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© Concha Rodrigo / unsplash.com

27.05.2021 / Andacht / Lesezeit: ~ 4 min

Autor: Katrin Faludi

Jesus kommt bald wieder!

Aber was heißt schon... bald?


Jesus Christus ist von Beruf Retter – und das in zweierlei Hinsicht. Zunächst ist er der Retter der Welt, was nicht nur Beruf, sondern vor allem Berufung ist. Darüber hinaus ist Jesus für viele Menschen aber auch der Retter in der Not. Jesus kann nämlich Dinge, die andere nicht können. Jesus ist Handwerker! Genauer gesagt: Zimmermann. Und so, wie sich der erlernte Beruf oft auf Identität und Wesenszüge eines Menschen auswirkt, können wir das auch bei Jesus in eindrücklicher Weise feststellen. Denn auf ihn trifft eine Eigenschaft zu, für die Handwerker … na, sagen wir mal berüchtigt sind. Mit genauen Zeitangaben zu seiner Ankunft hat er es nicht so.

In der Bibel wird kaum vom beruflichen Hintergrund Jesu gesprochen. Seine Einstellung scheint dennoch durch. Das wird im letzten Kapitel der Bibel deutlich, in der Offenbarung des Johannes, Kapitel 22. Dort verkündet Jesus nämlich gleich zweimal: „Ja, ich komme bald!“ (Offenbarung 22,7) bzw. „Siehe, ich komme bald“ (Offenbarung 22,12).

Gemeint ist damit seine zweite Wiederkunft. Zur Erinnerung: Jesus ist gestorben, von den Toten auferstanden und in den Himmel aufgefahren. Von dort wird er kommen. Nicht nur, um zu richten die Lebenden und die Toten, wie es im Glaubensbekenntnis so schön heißt, sondern auch, um seinen Beruf auszuüben: „Ja, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5). Was man von einem guten Zimmermann sicherlich erwarten darf.
 

Noch zu Lebzeiten?

Aber wann kommt er denn nun, um der Erde mit allem Drum und Dran die versprochene Generalüberholung zu verpassen? Nun, er sagt es ja mehrfach: „Bald“. Er hätte auch, ganz Handwerker, erklären können: „Zwischen 9 und 18 Uhr. Bitte halten Sie sich bereit!“ Denn diese Zeitangabe und das biblische „Bald“ sind nahezu kongruent. In der Theologie wird die Hoffnung auf die zeitnahe Wiederkunft Christi „Naherwartung“ genannt.

Auch Menschen, die die Ankunft von Handwerkern oder Lieferdiensten herbeisehnen, hegen diese Art von Naherwartung, wenn sie hoffen, dass dies noch zu ihren Lebzeiten geschehen werde. Den Ungeduldigen sei zum Trost ein Wort des wartenden Paulus ans Herz gelegt: „Ich kann euch dies mit einem Wort des Herrn sagen: Wir, die noch leben, wenn der Herr wiederkommt, werden nicht vor den Toten zu ihm kommen“ (1. Thessalonicher 4,15).

Hat es jedoch auch um kurz vor 18 Uhr noch nicht geklingelt, regt sich der Verdacht der so genannten Parusieverzögerung, also der sich verspätenden Ankunft des Erwarteten, und man beginnt sich zu fragen, was das denn eigentlich für ein Terminmanagement sei. Bei Handwerkern und Lieferdiensten liegt das Phänomen noch im weitgehend unerforschten Dunkel.

Bei Jesus aber lässt sich zumindest ein Grund für die vage Zeitangabe erahnen: Als Juniorchef im Betrieb vereinbart er die Termine nämlich nicht selbst. Er erklärt: „Niemand kennt den Tag oder die Stunde, in der diese Dinge geschehen werden, nicht einmal Engel im Himmel, und auch nicht der Sohn. Nur der Vater weiß es“ (Matthäus 24,36). Wie das eben so ist, wenn die Eltern den Terminkalender führen.
 

Schon jetzt die Möbel abrücken!

„Bald“ bzw. „9 bis 18 Uhr“ ist ja eine höchst subjektive Zeitangabe. Selbst Gott, der Chef, ist in dieser Hinsicht alles andere als objektiv. Sein Verhältnis zur Zeit schildert die Bibel so: „Ihr sollt wissen, liebe Freunde, dass ein Tag für den Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag“ (2. Petrus 3,8). Gemessen an dieser Rechnung hat Jesus seine Wiederkunft also erst gestern früh verkündet, wir aber warten gefühlt schon zweitausend Jahre auf ihn. Muss man alles im richtigen Verhältnis sehen.

»Ihr sollt wissen, liebe Freunde, dass ein Tag für den Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag.« Gemessen an dieser Rechnung hat Jesus seine Wiederkunft also erst gestern früh verkündet, wir aber warten gefühlt schon zweitausend Jahre auf ihn. Muss man alles im richtigen Verhältnis sehen.

 

Wichtig ist auf alle Fälle, sich auf sein Kommen vorzubereiten. So, wie man die Möbel von den Heizkörpern abrückt, bevor der Ablesedienst kommt, sollte jeder, der auf die Wiederkunft Jesu wartet, sein Leben frei zugänglich machen. Das gilt im Übrigen auch, wenn Jesus nicht zur erwarteten Zeit erscheint. Wenn es also nachts am Rollladen rüttelt oder jemand am Fenster herumhebelt, muss es sich dabei nicht zwingend um einen Einbrecher handeln. Es könnte auch der sehnlichst erwartete Zimmermann aus Galiläa sein, der sein Versprechen „Ja, ich mache alles neu!“ um halb drei Uhr morgens einlöst. Denn die genaueste Eingrenzung der Ankunftszeit Jesu lautet in der Bibel: „Ihr wisst ja selbst genau, dass der Tag des Herrn unerwartet kommen wird wie ein Dieb in der Nacht“ (1. Thessalonicher 5,2).


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 Katrin Faludi

Katrin Faludi

  |  Redakteurin

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Kommentare

Horst S. /

Es ist hilfreicher, das griech. TACHY [vgl. Tacho] mit „schnell" oder „überraschend“ zu übersetzen – nicht
mit dem sekundären „bald“, das uns immer wieder zu Berechnungen verleitet (vgl. Offenbarung 22,12.20). Es geht um den Moment der Überraschung. Gerade darum ruft Jesus seine Jünger auf, wachsam zu leben.

Margret S. /

Ich finde den Vergleich, mit dem Handwerker sehr gut. So kann ich mir vorstellen, wie Jesus es meint. "Ich komme bald wieder."
Ich habe es mir auch schon so gedacht, weil, was bei uns, auf der Erde 1000 Jahre sind, sind im Himmel, bei Gott nur 1 Tag.
Ich freue mich schon drauf, wenn Jesus wieder kommt, und ich ihm dann endlich in seinen Armen laufen kann. Amen ❗❗❗
Ich danke dem Herrn, dass ich mit meinem Mann, im Moment, den Himmel auf Erden erleben darf ❗❗❗
HALLELUJA, AMEN ⚓✝️❤️

Manfred S. /

Natürlich wissen wir weder Tag noch Stunde. Aber wir wissen, dass wir uns am Ende der Endzeit befinden. Wer es nicht glaubt, lese bitte das hervorragende Buch von Dr. Liebi "Leben wir wirklich in der Endzeit -180 erfüllte Prophezeiungen". Selbst kritischen Zeitgenossen gegenüber der Endzeit, müsste das die Augen öffnen.

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