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© Jill Wellingston / pexels.com

12.04.2024 / Serviceartikel / Lesezeit: ~ 4 min

Autor/-in: Rebecca Schneebeli

Freie Zeit statt Freizeitstress

Der Frühling macht Lust auf viele Freizeitaktivitäten. 3 Tipps gegen Freizeit-Workaholismus.

Der Frühling ist da. Für mich ist das eine Zeit, in der ich meist voller Vorfreude bin. Ich male mir aus, was ich in der warmen Jahreszeit alles unternehmen werde. Die ersten Wochenenden kommen, wo ich mal wieder von morgens bis abends unterwegs bin. Ich hole die Wanderstiefel aus dem Schrank und fotografiere die ersten Frühlingsblumen mit einer Begeisterung, als hätte ich noch nie zuvor Tulpen und Narzissen gesehen.

Zu meinem Enthusiasmus kommt aber auch schnell Frust und Erschöpfung dazu. Denn nicht nur ich habe offensichtlich meinen Tatendrang entdeckt, sondern auch alle um mich herum wollen etwas unternehmen. Ich gehe unter in den vielen tollen Angeboten und möchte am liebsten überall zusagen. Aber mir sitzt der Winter noch in den Knochen und ich merke: So viel Energie wie gedacht, habe ich nicht.

Drei Tipps, wie du deine Freizeit wirklich zum Entspannen nutzen kannst, statt besonderen Erlebnissen hinterherzuhetzen, bietet dir dieser Artikel.

1. Verplane nicht jedes Wochenende!

Nicht nur im Frühling kann die Freude an erfüllenden Freizeitaktivitäten in Frust umschlagen. Viele Menschen leben mittlerweile in einem Kreislauf des Freizeit-Workaholismus, aus dem auszusteigen ihnen unmöglich scheint. Denn da müsste ich ja jemanden mit einer Absage vor den Kopf stoßen oder erkennen, dass ich den lange geplanten Städtetrip, die fordernde Wandertour und den erholsamen Saunabesuch nicht stressfrei an einem Wochenende unterbekomme.

Aber wer nicht nur seine Arbeitstage, sondern auch seine Freizeit durchtaktet wie einen Fahrplan, wird schnell bemerken, dass die gewünschte Erholung ebenso auf sich warten lässt, wie die Züge der Deutschen Bahn. Auf Druck entspannen funktioniert nämlich nicht.

Trotz aller Vorfreude auf Wandertouren, Städtetrips und Grillabende mit Freunden lohnt es sich, die ersten warmen Tage nicht direkt komplett zu verplanen.

Stattdessen kann man auch einfach mal „FREI“ in den Kalender schreiben und dann an dem freien Tag nach einem ausgiebigen Frühstück überlegen, worauf man heute Lust oder eben auch keine Lust hat.

2. Gestatte dir zweckfreie Freizeit!

Die Freizeit wirklich als freie Zeit zu genießen, ist besonders für Menschen herausfordernd, die wie ich zeitintensive Hobbies haben oder gar selbstständig sind. Letztens war eine Freundin zu Besuch und fragte mich nach meinen Hobbies. Traurig musste ich ihr mitteilen, dass ich so gut wie keine Hobbies mehr habe.

Ich liebe Geschichten und Sprache und mit der Entscheidung, ernsthaft an einem Buchprojekt zu arbeiten, habe ich quasi mein Hobby zum Beruf erhoben. Noch immer strahlen meine Augen, wenn ich jemandem erzählen kann, dass ich mal wieder ein Kapitel abgeschlossen habe oder in einem Kurs etwas Neues gelernt habe, ABER ich trauere auch um den Verlust, etwas Kreatives zu tun, ohne dass es einem Zweck dienen muss.

Vielleicht kennst du das auch, selbst wenn du dein Hobby nicht professionalisiert hast. Vielleicht läufst du Marathon, spielst Fußball im Verein oder nähst deine eigenen Kleider und hast den Punkt erreicht, an dem du dein Hobby nicht mehr nur aus Freude daran ausübst, sondern um deine Zeit beim nächsten Marathon zu verkürzen, beim nächsten Spiel zu gewinnen oder damit deine Kinder im nächsten Winter etwas zum Anziehen haben.

Wenn du das bei dir bemerkst, kann es dran sein, dir zusätzlich ein neues Hobby zu suchen, bei dem du bewusst jeglichen Druck rausnimmst und einfach nur genießt, was du tust. Denn wenn selbst jede Freizeittätigkeit einem Zweck dienen muss, gibt uns dies nicht die nötige Arbeitspause, die wir als Menschen brauchen. Ich etwa versuche bis auf die wenigen Workshoptermine sonntags nicht zu schreiben, selbst wenn es mich in den Fingern juckt.

3. Gönn dir bildschirmfreie Zeiten!

Ein weiterer Aspekt, der uns am Entspannen hindert, ist, dass unser Leben immer stärker von Bildschirmen bestimmt wird. Ich merke das bei mir selbst. Eigentlich möchte ich noch in einem Buch lesen, aber dann dehne ich meine Serienzeit von einer auf zwei Folgen aus oder entdecke etwas Spannendes auf Instagram und plötzlich ist die freie Zeit schon wieder vorbei.

Erst danach merke ich, dass der dauernde Blick aufs Handy, selbst wenn ich mir darauf potenziell entspannende Inhalte anschaue, mich nur wenig entspannt. Per Chat kommt eine Terminabsprache für einen Gemeindetermin rein, per Mail eine Anfrage für ein nebenberufliches Projekt. Und schon bin ich raus aus der Entspannung und mein Kopf ist wieder mit Organisieren beschäftigt.

Selbst wenn ich in der Natur unterwegs bin, ertappe ich mich regelmäßig dabei, wie ich das Handy zücke – und wenn es nur ist, um eine schöne Blume oder einen tollen Ausblick festzuhalten.

Meist bleibe ich dann noch an den Nachrichten hängen, die ich zwischenzeitlich erhalten habe, und bin mit dem Kopf schon wieder ganz woanders.

Aus diesem Grund gibt Alissa Levy in ihrem Buch „Heute fange ich an“ einige Tipps für „Hobbies ohne Bildschirm“. Zu nennen wären hier: Backen, Gärtnern, Vögel beobachten, Rollschuh fahren, Hundesitten und Puzzeln. Wie du siehst, sind dabei einige Aktivitäten, die du super an den wärmeren Frühlingstagen umsetzen kannst. Weitere Tipps findest du im Buch selbst.

Und wenn du sonst immer Andachten oder die Bibel am Handy liest, kannst du auch hier mal wieder bewusst zu einem Buch greifen und zumindest probeweise eine bildschirmfreie Variante austesten.

Vielleicht hast du auch noch Tipps für bildschirmfreie Hobbies parat! Teile sie gerne als Kommentar zur Inspiration der anderen Nutzerinnen und Nutzer von erf.de.
 

 Rebecca Schneebeli

Rebecca Schneebeli

  |  Redakteurin

Rebecca Schneebeli ist Literaturwissenschaftlerin und arbeitet nebenberuflich als freie Lektorin und Autorin. Die Arbeit mit Büchern ist auch im ERF ihr Steckenpferd. Ihr Interesse gilt hier vor allem dem Bereich Lebenshilfe, Persönlichkeitsentwicklung und Beziehungspflege. Mit Artikeln zu relevanten Lebensthemen möchte sie Menschen ermutigen.

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Kommentare (2)

Madleen /

Ich kann super entspannen, wenn ich Musik mache. Ich covere Songs aus dem Radio mit der Gitarre und singe dazu. Mit der Zeit bin ich immer besser darin geworden, so dass der Spaßfaktor echt hoch mehr

Ilona /

Handarbeiten entspannen! Stricken, häkeln, sticken….liebs☺️

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