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© Sora Shimazaki / pexels.com

11.03.2024 / Andacht / Lesezeit: ~ 3 min

Autor/-in: Jens Kilian

Wer soll der neue Leiter werden?

Personalauswahl ist eine Herzensangelegenheit. Eine Andacht.

Welche Eigenschaften braucht die neue Führungskraft? Was macht einen guten Leiter aus? Solche Fragen stellt man sich, wenn man einen neuen Verantwortlichen sucht. Wenn der bisherige Leiter noch im Amt ist, erschwert das die Suche möglicherweise noch.

Der Prophet Samuel war in genau dieser Situation. Er sollte einen neuen König für Israel suchen, obwohl Saul noch im Amt war. Keine leichte Aufgabe und bestimmt beschäftigte ihn die eine oder andere solcher Fragen.

Gott selbst hatte Samuel losgeschickt und ihm gezeigt, aus welcher Familie der neue Herrscher kommen sollte. Nach den damals bekannten Regeln zur Auswahl eines Regenten wurde der älteste Sohn der Familie geholt, um sich vorzustellen. Für Samuel war er ein passender Kandidat und er konnte sich gut vorstellen, ihn zum zukünftigen König zu salben.

Gott jedoch macht dem Propheten deutlich, dass dies nicht derjenige ist, mit dem er die Zukunft Israels plant. Das naheliegende Vorstellungsgespräch war von Gottes Vorstellungen weit entfernt. Sieben Brüder kamen nacheinander zum Bewerbungsgespräch, doch alle wurden ausgesiebt. Beachtung fand dagegen der Achte, den man vom Hüten der Schafe vom Feld holte. Ein braun gebrannter junger Mann mit schönen Augen und von guter Gestalt mit dem Namen David.

Kritische Kriterien

An dieser Stelle müssten wir doch mal kritisch fragen, was hier eigentlich das Kriterium für die Auswahl war. War es die Schönheit Davids? Gutes Aussehen hilft bis heute bei Bewerbungen oft weiter, gutes Auftreten erst recht. Um diese Auswahl aber richtig einzuordnen, müssen wir verstehen, mit welcher Begründung Gott den ältesten Sohn ablehnte. Wir lesen es in 1. Samuel 16,7: „Sieh nicht an sein Aussehen und seinen hohen Wuchs; ich habe ihn verworfen. Denn es ist nicht so, wie ein Mensch es sieht: Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.“

Ich gehe davon aus, dass viele Personalchefs folgender Aussage zustimmen würden: Am Ende ist es entscheidend, dass ein Bewerber mit dem Herzen dabei ist und seine Arbeit mit Begeisterung macht. Denn mit dem Herzen dabei zu sein bedeutet doch, dass uns etwas wichtig, lieb und wertvoll ist.

David hatte offensichtlich Gott lieb, deswegen wurde er als neuer König auserwählt. Fehlte seinen Brüdern und dem amtierenden König Saul diese Liebe? Im neuen Testament lesen wir, dass Jesus Petrus beruft für eine Lebensaufgabe als Leiter.

Doch zunächst fragt Jesus ihn: Hast du mich lieb? Auch hier ist das Einstellungskriterium die Liebe zu Gott und mit dem Herzen nah bei Jesus zu sein.

Leiter und Leidende

Heute werden wohl kaum noch Könige gesucht. Wo es noch Könige gibt, handelt es sich meistens um Erbmonarchien. Da lohnt eine Bewerbung nicht. Leiter werden allerdings immer wieder gesucht: Politisch verantwortliche Leiter, Leiter für die verschiedensten Gruppen oder Vereine und Unternehmensleiter. Doch manchmal leiten die einen und die anderen leiden darunter. Leider. Wie also kann man ein guter Leiter sein?

Grundsätzlich gilt: Ein guter Leiter sollte in erster Linie mit dem Herzen dabei sein. Wenn du im christlichen Umfeld bei der Auswahl von Leitern beteiligt bist oder selbst eine Leitungsposition hast, können folgende Fragen helfen: Ist Jesus dir wichtig, lieb und wertvoll? Ist Gottes Heiliger Geist der Grund für deine Begeisterung? Wer oder was ist deine Motivation?

Die innere Haltung ist für die Aufgabe und den Dienst entscheidend und nicht nur äußerliche Qualitäten. Aber haben wir auch den Blick dafür oder sehen wir nur, was vor Augen ist?

Bitten wir Gott doch um beides: den Blick und das Herz. Vielleicht vertraut Jesus auch dir im Großen oder im Kleinen eine Leitungsaufgabe an. Wenn er es tut, steh nicht auf der Leitung, sondern lass dich von ihm leiten.

 Jens Kilian

Jens Kilian

  |  Bilanzbuchhalter

Für den Familienvater Jens Kilian ist Gemeinde von großer Bedeutung. 
Er leitet ehrenamtlich eine Gemeinde und geht gerne in Gemeinden, 
um aus der internationalen Arbeit des ERF zu berichten. Im ERF organisiert 
er eine Gebetsgruppe und liebt in Andachten Wortspiele. Wenn er nicht 
mit Worten spielt, arbeitet er mit Zahlen… als Bilanzbuchhalter.

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