wohl.

Dies soll meine tägliche Bitte sein:

„Dass ich nichts mehr begehre, als Dich, Herr, allein.“

Dein Wille gescheh’, wenn die Sonne lacht,

Dein Wille gescheh’ in Trübsalsnacht,

Dein Wille gescheh’ jetzt und ewiglich,

So nimm Herz und Hände und führe mich!

Wenn ich auch das Ziel Deiner Wege nicht seh’,

Du führst mich doch wohl, Herr, Dein Wille gescheh’!"

Hermann Enke (erschienen im SCHÄFER-VERLAG PLAUEN i.V.)

 

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