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Meine Vorsätze für das neue Jahr

Wie ich meine innere Widerstandskraft stärke.


Ein ganzes Jahr lang keine Schokolade essen – das haben eine Freundin und ich uns einmal vorgenommen. Deshalb stopften wir uns kurz vor Silvester noch so viele Schokoladentafeln wie möglich rein – bis uns schlecht war. Der erste Januar war da und wie das so oft ist mit guten Vorsätzen, hielt auch unserer nicht lange. Am Morgen gab es schon das erste Nutellabrot.

Nicht jeder gute Vorsatz, den man sich vornimmt, gelingt auch sofort. Manches ist ein Prozess und Disziplin muss man üben. Für das nächste Jahr nehme ich mir vor, gesund zu leben. Nicht nur, dass ich mehr auf meine Ernährung achten will, sondern auch, dass ich bewusst mein allgemeines Wohlbefinden verbessern will. Dafür ist es wichtig, dass ich meine Resilienz, meine innere Widerstandsfähigkeit für Krisenzeiten und Rückschläge stärke.
 

Hier kommen meine 5 Resilienz-Vorsätze für das neue Jahr:

1. Eine Vision verfolgen

Ich möchte mir öfter vor Augen führen, welche Träume ich habe. Wofür schlägt mein Herz? Ich will daran denken, was ich erreichen will. Ich will darauf hinarbeiten, das zu gestalten, was ich mir für mein Leben wünsche. In schwierigen Zeiten möchte ich schneller zu der Einstellung kommen, das Leben zu bejahen und Niederlagen zu akzeptieren, weil ich Ziele vor Augen habe, die es wert sind, nicht aufgegeben zu werden.
 

2. Optimistischer sein

Dietrich Bonhoeffer schreibt: „Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie uns nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern auf ihn verlassen“

Wenn schwierige Lebenslagen mir zu schaffen machen, möchte ich mich daran erinnern, dass Gott in der Lage ist, alles zum Guten zu wenden (Vgl. Römer 8,28). Selbst wenn es sich manchmal nicht so anfühlen mag, dass ich die Herausforderungen, die sich mir stellen, durchstehen kann, möchte ich mich erinnern, dass es doch möglich ist. Ich will zurückschauen auf das, was ich bereits durchgestanden habe und erkennen, dass es mich widerstandsfähiger gemacht hat. Vor allem will ich nicht vergessen, dass ich in meiner Not nicht allein bin und dass mit Gott alle Dinge möglich sind.
 

3. Stärke aus Verwundbarkeit wachsen lassen

Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. (2.Korinther 12,9).

 

Neulich habe ich in einem Artikel gelesen, dass Verwundbarkeit nicht immer als Schwäche zu definieren ist. Laut Hildegund Keul, einer Theologin, gibt es eine „Macht aus Verwundbarkeit […] dort, […] wo Menschen ihre eigene Verwundbarkeit aufs Spiel setzen für ihre Mitmenschen, die in Not geraten sind“. Es gibt demnach eine Möglichkeit, Lebensressourcen freizusetzen, indem ich Ressourcen verschwende. Es ist zwar nicht in jedem Fall möglich, deswegen muss ich mich immer selbst fragen, wann ich mich vor Verwundung schützen muss und wann ich mich freiwillig verwundbar mache.1

Wenn ich Verletzlichkeit zulasse, kann ich andere Menschen mit dem, was ich habe, trösten. Diese Macht stärkt mich und ich wünsche mir, dass ich im neuen Jahr bereit bin, mich dort, wo es nötig ist, verwundbar zu machen und aus meiner Verwundbarkeit Stärke wachsen lassen kann. Verwundbar mache ich mich, wenn ich meine Schwächen nicht überspiele, ich ehrlich und offen bin. Wenn mich die Not meiner Mitmenschen berührt.
 

4. Selbstvertrauen stärken

Ich möchte mir meiner Talente und Fähigkeiten bewusster werden. Dass ich die Dinge, die ich mir vornehme, auch schaffen werde. Möglichkeiten ergreifen, in denen ich merke, dass ich auf eine gute Weise Einfluss habe. Und dabei mein Bestes geben. Das gibt mir Sicherheit und stärkt mein Selbstvertrauen. Zudem möchte ich leben ohne in einer ungesunden Weise abhängig von Menschen zu sein. Jeden Fortschritt, den ich in meinem Leben sehe, möchte ich „feiern“. Das stärkt meine Hoffnung und Zuversicht. Es tut mir gut und macht mich innerlich stark.
 

5. Gesunde Beziehungen pflegen

Für eine gute psychische Gesundheit sind gesunde Beziehungen unerlässlich. Ich nehme mir vor, gute Beziehungen mehr zu pflegen und ungesunden Beziehungen nicht denselben Raum zu geben. Ausschließlich schädigende Beziehungen will ich loslassen oder auf Abstand halten. Ohne Ausnahme. So hart es auch sein mag. Je größer mein soziales Netz wird, in dem ich mit Unterstützung rechnen kann, desto entlasteter fühle ich mich. Selbst wenn ich manche Hilfe nicht unbedingt benötigen werde, stärkt es meine Resilienz, wenn ich weiß, dass ich Menschen habe, die mir gute Ratschläge geben könnten oder mir auf einem anderen Weg in schlechten Zeiten beiseite stehen könnten.

 

Im nächsten Jahr möchte ich meine Ressourcen ausbauen und damit meine innere Widerstandskraft stärken. Resilienz ist nämlich keine Konstante, die so bleibt wie sie ist. Ich möchte positiven Einfluss auf meine Widerstandskraft haben, denn meine Resilienz zu fördern, hält mich gesund und trägt damit zu meinem allgemeinen Wohlbefinden bei.


[1] Hildegund Keul, Vulnerabilität und Resilienz. Christlich- theologische Perspektiven, in: MThZ 67 (2016) 224-233.



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