Glaube und Theologie

Nur ein Märchenbuch?

Die Un-Glaubwürdigkeit der Bibel – Teil 2.

Haben Sie sich auch schon gefragt, wie man einem nicht wissenschaftlichen Buch glauben kann? Die Bibel wird doch mit Recht ständig in Frage gestellt. Im neuen Testament gibt es sogar vier verschiedene Evangelienberichte! Alles höchst fragwürdig. Vom 27. bis 29. Dezember liefern wir in drei aufeinanderfolgenden Artikeln auf einige Vorwürfe Antwortmöglichkeiten — mit Hinweisen zu Autoren, weiterführender Literatur, Online Videos, oder DVDs – für alle die es noch genauer wissen möchten. Hier finden Sie den ersten Artikel zum Thema. Natürlich können auch drei Artikel diesem komplexen Thema Bibel nicht gerecht werden. Die folgenden Antwortversuche sollen stattdessen dazu dienen, den Glauben an die Zuverlässigkeit der Bibel neu zu entfachen und den Appetit nach mehr Information zu den Themen anzuregen 

Aussage 1: Die Bibel ist kein wissenschaftliches Buch und darum unglaubwürdig

Die Bibel selbst hat nie den Anspruch erhoben, ein wissenschaftliches Buch zu sein. Wer heute ein Buch eines Holocaustüberlebenden liest oder einen Zeitungsbericht über China unter Mao Zedong, liest ebenfalls keine „wissenschaftlichen“ Berichte. Aber bedeutet das etwa, dass sie deswegen im Wiederspruch zur Wissenschaft stehen? Wenn jemand im Jahr 1466 über ein Tier geschrieben hätte, das wir heute nicht kennen, kann die Wissenschaft diesen Bericht bestenfalls bestätigen, sollten sich weitere Indizien (z.B. Höhlenmalereien, Knochenfunde) finden.

Einen Bericht handfest zu widerlegen ist weitaus schwerer als man glauben möchte. Wenn jemand im Jahr 3001, eine Zeitung vom Anschlag am 11. September 2001 finden würde, wäre diese Geschichte in tausend Jahren nicht weniger glaubwürdig als heute — selbst wenn sich keine „Beweise“ mehr dazu finden ließen. Denn Zeit spielt für vergangene Ereignisse keine Rolle.

Aussage 2: Kein Buch ist historisch so häufig in Frage gestellt worden wie die Bibel

Das Problem bei historischen Ereignissen ist, dass sie nicht wiederholt werden können – und entsprechend kaum zu beweisen oder zu widerlegen sind. Wer Geschichte studieren und verstehen will, muss darum wie ein guter „Detektiv“ denken. Man sammelt Indizien z.B. „Werkzeuge aus der damaligen Zeit“, oder „Berichte von Zeugen“. Das können Wandmalereinen in Höhlen sein, Kerben auf einem Stein oder Schriftrollen etc., in denen Augenzeugen der damaligen Zeit geschehene Ereignisse festhielten. Diese „Zeitzeugen“ prüft man dann auf ihre Glaubwürdigkeit hin und rekonstruiert einen „Tathergang“.

Keine Zeitzeugen und antiken Schriften wurden jemals so intensiv und andauernd in Frage gestellt und untersucht wie die biblischen. Dass sie dennoch wiederholt bis heute „die Indizienprozesse“ auch gewinnen, demonstriert stets aufs Neue, wie außerordentlich glaubwürdig sie sind.

Aussage 3: Die Inhalte der Bibel können gar nicht wahr sein

Da Geschichte nicht wiederholt, sondern bestenfalls rekonstruiert werden kann „fungieren Historiker als Juristen, die einen Indizienprozess aufbauen“ (Dr. Jürgen Spieß, Althistoriker). Die Indizienlast zugunsten der Bibel ist außerordentlich stark. Sie ist beispielsweise voller Detailinformationen, macht sehr viele spezifische Orts-, Zeit- und Personenangaben, die sich teilweise mit anderen zeitgenössischen Berichten gegenprüfen lassen. Oder sie berichtet über Bräuche und Sitten, die es heute zwar nicht mehr gibt, die aber mit anderen Zeitzeugnissen übereinstimmen (gute Empfehlung Film: „Patterns of Evidence“).

Die Bibel beschreibt außerdem viele für uns unwichtige Dinge wie: „Es war aber der zehnte Tag des ersten Monats“ (Jos 4,19), oder: „Es regnete aber und war kalt“ (Esra 10,9), oder: ein gewisser „Simon aus Zyrene, der Vater von Alexander und Rufus.“(Mk 15,21) Das sind genau die Art von Details, die man in Augenzeugenberichten (wie aus einem Tagebuch) erwarten darf – und die Bibel ist voll davon.

Aussage 4: Die Verschiedenheit der Evangelien widerspricht der Glaubwürdigkeit

Die Unterschiede in den Evangelien-Berichten (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) widersprechen der Glaubwürdigkeit keineswegs, stattdessen zeugen sie von der Echtheit der Bibel. Es wäre in jedem Fall etwas faul an der Sache, wenn alle Berichte vollkommen übereinstimmen würden — abgesehen von der Tatsache, dass keine Notwendigkeit für 4 verschiedene Erzählungen bestanden hätte. Matthäus und Johannes gehörten zu „den 12 auserlesenen Jüngern“ mit entsprechender Autorität, daher hatten sie die Kompetenz, frei aus ihrer Erinnerung zu schreiben, ganz im Gegensatz zu Markus und Lukas.

Der aus Syrien stammende Lukas, kam als Autor erst später dazu und war angewiesen, alles genau zu recherchieren, die bereits vorhandene Berichte (z.B. von Matthäus und Markus) zu lesen und Teile davon zu kopieren (š Lukasprolog, Luk 1,1-4). Auch der Evangelist Markus hatte sicher Respekt davor, alles aus freier Hand zu schreiben und wird sich auf Aussagen von Petrus (einige gehen davon aus, dass er wegen der spezifischen Petrusberichte, ein enger Jünger des Petrus war) und Texte von Matthäus verlassen haben. Das dürfte der wahre Grund sein, warum sich fast jeder Text im Markusevangelium auch bei Matthäus findet. Dass aber Matthäus, einer „der 12 Apostel“, der von Anfang an dabei war, sich die Mühe gemacht haben soll, ausgerechnet von Markus abzuschreiben (oder von sonst jemandem), ist äußerst zweifelhaft. Doch das wird überraschenderweise immer noch häufig gelehrt, weil man davon ausgeht, dass der kürzere Text (Markus) auch der frühere gewesen sein muss.

 

Aussage 5: Das Johannesevangelium tanzt komplett aus der Reihe

Dass sich das Evangelium von Johannes so stark von den anderen Evangelien unterscheidet, hängt A) damit zusammen, dass weder Markus noch Lukas von ihm abschreiben konnten, weil seine Schrift erst viel später kam und B) damit, dass er selbst nirgendwo abschreiben musste (genau wie Matthäus). Seine Version der Ereignisse zu Jesu Leben wurde vermutlich erst gegen Ende seines Lebens verfasst. Es gab keine Veranlassung, noch ein viertes Mal das aufzuschreiben, was allen schon längst bekannt war. Vielmehr sah er die Entwicklungen innerhalb des Christentums. So nahm er wahr, dass Jesu Gottesanspruch mehr und mehr verwässert und sogar abgestritten wurde. Die meisten Apostel waren bereits tot, so dass Johannes als einziger die Autorität hatte, eine weitere Zusammenfassung der Lehren Jesu aufzuschreiben und klarzustellen, das Jesus der Christus ist – das „Fleisch gewordene Wort Gottes“, welches Gott selbst ist (Joh 1,1).

Die Prophetien bestätigen die Glaubwürdigkeit

Es gibt bereits sehr viele Bücher und Videos, die im Detail auf alle diese Indizien zur Glaubwürdigkeit der Bibel eingehen. Wer sich dafür interessiert, kann sich leicht mit entsprechender Literatur eindecken (z.B. Josh McDowell, Amy Orr-Ewing, Jürgen Spieß, Timothy Keller aber auch der Mathematiker John Lennox sind z.B. gute Adressen zu diesem Thema

Ein weiteres starkes Indiz für die Glaubwürdigkeit der Bibel sind die vielen Prophetien, die sich immer genau erfüllten. Das ist einer der Gründe, warum viele Wissenschaftler einige Bücher der Bibel in eine spätere Zeit datieren „müssen“ (also in eine Zeit, in der sich die Prophetie bereits erfüllt hat), weil sie sonst zugeben müssten, dass es so etwas wie „echte Prophetie“ gibt. Doch wenn Gott real ist, warum sollte er nicht prophetisch reden können? Er wäre tatsächlich unglaubwürdig, wenn er es nicht könnte.

Fazit

Das Wichtigste von allem bleibt die Tatsache, dass die Bibel nicht irgendeine abstrakte Sammlung verschiedener Bücher ist, sondern mehr als alles andere „ein großes Ganzes“. Sie beschreibt eine Person – nämlich die Person Gottes und seinen Plan und seine Liebe für uns Menschen: 1.Kor 2,7-12. Denn Gott ist derselbe gestern, heute und in alle Ewigkeit (Heb 13,8). Daher ist auch die Glaubwürdigkeit der Bibel bis heute gewährleistet, denn „der Autor“ lebt und hat seinem Wort nichts mehr hinzuzufügen, da er vom Beginn der Welt im 1. Buch Mose, dem ersten Buch der Bibel, bis hin zur Offenbarung, dem letzten Buch der Bibel, bereits die gesamte uns bekannte Zeitgeschichte umfasst und abgehandelt hat. 


Hier finden Sie die anderen beiden Artikel zum Thema

 

 


Kommentare

Von Holger G. am .

@S. M. Garcia,
"Das Ergebnis hat mich selber verblüfft und ihr könnt etwas davon in diesen Artikeln finden. Denn es ist durchaus richtig was da steht, und hält auch genauer Prüfung stand."
Ist das die Standardantwort?
Und warum verlinken Sie zu einem YouTube-Interview des betrügerischen Apologeten Timothy Keller?
Er wurde der Quellenfälschung überführt und damit ein für alle Mal indiskutabel! Wenn jemand zum Instrument der Lüge greift, um seine Sache "glaubwürdiger" erscheinen zu lassen, disqualifiziert er sich total. Das trifft für T. Keller ganz offensichtlich zu.

Von S. M. Garcia am .

Danke für die Rückmeldung. Ja, diese Vorstellungen sind weit verbreitet, und ich habe sie selbst geglaubt (dass z.B. die Archäologie alles wiederlegt hat, dass die Evangelien viel später geschrieben wurden, bzw. andere Verfasser etc.). Ich studiere schon viele Jahre Theologie – auch ganz offiziell an der Uni. Doch wenn ihr wüsstet, auf was für Ideen (nicht Fakten) letztlich fußt, was da gelehrt wird… Nun mich zumindest hat es stutzig gemacht und veranlasst intensiv nachzuforschen - jahrelang. mehr

Von Holger G. am .

Ich bin ein bisschen vergrätzt, weil dieser Text so viele Unrichtigkeiten enthält!
Leider sind es so viele, dass ich ohen großen Aufwand darauf nicht eingehen kann. Deshalb nur ein paar Punkte:
Die Evangelien Matthäus und Johannes stammen NICHT von den gleichnamigen Jüngern. Es ist unzweifelhaft, dass die Namensgebungen der Evangelien erst im Laufe des 2. Jhdts. erfolgt sind. Wir wissen - evtl. mit Ausnamhe von Lukas - so gut wie nichts über deren Verfasser.
"Echte Prophetie" gibt es nicht mehr


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