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© Nathan Dumlao / unsplash.com

29.11.2021 / Andacht / Lesezeit: ~ 2 min

Autor/-in: Joachim Bär

Kleine Momente, große Wirkung

Warum es so wichtig ist, meine Aufmerksamkeit bewusst zu lenken.


Ich kaue gedanklich seit einiger Zeit auf einer kurzen Aussage aus einem Psalm der Bibel. Da heißt es: „Die solche Götzen machen, werden ihnen gleich, alle, die auf sie vertrauen“ (Psalm 115,8).

Das klingt erst einmal unverständlich – warum hat es dieser Vers mir angetan? Schließlich geht es um Götzen, also um Vorstellungen von etwas Göttlichem aus vergangener Zeit. Was ist die Aussage für das Jahr 2021?

In der kurzen Passage aus Psalm 115 geht es auch um Aufmerksamkeit. Wer sich gedanklich einer bestimmten – und in diesem Falle falschen – Vorstellung von Gott aussetzt, entwickelt sich in diese Richtung. Allgemeiner formuliert: In welche Richtung ich meine Aufmerksamkeit richte, in diese Richtung verläuft mein Leben. Kleine Momente haben eine große Wirkung.
 

Der Kampf um meine Aufmerksamkeit

Nun ist meine Aufmerksamkeit umkämpft. Gerade im digitalen Zeitalter. Sie ist eine der wertvollsten Währungen unserer Zeit. Das zeigen Firmen wie Facebook, Instagram & Co. Ihr Geschäftsmodell beruht darauf, meinen gedanklichen Fokus immer wieder mit neuen Impulsen auf sich zu ziehen. Es geht um kleine, interessante Schnipsel aus dem Leben von Freunden. Um lustige oder erstaunliche und schnell zu konsumierende Bilder und Beiträge rund Themen, die mich interessieren. Kurz, einfach und zwischendurch konsumierbar.

Damit wir uns richtig verstehen: Ich nutze diese Kanäle. Und ich profitiere davon. Allein: Was ich aus unterhaltsamen Videos auf YouTube beispielsweise rund ums Gitarrespielen gelernt habe! Und das umsonst!

Scheinbar umsonst. Denn nicht zuletzt hat das alles meine Aufmerksamkeit gekostet. In meinem Beispiel habe ich noch etwas Sinnvolles gelernt. Mich inspirieren lassen fürs nicht-mediale Leben an der Gitarre. Ich habe aber zugleich schon einigen Videos und anderen Beiträgen meine Aufmerksamkeit verschenkt, die mich nur interessiert haben, weil sie mir nun mal angezeigt wurden. Und natürlich interessant schienen! Meine Aufmerksamkeit, meine Zeit war weg. Und die Werbung davor habe ich in Kauf genommen.

Ich will aber gar nicht auf die Sozialen Medien hinaus. Sie sind nur das entsprechende Phänomen unserer Zeit. Die Aufmerksamkeit von Menschen war schon immer besonders wertvoll und umkämpft. Im Werbemarkt seit Jahrzehnten, in der Politik, auf jedem Wochenmarkt – letztlich geht es immer um die Aufmerksamkeit von Menschen, wenn es um Produkte, Ideen, Macht und Geld geht.
 

Was meine Aufmerksamkeit verdient

Umso wichtiger ist es, weise zu wählen, wem und was ich meine Aufmerksamkeit schenke. Denn erstens habe ich sie in jedem Moment nur einmal zu vergeben. Zweitens bestimmt die Summe meiner kleinen Aufmerksamkeitsmomente, welche Richtung mein Leben nimmt. Oder wie es der Psalmbeter ausdrückt:

Ich gleiche mich dem an, auf was ich vertraue. An das, worauf ich mich täglich konzentriere.

 

Eine weise Wahl könnte es daher sein, nicht jedem Impuls nachzugeben, einen neuen, weiteren Beitrag anzuklicken. Mein Handy mal zur Seite zu legen. Und Zeiten zu haben, in denen ich meine Aufmerksamkeit bewusst auf meinen Schöpfer lenke. Auf seine Zusagen in der Bibel, die mir guttun. Die mich daran erinnern, mich auf das zu konzentrieren, was wichtig ist. Es sind diese kleinen Entscheidungen, die eine große Auswirkung haben.

Ich habe für mich entschieden: Ich will meinem Schöpfer mehr auf die Spur kommen. Gerade durch das Lesen der Bibel. Und meinen gedanklichen Fokus auf Jesus ausrichten, der mich bis heute fasziniert und inspiriert. Ihm will ich auf Dauer gleichen.

Ihm also meine Aufmerksamkeit zu schenken, ist, so glaube ich, gut investierte Zeit.
 

 Joachim Bär

Joachim Bär

  |  Gesamtredaktionsleiter

Koordiniert die übergreifenden Themen der redaktionellen Angebote des ERF. Er ist Theologe und Redakteur, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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