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© Steven Cordes / unsplash.com

15.08.2022 / Andacht / Lesezeit: ~ 4 min

Autor/-in: Ellen Hörder-Knop

Gott in Aktion

Erste Eindrücke und bleibende Erfahrungen.


„Der erste Eindruck ist entscheidend!“ Wer hat diesen Satz nicht schon gehört und selbst erlebt? Wer eine neue Arbeitsstelle sucht, wird alles darauf anlegen, im Bewerbungsverfahren einen positiven Eindruck zu vermitteln. Wer auf Wohnungssuche ist, wird versuchen, beim Vermieter einen guten Eindruck zu machen. Wer sich verliebt, ist bemüht, den besten Eindruck bei seinem Gegenüber zu erwecken.

Laut psychologischer Studien ist der erste Eindruck das Gesamtbild, das sich jemand von einem unbekannten Menschen innerhalb der ersten 30 Sekunden macht. Das Gehirn nutzt dafür alle ihm verfügbaren Informationen, einschließlich bewusst und unbewusst gesendeter Signale. Eine große Anstrengung ist dafür nicht nötig. Meistens ist der erste Eindruck unwiderruflich und entscheidend für das weitere Verhalten.
 

Wer ist Gott?

Die Schöpfungsgeschichte am Anfang der Bibel erzählt nicht nur, wie die Welt entstand. Sie gibt mir auch einen ersten Eindruck von Gott, den ich dann von Seite zu Seite dieses Buches besser kennenlernen kann.

Welchen ersten Eindruck bekommen Sie von Gott? Vielleicht nicht gerade in 30 Sekunden, aber schon beim Lesen der ersten 30 Verse der Schöpfungsgeschichte? Präsentiert er sich als ein ferner Gott – unnahbar und distanziert? Als philosophisches Wesen – versunken in seinen Gedanken und Ideen? Als machtgieriger Herrscher? Offenbart er sich als liebender, gerechter Gott? Als ewiger Gott, der immer schon da war und immer sein wird? Nichts von alldem!

Im ersten Kapitel der Bibel finde ich kein einziges Eigenschaftswort von Gott. Die Frage: „Wie ist dieser Gott?“ bleibt unbeantwortet. Ich finde auch kein Namenwort, das mir die Frage beantworten könnte: „Wer ist Gott?“ Kein Wort davon, dass Gott König, Richter, Vater, Hirte, Fels, Licht ist. Gott bleibt namenlos.
 

Was tut Gott?

In Verbindung mit Gott finden sich ausschließlich Tätigkeitswörter. Gott „tut“ etwas. Er handelt. Die Schöpfungsgeschichte präsentiert eine ganze Reihe von Handgriffen und Aktivitäten Gottes: „Gott schuf…Gott machte…Gott sprach…Gott trennte…Gott nannte…Gott sah…“. Gott von Anfang an in höchster Aktion! Und das Erstaunliche: Das sind nicht nur die Tätigkeiten Gottes bei der Erschaffung der Welt. Dies sind seine eigentlichen Handlungen bis heute. Sie kennzeichnen erste Eindrücke und bleibende Erfahrungen aller, die mit Gott zu tun haben. Er ruft Abraham, sieht die verzweifelte Hagar und David erfährt, dass nur Gott ein reines Herz schaffen kann.
 

Nur Worte?

Die Tätigkeit, die Gott am häufigsten im ersten Kapitel der Bibel zugeschrieben wird, ist das Sprechen. Massiv und unüberhörbar durch die monotone Wiederholung, steht am Anfang jeden Schöpfungsabschnittes: „Und Gott sprach.“ Unter dem Reden Gottes treten alle Dinge ins Leben. Die ganze Schöpfung ist darin verankert.

Gottes Worte sind weder leer noch ohnmächtig. Weder nutzlos noch wirkungslos. Nach jedem „Gott sprach...“ wird gemeldet: „Und es geschah so!“ Der Hebräerbrief des Neuen Testamentes schreibt deshalb, Gottes Wort ist „energiegeladen“ (Hebr.4,12). Es hat die unvorstellbare Fähigkeit, sich in Energie und Materie umzuwandeln. Es ist ein Wort, das Gehör findet, sich durchsetzt. Verwirklicht, was es will.

Das ist die immer wiederkehrende Erfahrung mit dem, was Gott spricht. „Wenn Gott spricht, so geschieht`s. Wenn er gebietet, so steht’s da!“ formuliert David sein Loblied auf Gottes Allmacht und Hilfe (Psalm 33) Und der Prophet Jeremia berichtet: „Das Wort des Herrn geschah zu mir.“ Eine ungewöhnliche Formulierung. Dahinter steckt die Lebenserfahrung: Wenn Gott redet, tut sich was bei mir. Gottes Wort hat Macht. Es zeigt Wirkung in meinem Leben.

Was auf den ersten Seiten der Bibel beginnt, setzt sich mit dem Leben von Jesus, dem Sohn Gottes, im Neuen Testament fort. Wenn Jesus spricht, tut sich was. Sein Wort stillt den Sturm. Verjagt Dämonen. Heilt Kranke. Befreit Menschen von der Last ihrer Schuld. Ein römischer Offizier hört von der Kraft, die Jesu Wort enthält. So bittet er ihn für seinen todkranken Knecht: „Sprich nur ein Wort, so wird er gesund.“ (Matthäus 8,8; Lukas 7,7).

Wenn Jesus spricht, tut sich was. Sein Wort stillt den Sturm. Verjagt Dämonen. Heilt Kranke. Befreit Menschen von der Last ihrer Schuld.

 

Ein einziges Wort Jesu: Wen es erreicht, wer sich drauf einlässt, bekommt Gottes schöpferische Kraft zu spüren. Ohne eigene Anstrengung. Unwiderruflich. Und mit dem Ergebnis: „Sehr gut!“. Mit dieser Auszeichnung bündelt Vers 31 die ersten 30 Verse der Schöpfungsgeschichte.

Auch, wenn ich nicht alles sehen kann, was Gott täglich tut und ins Leben ruft – es passiert! Gott ist in Aktion! Er spricht – und es geschieht. Nicht immer sofort und nicht immer so, wie ich es mir vorstelle. Aber sein Wort in meinem Leben zeigt Wirkung. Und die ist sehr gut! Sie geht weit über meinen ersten Eindruck von Gott hinaus. Sie verändert und gestaltet mein Leben zum Besten.

 Ellen Hörder-Knop

Ellen Hörder-Knop

  |  Redakteurin Lebenshilfe / Theologie

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