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© Faruk Tokluoğlu / unsplash.com

20.07.2023 / Serviceartikel / Lesezeit: ~ 6 min

Autor/-in: Rebecca Schneebeli

Kreativität zum Anfassen

Fünf Wege, Gott in der Natur zu begegnen und seine Schöpfung zu erleben.

Sommerzeit ist Draußenzeit. In keiner anderen Jahreszeit spielt sich das Leben so sehr draußen ab wie im Sommer, auch wenn dies durch die Digitalisierung bereits deutlich nachgelassen hat. Nichtsdestotrotz bieten sich die Sommermonate besonders an, um Gottes Schöpfung neu zu entdecken. In der Natur zeigt sich die unglaubliche Kreativität und Allmacht Gottes. Ich möchte dich dazu einladen, die Schöpfung in diesem Sommer mal ganz bewusst zu erleben.

Denn Gottes Schöpferkraft kann auch unsere eigene Kreativität beflügeln, sie eröffnet uns Wahrheiten über sein Wesen und lädt im hektischen Alltag zum Entspannen und Verweilen ein. Aber sie möchte auch gehegt und gepflegt werden.

Ich zeige dir fünf Möglichkeiten, Gott in der Natur zu begegnen. Einige von diesen Vorschlägen lassen sich besser im Sommer umsetzen, andere kannst du in jeder Jahreszeit ausprobieren. Los geht’s!

1. Erlebe Gottes Schöpfung

Eine naheliegende Möglichkeit, unsere von Gott erschaffene Umwelt zu entdecken, besteht darin, Aktivitäten in der Natur zu unternehmen und dabei bewusst Gottes Schöpfung wahrzunehmen. Dies können wir allein oder mit anderen tun. Plane einfach mal eine Wandertour mit Freunden oder radelt zusammen an einem Sonntagnachmittag an den See oder veranstaltet als Familie ein Picknick.

Deiner Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Wann warst du das letzte Mal zelten? Hast du je unter freiem Himmel geschlafen? Probiere es doch mal aus! Mach beim Waldbaden mit oder unternimm eine Nachtwanderung. Vielleicht möchtest du sogar eine kleine Pilgerreise machen. Du wirst sehen, dass dir dadurch ganz neue Aspekte an Gottes Schöpfung auffallen.

Aber egal, was du machst, lass dir neben allen Aktivitäten Raum dafür, Gott in seiner Schöpfung wahrzunehmen. Oder – wenn du etwas mit anderen machst – sei hellhörig dafür, ob und wie die gemeinsame Naturerfahrung euch offen macht für tiefe Gemeinschaft. Beim Wandern führe ich oft die spannendsten Gespräche.

Egal, was du machst, lass dir neben allen Aktivitäten Raum dafür, Gott in seiner Schöpfung wahrzunehmen.

2. Bestaune Gottes Schöpfung

Vielleicht bist du wie ich ein Mensch, der sich beim aktiven Erleben der Natur schon einmal im Tun verliert. In den Kilometern, die noch bis zum Berggipfel zu bewältigen sind, in den Gesprächen mit anderen am Seeufer. Dann kann es dir helfen, einen besinnlicheren Weg zu wählen, um Gottes Schöpfung zu begreifen.

Wir können Gottes Schöpfung nämlich nicht nur erleben, sondern auch bestaunen. Schon in der Bibel gibt es etliche Psalmen, die das tun. Mir hilft es, mir ganz gezielt die Schönheit der Natur vor Augen zu führen. Hier spricht jeden etwas anderes an. Folgende Aktivitäten laden mich immer neu dazu ein, Gottes Schöpfung zu bewundern:

  • einen Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang anschauen
  • einen (botanischen) Garten oder Park besuchen und die verschiedenen Blumen und Pflanzen bestaunen
  • in einer Sommernacht Sterne betrachten

Noch eindrucksvoller wird es, wenn du zum Sonnenaufgang bewusst an einen bestimmten Ort fährst, Sterne nicht nur im heimischen Garten, sondern in einem Sternenpark beobachtest oder einen Park mit exotischen Pflanzen auswählst. Aber auch im normalen Stadtpark lassen sich schöne Blumen bewundern. Außergewöhnlichkeit ist daher kein Muss, richte lieber deine Gedanken darauf aus, das Besondere auch im scheinbar Gewöhnlichen wahrzunehmen.

Richte deine Gedanken darauf aus, das Besondere auch im scheinbar Gewöhnlichen wahrzunehmen.

3. Lerne Gottes Schöpfung besser kennen

Immer wenn ich in den Urlaub fahre, wird mir bewusst, wie viel von Gottes Schöpfung ich noch nicht kenne. An jedem Urlaubsort begegnet mir irgendetwas, was ich noch nicht wusste. Ob es die Vielzahl an Rebsorten ist, die mir in einem Weinanbaugebiet auffällt, oder ungewöhnliche Tier- und Pflanzenarten.

Ein Weg, Gott in der Natur zu begegnen, ist für mich als wissbegieriger Mensch daher Neues über seine Schöpfung zu lernen. Und zwar am liebsten ganz praktisch. Dazu kann ich an einen Ort fahren, den ich noch nicht kenne. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten, Gottes Schöpfung besser kennenzulernen.

Ein Weg, Gott in der Natur zu begegnen, ist für mich als wissbegieriger Mensch Neues über seine Schöpfung zu lernen.

Vielleicht bist du beim heimischen „Sterne zählen“ neugierig geworden und möchtest mal eine richtige Sternwarte besuchen. Oder dich faszinieren die verschiedenen Pflanzenarten aus dem botanischen Garten. Dann kannst du dich bei einer Heilkräuterwanderung anmelden. Viele Volkshochschulen bieten solche Führungen an, auch Waldführungen werden immer häufiger.

Auch unter Tage gibt es manches zu entdecken. Warst du schon mal in einer Tropfsteinhöhle oder einem Salzbergwerk? Wenn du gerne kochst, kannst du auch kulinarisch Gottes Schöpfung neu entdecken, indem du Rezepte mit Gemüse oder Früchten ausprobierst, die du noch nicht kennst.

Sei kreativ und lerne neue Aspekte von Gottes Schöpfung kennen, die dir noch nicht bewusst waren. Es wird deinen Blick dafür schärfen, wie vielfältig und wunderbar unsere Welt gemacht ist.

4. Lobe Gottes Schöpfung

Wenn du Christ bist, weißt du es wahrscheinlich schon: Als Menschen sind wir aufgefordert, Gottes Schöpfung nicht nur zu genießen, zu bewundern und zu erforschen, sondern auch den Schöpfer dieser Welt für seine Taten zu loben.

Vielleicht fällt dir das schwer. Eventuell bist du dir noch gar nicht sicher, ob du an Gott glaubst. Oder aber dir fehlen die richtigen Worte oder es fühlt sich komisch für dich an, Gott im Gebet für die Natur zu danken. Dann habe ich einige Tipps für dich, wie du Gottes Schöpfung auf andere Weise preisen kannst.

Denn ein Lob auf Gottes Schöpfung kannst du auch ohne Worte anstimmen. Du könntest zum Beispiel einfach losziehen und Naturmotive fotografieren, die dich begeistern. Oder aber du malst ein Bild von etwas, was dir an Gottes Schöpfung besonders gefällt, vorausgesetzt: Malen macht dir Freude.

Ein Lob auf Gottes Schöpfung kannst du auch ohne Worte anstimmen. Ziehe einfach mal los und fotografiere Naturmotive, die dich begeistern, oder male ein Bild davon.

Auch mit Worten kannst du Gott für seine Schöpfung auf andere Weisen loben als mit einem klassischen Dankgebet. Schreibe doch ein kurzes Gedicht oder einen anderen Text über etwas Schönes, was dir bei deinen Streifzügen durch die Natur aufgefallen ist. Und falls du Gott mit Worten loben willst, aber selbst keine findest, bete doch einmal Psalm 104, in dem der Psalmbeter ganz bewusst Gottes Schöpfung preist.

5. Bewahre Gottes Schöpfung

Gottes Schöpfung ist nicht nur schön und bewundernswert, sie braucht auch unseren Schutz. Das fällt mir immer dann ins Auge, wenn ich auf Wandertouren Müll am Wegesrand entdecke, aber auch dann, wenn im Spätsommer die Wiesen durch Trockenheit regelrecht verbrannt ausschauen.

In einigen dieser Bereiche können wir direkt Verbesserungen erzielen und die Natur schützen, etwa wenn du einen kleinen Müllbeutel im Wanderrucksack mitnimmst und Müll, der dir vor die Füße kommt, einsammelst und ordnungsgemäß entsorgst. Einige Städte veranstalten auch jährliche Cleanup‑Aktionen, an denen man sich beteiligen kann.

Auf andere Bereiche – wie langfristige Umweltveränderungen – haben du und ich als Einzelpersonen weniger Einfluss. Doch auch hier kannst du dich einbringen. Du kannst im Sommer häufiger das Rad für Besorgungen nutzen, wenn das für dich machbar ist. Oder aber du kannst im Garten eine Wildblumenmischung aussäen. Dabei handelt es sich um Blüten, die gezielt Insekten wie Bienen und Schmetterlinge anziehen. So kannst du dich an den schönen Schmetterlingen erfreuen und sie finden Nahrung. Eine echte Win‑Win‑Situation.

Zum Schutz heimischer Insekten- und Tierarten gibt es auch immer wieder Aktionen des NABU, wie etwa den „Insektensommer“. Beteilige dich an solchen Aktionen, wenn sie dir zusagen, oder überlege dir selbst Aktionen, die du allein oder mit anderen aus deiner Gemeinde starten kannst.

Lass dich vor allem nicht von der Vielzahl an Möglichkeiten stressen, die sich dir hier bieten, sondern suche dir eine oder zwei Sachen raus, mit denen du die Natur, die Gott uns geschenkt hast, schützen und bewahren möchtest, und ziehe es durch.

Suche dir eine Sache raus, mit der du die Natur, die Gott uns geschenkt hast, schützen und bewahren möchtest.

Was ist dein nächster Schritt?

Du hast nun eine Menge an Möglichkeiten kennengelernt, wie du Gott in der Natur entdecken und ihm begegnen kannst. Was ist für dich jetzt dran? Welchen Weg möchtest du in den kommenden Wochen der Sommerzeit ausprobieren? Teile uns das gerne als Leserbrief mit oder schreibe uns weitere Ideen, wie Gott für dich in der Natur erlebbar wird. Wir freuen uns von dir zu hören.

 Rebecca Schneebeli

Rebecca Schneebeli

  |  Redakteurin

Rebecca Schneebeli ist Literaturwissenschaftlerin und arbeitet nebenberuflich als freie Lektorin und Autorin. Die Arbeit mit Büchern ist auch im ERF ihr Steckenpferd. Ihr Interesse gilt hier vor allem dem Bereich Lebenshilfe, Persönlichkeitsentwicklung und Beziehungspflege. Mit Artikeln zu relevanten Lebensthemen möchte sie Menschen ermutigen.

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