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© Joshua Earle / unsplash.com

29.10.2021 / Service-Artikel / Lesezeit: ~ 5 min

Autor/-in: Anna Tacke

Nicht den Kopf in den Sand stecken!

4 Impulse, mit denen das Leben auch nach einem Schicksalsschlag weitergehen kann.


Ein Schritt und alles war anders

Gedankenversunken arbeitet Helmut Zettler auf dem Dach des Neubaus seiner Schreinerei. Nur noch ein paar Handgriffe, dann ist der Arbeitstag überstanden. Sorgen um seine Zukunft schwirren ihm durch den Kopf. Wird der Neubau sich rentieren, wird sein Betrieb wieder auf einen grünen Zweig kommen? Helmuts Frau hat ihn bereits ermahnt, er solle doch Feierabend für heute machen. Es ist schon dunkel. Es schneit. Es fehlen aber doch nur noch ein paar Kleinigkeiten.

Doch dann – ein falscher Schritt. Alles wird schwarz – als Helmut zu sich kommt, spürt er den Schnee, der ihm auf das Gesicht fällt. Er kann nicht atmen, Schmerz durchströmt seinen Körper. Erst im Krankenhaus wird ihm bewusst, was passiert ist: Ein Sturz vom Dach hat sein Leben verändert. Die Diagnose: Querschnittslähmung.

Aber Helmut gibt nicht auf. Trotz des schweren Schicksalsschlags ist er heute ein glücklicher und erfüllter Mensch. Er hat in unserer Sendung ERF Mensch Gott gesagt:

Ich bin behindert, aber ich behindere mich nicht selbst, sondern fordere das Leben heraus.

 

Wird das Leben aus der Bahn geworfen, ob durch einen Unfall oder den Verlust einer geliebten Person, ist der Alltag auf einmal von Grund auf verändert. Das zu akzeptieren ist schwer. Aber herausfordernde Situationen und Rückschläge gehören auch zum Leben dazu.

Hier sind vier Impulse, wie du trotz eines Schicksalsschlages positiv weiter durch das Leben gehen kannst:
 

1. Sei auch mal wütend

Manchmal sind Schicksalsschläge einfach unfair. Es scheint, als würden sie immer nur genau die treffen, die es am wenigsten verdienen. Warum ich, frage ich mich, nachdem mir das Leben einen Streich spielt und ich mit gebrochenem Bein vor dem defekten Fahrstuhl im Einkaufszentrum stehe. Wenn ich doch einfach die Treppen nutzen könnte!

Das Leben nach einem Schicksalsschlag kann anstrengend sein, einsam und es kann sich auch unerfüllt anfühlen. Da es ist vollkommen normal, darüber auch mal wütend zu sein. Denn solch einschneidende Erlebnisse sind wirklich unfair und ich habe es wirklich nicht verdient. Den Ärger darüber nur in mich hineinzufressen, macht die Situation aber nicht besser.

Es ist in Ordnung, mal nicht gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Es ist in Ordnung, wenn ich deswegen nicht die beste Laune habe. Ständig die Wut zu unterdrücken macht mich auf Dauer nur noch wütender. Ich darf die „gute alte Zeit“, in der meine geliebten Mitmenschen noch bei mir waren oder ich körperlich nicht eingeschränkt war, vermissen. Diese Sehnsucht nach der Vergangenheit, die Wut auf die jetzige Situation, darf ich zulassen, wenn sie mich überkommt. Denn:

Je mehr ich mich mit meiner Wut auseinandersetze, sie anspreche und versuche, sie zu verarbeiten, desto besser werde ich in der Zukunft mit ihr umgehen können.

 

2. Tausche dich mit anderen aus

„Wie soll das Leben denn nun weitergehen? – Wie soll ich für meine Familie sorgen? – Ich wollte doch noch so viel in meinem Leben machen!“ Diese Fragen und Gedanken stelle auch ich mir nach einem Schicksalsschlag. Und das ist verständlich! Mein Leben wurde auf den Kopf gestellt, da ist es normal – und auch gut – sich solche Fragen zu stellen. Ich muss meinen Alltag immerhin neu planen und diese Gedanken verschwinden leider nicht, nur weil ich sie in mir verstecke.

Wenn ich erst einmal damit anfange, mir meine Sorgen von der Seele zu reden, wird mir schnell bewusst, wie viele Menschen in meinem Umfeld wirklich Anteil mit meinem Schicksal nehmen möchten. Wie viele helfende Hände und Lösungsvorschläge mir zur Verfügung stehen. Ich muss neu organisieren, wie ich meinen Haushalt stemmen kann? Dann spreche ich mit meiner Familie und wir finden gemeinsam eine Lösung. Oder ich tausche mich mit Gleichgesinnten aus, die ähnlichen Erfahrungen gemacht haben. Wie viele Tipps und Ideen kann ich bekommen, wenn ich mich einfach anderen gegenüber öffne!

Und es gibt noch jemanden, der wirklich immer ein offenes Ohr für mich und meine Anliegen hat: mein Schöpfer. Mein mich liebender Gott möchte, dass ich zu Ihm komme, wenn ich Sorgen habe, mit denen ich nicht allein fertig werde. Er schenkt mir Lösungen für meine Probleme, wenn ich mich an Ihn wende, denn Er liebt mich und möchte, dass ich glücklich bin, egal wie mein Leben gerade aussieht. Dass Gott für uns Menschen da ist, das steht bereits im Buch Jeremia des Alten Testaments:

Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir kundtun große und unfassbare Dinge, von denen du nichts weißt (Jeremia 33,3).

 

3. Sei mutig und denke um

Unser ERF MenschGott-Gast Helmut Zettler musste von einem Tag auf den anderen umdenken. Gefesselt an den Rollstuhl konnte er seiner Arbeit nicht mehr so wie früher nachgehen. Ein neuer Plan musste her. Ebenso geht es vielen anderen Menschen, die sich durch Schicksalsschläge in einer neuen Lebenssituation wiederfinden.

Das Leben sieht nach einem einschneidenden Erlebnis einfach anders aus als vorher. Aber das ist kein Grund, aufzugeben. Vielmehr ist es ein Anlass für mich, mutig zu sein und umzudenken. Oft gibt es viele Möglichkeiten, trotz körperlicher oder psychischer Einschränkungen erfolgreich den Alltag zu meistern. Etwas passendes wird da auch für mich mit dabei sein. Not macht bekanntermaßen erfinderisch.

Wenn ich lerne, meinen neuen Alltag zu schätzen, dann werde ich bald merken, wie sehr mein Leben dadurch bereichert wird. Ein neuer Job, weil ich den alten nicht mehr ausführen kann oder eine neue Art, den Haushalt zu schmeißen sind Geschenke, die mich als Menschen weiterbringen können. Ich sehe sie nicht als Last an, sondern als Herausforderungen, um in mir selbst zu wachsen und stärker zu werden.

Wenn ich lerne, meinen neuen Alltag zu schätzen, dann werde ich bald merken, wie sehr mein Leben dadurch bereichert wird.

 

4. Vergiss‘ deinen eigenen Wert nicht

Heißt sich nicht vollständig fühlen direkt auch, weniger Wert zu sein? Manchmal denke ich das. Aber das Leben ist nicht gleich weniger lebenswert, nur weil ich mit einer körperlichen, seelischen, oder psychischen Einschränkung lebe.

Natürlich gibt es immer wieder Momente, wo ich das vergesse. Wenn nicht alles so funktioniert, wie ich es mir wünsche. Wenn ich wieder nicht aufstehen könnte, weil mir Depressionen die Energie rauben. Aber nur, weil mal nicht alles glatt läuft, bin ich ja nicht weniger wert als alle anderen. Ich bin es doch auch gar nicht, die das bestimmen kann! Das ist nicht meine Aufgabe, sondern die von Gott. Er hat mich in seinem Antlitz erschaffen und er ist es, der mir einen unerschütterlichen Selbstwert schenkt. Daran ändert sich auch nichts, wenn mir das Leben Steine in den Weg legt. Gott hat mich so geschaffen, wie er es für richtig hält.

Trotzdem gibt es immer wieder Situationen, in denen ich an meinem eigenen Wert zweifle. Aber genau dann kann ich mich wieder darauf besinnen, dass Gott mich unendlich liebt, ich für ihn unbeschreiblich wertvoll bin und er mich so geschaffen hat, wie ich bin – mit Handicap oder ohne.

Gott hat mich in seinem Antlitz erschaffen und er ist es, der mir einen unerschütterlichen Selbstwert schenkt.

 

Du weißt noch nicht, wie du einen guten Draht zu Gott bekommst? Dann schau dir doch mal den Workshop zum Thema Glauben an.
 

Helmut Zettler zu Gast bei ERF Mensch Gott

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