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Mutter-Sein im Krisenmodus

Die Corona-Krise fordert manche Mutter extrem heraus. Aber es gibt Hilfe.


Die Corona-Krise fordert nicht nur das Gesundheitssystem und die Wirtschaft heraus. Auch Eltern, und oft insbesondere Mütter, sind plötzlich mit ganz besonderen Herausforderungen konfrontiert: Viele arbeiten zuhause und müssen gleichzeitig ihre Kinder beschäftigen. Wer schulpflichtige Kinder hat, steht außerdem vor der Aufgabe, die eigenen Sprösslinge zu unterrichten. Die Ausgangsbeschränkungen führen dazu, dass man darüber hinaus kaum die Möglichkeit hat, sich mal aus dem Weg zu gehen.

Kein Wunder, dass die Nerven mancher Mutter momentan ziemlich blank liegen. Was tun, wenn der Familienalltag zu anstrengend wird? Praktische Tipps für die Zeit im HomeOffice und Ideen zum Spielen haben Katrin Faludi und Manuela Odrich gesammelt. Aber es gibt – Gott sei Dank – auch noch einen stillen, aber sehr wirkungsvollen geistlichen Helfer:
 

Vor einiger Zeit stieß ich bei Facebook auf einen sehr treffenden Mütter-Post: Nebeneinander waren darin zwei Fotomontagen zu sehen. Auf dem einen Foto sah man unter der Überschrift Andere Mütter“ eine adrett mit Schürzchen gekleidete Barbiepuppe, die strahlend lächelnd einen leckeren Kuchen in einer rosa Vorzeigeküche präsentierte. Auf dem zweiten stampfte ein brauner Plastikdinosaurier mit aufgerissenem Maul durch das Bild. Auf ihren Pranken hielt diese Dinomama, die mit einer Omaschürze bekleidet war, ein Backblech mit ziemlich durchschnittlich aussehenden Keksen. Die Bildüberschrift dazu lautete: „Ich“.
 

Vorzeigemutter? Von wegen!

Ja, wir Mamas verwandeln uns unseren Kindern gegenüber manchmal in feuerspeiende Drachen. An manchen Tagen sind wir sogar by default im Drachenmodus“, wie eine Freundin es einmal ausdrückte. Von der strahlenden und glücklichen Vorzeigemutter, die alles im Griff hat, bleibt dann wenig übrig. Meistens sind wir in solchen Momenten über uns selbst erschrocken und unser Verhalten tut uns leid. Wir nehmen uns fest vor, es besser zu machen, schaffen das aber nicht so, wie wir es wollen.

Manchmal hilft es, in solchen Situationen mit anderen Müttern darüber zu reden oder sich zumindest dem Partner anzuvertrauen. Mich hat es erleichtert, wenn ich gemerkt habe, dass auch andere Mütter (und Väter) mit dem Drachen in ihnen zu kämpfen haben.

Mich hat es erleichtert, wenn ich gemerkt habe, dass auch andere Mütter (und Väter) mit dem Drachen in ihnen zu kämpfen haben.

 

Daneben gibt es noch eine Hilfe, die mir für meinen Erziehungsalltag sehr wichtig geworden ist: Den Heilige Geist. Christen glauben, dass Gott am ersten Pfingstfest seinen Geist auf die Jünger Jesu ausgegossen hat. Seitdem steht die dritte Person der Dreieinigkeit jedem zur Verfügung, der sich Jesus anvertraut hat und ihm nachfolgen will. Dieser Ratgeber“ oder Tröster“, wie Jesus ihn auch genannt hat, ist die entscheidende Kraft, die das Leben eines jeden Christen verändern und gestalten will und kann.

Bildlich gesprochen ist der Heilige Geist der Ritter, der es mit dem unberechenbaren Drachen in mir aufnehmen und ihn zähmen kann. Leider unterschätzen auch Christen diese verändernde Kraft oft oder nehmen sie nicht in Anspruch. Stattdessen mühen wir uns selbst damit ab, uns zu verändern – und sind frustriert, wenn es nur im gewissen Maße gelingt.
 

Die Kraft zur Veränderung kommt nicht aus mir

Wahrscheinlich wünscht sich jede Mutter für ihren Erziehungsalltag die Eigenschaften, die der Apostel Paulus in seinem Brief an die Galater aufzählt: Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung (Galater 5,22-23). Das Geheimnis liegt darin, Gottes Geist um die notwendige Veränderung zu bitten und ihn wirken zu lassen. Er schafft es, Verhaltensweisen auch da dauerhaft positiv umzugestalten, wo ich mit meinem eigenen Bemühen nicht weiterkomme.

Das Geheimnis liegt darin, Gottes Geist um die notwendige Veränderung zu bitten und ihn wirken zu lassen. Er schafft es, Verhaltensweisen auch da dauerhaft positiv umzugestalten, wo ich mit meinem eigenen Bemühen nicht weiterkomme.

 

Das gilt übrigens auch für unsere Kinder. Erwachsene und Kinder sind aus Gottes Gnade gerettet und müssen nicht aus eigener Kraft so leben, wie Gott es als unser Schöpfer von uns möchte. Wenn wir unsere Kinder dazu anleiten, dass sie sich aus eigener Kraft wie kleine Superchristen“ benehmen sollen, verlangen wir etwas Unmögliches von ihnen.

Das Neue Testament aber zeigt einen anderen Weg auf: Weil Gott weiß, dass wir an ihm und aneinander schuldig werden, bietet er uns in einem ersten Schritt Vergebung durch seinen Sohn Jesus Christus an. In einem zweiten Schritt will er uns durch die Kraft seines Heiligen Geistes verändern, während wir Jesus nachfolgen.
 

Das ist die gute Nachricht für die Drachenmama in mir:

Wenn es in mir kocht und brodelt, wenn Freundlichkeit, Geduld oder Selbstbeherrschung in einem wütenden Fauchen und Brodeln untergegangen sind, kann ich das Gott sagen, ihn (und meine Kinder) um Vergebung bitten - und darum, dass er mich verändert und mir hilft, ruhiger zu reagieren.

 

Gebet

Vater im Himmel, du kennst die Momente, in denen ich wie ein Drache durch unsere Wohnung stürme und Dampf ablasse. Du weißt, was der Auslöser dafür ist. Ich bitte dich: Lass mich verstehen, welche große Kraft zur Veränderung du mir mit dem Heiligen Geist geschenkt hast. Wirke du mit deinem Geist in meinem Leben und bezähme du durch ihn den Drachen in mir.

Amen.

 


Dieser Text ist eine gekürzte Fassung von „Pfingsten – oder was Drachenmamas verändern kann" aus dem Andachtsbuch „Mach mal Pause, Mama!“ (Hanna Willhelm: Mach mal Pause, Mama!; ISBN 978-3-95734-631-5; erhältlich ab September 2020).

Wir danken Gerth Medien für die freundliche Genehmigung zur Vorabveröffentlichung.


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Kommentare

Von Sonja K. am .

Sehr cool! Lustig, realitätsnah. Und das Beste: die Ermutigung, dass Veränderung möglich ist! Freue mich schon auf das Buch "Mach mal Pause, Mama!"


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