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© Priscilla du Preez / unsplash.com

23.12.2021 / Theologie / Lesezeit: ~ 2 min

Autor: Joachim Bär

Mein Bibelbuch (31)

Ein persönlicher Blick in die Heilige Schrift: Joachim Bär über den Philipperbrief.

 

 

Im Neuen Testament in der Bibel gibt es eine Reihe von Briefen. Die hat der Apostel Paulus vor rund 2000 Jahren an verschiedene christliche Gemeinden in Kleinasien geschrieben. Korinth, Ephesus – und Philippi. Dieser Brief an die Philipper, also Christen in der gleichnamigen Stadt, ist schon lange einer meiner Lieblingsbriefe. Er strahlt an einigen Stellen so eine tiefe Freude und Zuversicht aus, die ich in meinem Leben brauche.

Besonders spannend dabei: Die Situation, in der Paulus den Brief verfasst, bietet wenig Anlass zur Freude. Paulus ist festgesetzt, in einer Art Gefangenschaft oder einem bewachten Hausarrest. Auf ihn wartet ein Prozess vor Gericht. Er rechnet mit der Möglichkeit, zum Tode verurteilt zu werden.

Paulus bleibt aber frohen Mutes. Eine besondere Kraft scheint ihm eine unverbrüchliche Zuversicht zu geben. Anders kann ich mir nicht erklären, wie er zum Beispiel in dieser Situation zu folgender Aussage kommt: „Freut euch immerzu, mit der Freude, die vom Herrn kommt! Und noch einmal sage ich: Freut euch!“ (Philipper 4,4) – um dann nur wenige Verse später den Gedanken abzuschließen: „Ihr werdet Gottes Frieden erfahren, der größer ist, als unser menschlicher Verstand es je begreifen kann.“ (Phil 4, 7a)

Paulus ist hier ein großes Vorbild für mich. Er bleibt in einer aussichtslosen Lage ruhig und zuversichtlich. Voller Frieden. Im Vertrauen auf Gott und in der Freude an ihm.

Das ist kraftvoller Stoff für mich und meinen Alltag. Ich bin zwar nicht in Lebensgefahr. Aber es gibt immer wieder Situationen in meinem Alltag, die mich herausfordern. Die mich verletzen. Die mich mürbe machen. Wie schnell will ich dann den Mut verlieren, mich zurückziehen und meine Wunden lecken. Oder aufgeben.

Die Gedanken aus dem Philipperbrief sind für mich Einladung auf einen anderen Pfad. Den Pfad in die Nähe Gottes, in der es keine hoffnungslose Lage oder Eile gibt. Es ist eine Einladung in seinen Wirkungsraum. In den Wirkungsraum der Frohen Botschaft der Bibel, die auch lautet: In der Verbundenheit mit Jesus und der Freude, was Jesus tagtäglich für mich tut, kann ich tiefen Frieden finden – um dann die Herausforderungen anzugehen, mit denen ich gerade zu tun habe.

Zugegeben: Ich übe noch an diesem Frieden. Auf die Spur gebracht hat mich aber der Brief an die Philipper. Vielleicht ist dieser Friede auch etwas, das Sie sich in Ihrem Leben wünschen. Dann ist es Zeit, diesen Brief heute bewusst zu lesen.

 

Weitere Informationen zum Thema Bibel finden Sie auch auf unserem Dossier:

 

 Joachim Bär

Joachim Bär

  |  Gesamtredaktionsleiter

Koordiniert die übergreifenden Themen der redaktionellen Angebote des ERF. Er ist Theologe und Redakteur, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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