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© Sandie Clarke / unsplash.com

04.01.2016 / Andacht / Lesezeit: ~ 2 min

Autor/-in: Theresa Folger

Unkraut in meinem Garten

Wie ich Kraft, Liebe und Besonnenheit in meiner Abstellkammer fand. Eine Andacht.

„Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (2.Timotheus 1,7). Das sind steile Worte aus der Bibel. Klare Worte. Und die Zeitform ist die Vergangenheit. Gott hat gegeben. Kraft, Liebe und Besonnenheit. Es ist also alles da. Warum aber spüre ich in meinem Leben oft so wenig davon?

„Erneuern sich bei guter Düngung“

Ich möchte dir ein kleine Geschichte dazu erzählen: Eines Tages war Großputz in meiner Herzenswohnung angesagt. Ich räumte, fegte, schrubbte und putzte, dass es eine Freude war. Als ich das Regal in der Abstellkammer sortierte, fiel mir ein kleines Samentütchen in die Hände. Auf der Vorderseite waren fantastische Blütenkelche abgebildet, wie ich sie noch nie gesehen hatte. Ich drehte das Samentütchen um. Dort stand: „Kraft, Liebe und Besonnenheit. Mehrjährige Pflanzen. Für drinnen und draußen geeignet. Einsaat ganzjährig. Regelmäßig gießen. Blüten erneuern sich bei guter Düngung.“

Überrascht überlegte ich, wo die Samen herkam. Das Tütchen kam mir entfernt vertraut vor. Ich grübelte eine ganze Weile. Und dann erinnerte ich mich: Jesus hatte mir die Samen gegeben. An dem Tag, als ich ihm gesagt hatte, dass ich mein Leben mit ihm teilen will. Jesus hatte mich angestrahlt und fest gedrückt. Seine Freude war so ansteckend, dass alles andere in dem Moment unwichtig war. Auch das Samentütchen, das er mir noch gegeben hatte. Ich hatte es weggesteckt, ohne es mir genauer anzusehen. Später hatte ich die Samen dann in meinem Herzensgarten ausgesät.

Den falschen Samen gesät?

Meinte ich. Aber jetzt fiel mir das intakte, noch nicht angebrochene Tütchen in die Hände. Was bitte stand dann in meinem Garten? Ich blickte nach draußen, wo ein unansehnlicher Dschungel die Sicht auf den Gartenzaun versperrte. Ich blätterte durch mein Lexikon. Da fand ich den Eintrag: „Verzagtheit. Unkraut. Keine Blüten. Vermehrt sich selbstständig und hindert andere Pflanzen am Wachsen.“ Ich hatte den falschen Samen ausgesät! Hatte das Geschenk von Jesus vertauscht mit irgendeiner Gratisprobe, die ich mal bekommen hatte. Höchste Zeit, den richtigen Samen in meinen Garten zu streuen!

Welchen Samen hast du in deinem Herzensgarten gesät? Sind es Kraft, Liebe und Besonnenheit? Oder hast auch du die Tütchen vertauscht? Dann greife getrost zur Spitzhacke und reiß die Verzagtheit aus deinem Herzensgarten heraus. Lockere den Boden mit Worten der Ermutigung auf und säe den Samen, den Gott dir geschenkt hat. Dünge reichlich, indem du Zeit mit Gott verbringst. Dann wird auch in deinem Herzen die Saat der Kraft, Liebe und Besonnenheit aufgehen.

 Theresa Folger

Theresa Folger

  |  Redakteurin

Theresa Folger ist Diplomkulturwirtin und erfahrene Redakteurin Bereich mentale Gesundheit. Sie ist überzeugt: Persönlicher Glaube und Persönlichkeitsentwicklung gehen oft Hand in Hand. Daheim hört sie den Messias von Händel und probiert nebenbei Vollwert-Backrezepte aus.

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Kommentare (1)

Renate /

Danke für diese anschauliche Andacht mit dem perfekten Vorsatz für das neue Jahr!

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