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© Ian Keefe / unsplash.com

23.08.2021 / Andacht / Lesezeit: ~ 3 min

Autor: Hannah Thielmann

Angst ist kein guter Ratgeber

In der Beziehung mit Gott bin ich dazu aufgerufen, das Leben aktiv zu gestalten.


Es gibt viele Gründe, warum ich Entscheidungen nicht treffe und das Leben an mir vorbeiziehen lasse. Meistens ist es die Angst, die mich zögern lässt. Aber Gott hat keinen Geist der Furcht in mich hineingelegt. In einer Beziehung mit ihm bin ich dazu aufgerufen, das Leben aktiv zu gestalten.
 

Leben geht nur aktiv. Es heißt: „Ich lebe.“ Und nicht: „Ich werde von meinem Leben gelebt.“ Trotzdem gibt es verschiedene Gründe, warum ich Entscheidungen nicht treffe, und warum ich sage: „Ich müsste mal…“ und es am Ende doch nicht mache. All das, obwohl es so wichtig ist, dass ich mein Leben gestalte, dass ich Dinge ausprobiere, dass ich Erfolge feiern kann und dass ich auch den Schmerz durch Niederlagen mit anderen teile.

Es liegt sehr viel Kraft darin, wenn ich das Leben nicht an mir vorbeiziehen lasse, sondern aktiv werde. Eine Kraft, die am Ende sogar die ganze Welt verändern kann. Denn kleine Entscheidungen können große Auswirkungen haben – für mich persönlich und für andere. Mit einem kleinen Streichholz kann ich ein ganzes Feuerwerk anzünden.

Außerdem ist aktives Gestalten wichtig, weil Gott ein aktiver Gott ist, der heute noch wirkt. Daran kann ich mich orientieren. Gott ist nicht passiv und schaut tatenlos von oben auf die Erde herab. Er tut Wunder, er greift ein und ruft Leute zu sich, um mit ihnen in Beziehung zu leben. Das passiert vielleicht nicht immer so, wie ich es mir wünsche, aber Gott tut etwas. Und ich habe den Auftrag auch etwas zu tun (1. Mose 1,28).
 

Die Angst, etwas zu verpassen oder die falsche Abzweigung zu wählen

Warum fällt es mir dann trotzdem oft so schwer, Entscheidungen zu treffen und zu gestalten? Am meisten liegt es vermutlich daran, dass ich Angst vor „falschen“ Entscheidungen habe und davor, etwas zu verpassen, wenn ich mich für etwas und gegen alle anderen Optionen entscheide. Doch eigentlich muss ich keine Angst haben.

Gott hat mit falschen Entscheidungen nämlich kein Problem. Im Gegenteil: Er weiß genau, dass ich immer wieder in eine Sackgasse laufe, und liebt mich trotzdem. Nichts kann mich von seiner Liebe trennen (Römer 8,38-39). Das ist kein Freifahrtschein, ohne Sinn und Verstand zu handeln, weil Gott sowieso bei allem dabei ist. Aber es nimmt mir die Angst, die mich lähmt.

Es ist wie bei einem Segelschiff: Ein Segelschiff wird nicht gebaut, um im Hafen zu liegen. Es fährt raus aufs Wasser und hisst die Segel. Erst wenn es überhaupt losfährt, kann der Wind Antrieb geben. Wenn ich mit dem Segelschiff aus Angst im Hafen liegen bleibe, habe ich gar nicht erst die Chance ans Ziel zu kommen.

Nur wenn ich starte, und meine Angst vor falschen Entscheidungen überwinde, kann der Wind – also der Heilige Geist, die Kraft Gottes – wirken.

 

Natürlich sind Häfen sehr wichtig, um ein Schiff zu reparieren und neu zu beladen. Und natürlich muss ich in meinem Leben immer wieder in Ruhe auftanken. Für den Moment ist Passivität gut, aber es sollte kein Lebensmotto sein.
 

Das Leben ist ein Risiko – Gottes Wind in meinen Segeln spüren

Was bedeutet das nun ganz praktisch für mich? Als erstes sollte ich mir eingestehen, dass ich keine Kontrolle über mein Leben habe. Ich besitze zwar alle möglichen Versicherungen, Rücklagen, usw. und das ist auch gut. Aber trotz allem gehört das Risiko zum Leben dazu. Ich werde niemals alles vorher wissen und ich kann nicht alles vorher planen. Der Einzige, der alles in seiner Hand hält, ist Gott.

Deshalb kann ich zweitens auch immer wieder nach Gottes Willen fragen. Er hat den Weitblick. Ich kann die Beziehung mit ihm intensivieren, indem ich zu ihm bete, bei ihm nachfrage, zuhöre, mich mit anderen Menschen austausche und die Bibel lese. So fällt es mir leichter, Gottes Plan zu erkennen. Außerdem lerne ich in der Beziehung mit Gott, ihm zu vertrauen. Dann kann ich loslegen und ausprobieren, weil ich weiß, dass mich nichts von seiner Liebe trennen kann. Und gleichzeitig erfahre ich, dass er mich wunderschön mit vielen Talenten gemacht und seinen Geist in mich hineingelegt hat.

Das Segelschiff ist bereits wunderschön gebaut. Ich kann den Hafen verlassen und darauf vertrauen, dass der Wind meine Segel ergreift. „Denn Gott hat mir nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (nach 2. Timotheus 1,7). Leben geht eben nur aktiv. Ich lebe.

 

 Hannah Thielmann

Hannah Thielmann

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Kommentare

Markus /

Es gibt jedoch unzählige Menschen, die schwerwiegend an Angst, Depression ect. erkrankt sind. Nicht nur Jesus selbst, sondern auch seine Jünger waren nach Aussage der Evangelien sowie der Apostelgeschichte dazu in der Lage, solche Menschen sowie alle möglichen anderen Erkrankten in seinem Auftrag zu heilen. Sie haben niemanden fortgeschickt, an Psychotherapeuten ect. weiterempfohlen oder auch nur gute Ratschläge erteilt, sondern konkret, selbst in den extremsten Situationen geholfen, mit nichts mehr

Dorothea E. /

Hallo liebe frau thielmann, ihr artikel ist interessant, ich frage mich gilt der artikel für alle Menschen? Wir leben in zeiten von corona und es ist nicht einfach aktiv zu sein und wenn man depressionen hat wird es immer schwieriger, es ist vielleicht einfacher gesagt als getan das leben aktiv zu gestalen, ich vertraue auf den Herren, aber trotzdem fällt es mir schwer mein leben aktiv zu gestalten.

Rödger /

Moin Frau Thielmann,
ein ernster und mutmachender Beitrag.
Bleiben Sie gesund.
LG

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