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© Logan Weaver / unsplash.com

01.10.2021 / Andacht / Lesezeit: ~ 3 min

Autor: Ellen Hörder-Knop

Wenn ich doch einfach glauben könnte

Ist Gottvertrauen machbar?


Internationale Schauspieler werden einmal im Jahr mit der goldenen Trophäe für herausragende Leistungen ausgezeichnet. Ausschlaggebend für die Bewertung ist: Hat der Film berührt? Ragt die Qualität der Macher und Hauptdarsteller aus der Vielzahl der Filme heraus?

Die Bibel berichtet von einer Auszeichnung in der Kategorie „bester Glaube“. Drehort ist Kapernaum in Israel. Das Drehbuch hat Matthäus vor knapp 2.000 Jahren geschrieben, nachzulesen in Kapitel 8 seines Evangeliums. Die Szene berührt mich. Preisträger ist ein römischer Offizier und seine Qualität lässt ihn aus der Volksmenge herausragen.

Die Laudatio kommt von Jesus selbst: „Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem anderen gefunden“ (Matthäus 8,10). Wie hat der Mann es geschafft, mit seinem Glauben an Jesus Christus so zu glänzen und zu punkten, dass er dafür belobigt wird? Kann ich Glauben lernen wie eine Fremdsprache oder ein Musikinstrument, oder ist die Messlatte für mich zu hoch? Eine junge Frau schreibt: „Ich würde ja gerne glauben, aber ich schaffe das einfach nicht! Welche Schritte muss ich unternehmen, um glauben zu können?“
 

Jesus ist schon da

Bevor ich einen Schritt auf Jesus zugehe, hat Jesus bereits den ersten Schritt getan.

 

Jesus ist schon in Kapernaum, als der Offizier zu ihm kommt. Das ist die Voraussetzung des Glaubens. Wo Jesus ist, wird Glaube möglich. Erst dann kann ein Mensch zu ihm kommen; kann feststellen: Jesus ist schon da! Er wartet auf mich. Wartet auf eine Begegnung, ein Gespräch mit mir. Egal, wo ich herkomme und was ich mitbringe.

Der Hauptmann hat sich kein Basiswissen über den Glauben angeeignet. Er hat keine Synagoge besucht und keine religiöse Erziehung genossen. Um glauben zu können, kommt es nicht darauf an, was ich leisten und vorweisen kann. Nicht darauf, was ich empfinde und fühle. Nicht auf den Grund, aus dem ich zu Jesus komme. Ob es meine Ratlosigkeit ist, oder ob er für mich der letzte Strohhalm meiner Hoffnung ist. Nur eines ist nötig: dass ich zu Jesus komme und ihm sage, was ich auf dem Herzen habe. Glaube beginnt damit, dass mich irgendetwas oder irgendjemand zu Jesus führt. Bei dem Offizier ist es die Krankheit seines Mitarbeiters.
 

Jesus hat das Wort

„Sprich nur ein Wort, so ist mein Knecht gesund“, bittet der römische Befehlshaber. Er, der es gewohnt ist, selbst zu kommandieren, gibt Jesus das Wort. Dein Wort hat Autorität! Dein Wort hat Kraft! Dein Wort genügt! Glauben heißt anerkennen, dass Jesus Christus in meinem Leben zu Wort kommt; dass er das Sagen hat. Über mich, meine Lebensverhältnisse, über die Konflikte in meinem Leben und in dieser Welt.
 

Jesus geht mit

Das beharrliche Vertrauen auf das Wort Jesu zeichnet den Glauben des Offiziers aus. Mit diesem Zertifikat ist er weder zum Anführer der Jesusnachfolger geworden, noch hat er ein Lehrbuch über perfekten Glauben geschrieben. Er widmet sich keiner besonderen Aufgabe. Er geht nach Hause. Er nimmt seinen Glauben an Jesus Christus mit in seine Lebenswelt. Da erst erlebt er, was er geglaubt hat: „Sein Knecht wurde gesund zur selben Stunde.“

Glaube geschieht da, wo Jesus mittendrin ist in meinen täglichen Herausforderungen.

 

Hier will ich auch heute Jesus aufsuchen, ihn zu Wort kommen lassen und beim Wort nehmen. Das ist ein Glaube, der nicht auf eigene Leistung setzt, sondern auf Gottes Gnade hofft. Der nicht von meinem Können abhängt, sondern sich an Jesus hängt. Der empfängt, was Jesus schenkt. Das genügt! Mit diesem Glauben habe ich keine goldene Trophäe in der Hand, aber die nötige Portion Vertrauen im Herzen. Vertrauen auf die herausragenden Möglichkeiten Gottes in meinem Leben.

 Ellen Hörder-Knop

Ellen Hörder-Knop

  |  Redakteurin Lebenshilfe / Theologie

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Kommentare

Tomas aus Mähren /

Gott zu vertrauen, kann m. E. auch eine im Gebet ausgesprochene bewusste Entscheidung sein.

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