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© Jeshoots com / unsplash.com

21.10.2022 / Wochenrückblick / Lesezeit: ~ 3 min

Autor/-in: Regina König

Pakistan: „Die Lage bleibt dramatisch“

Der Freitagstalk des ERF Aktuell-Teams.

 

Die Bundesregierung will den Besitz von Cannabis legalisieren und erhofft sich damit eine Verdrängung des Schwarzmarktes. Patriarch Kyrill, bekannt als enger Vertrauter Putins, sieht Kirchen in der Rolle als „Friedensstifter“. Zwei Monate nach den verheerenden Überschwemmungen in Pakistan kämpfen Menschen noch immer um ihr Überleben. Über das und mehr sprechen im Freitagstalk Katja Völkl und Regina König vom Team ERF Aktuell.
 

ERF: Regina, die Bundesregierung ist zurzeit vollauf beschäftigt mit akutem Krisenmanagement. Da rücken manche Vorhaben, die im Koalitionsvertrag vereinbart worden sind, medial in den Hintergrund. Darunter auch Gesetzesvorhaben, die in der Öffentlichkeit eigentlich intensiv diskutiert werden müssten. Wie z.B. der Plan der Koalition, Cannabis zu legalisieren.

Regina König: An diesem Projekt arbeitet die Ampel offenbar intensiv. So meldete das RedaktionsNetzwerk Deutschland, Gesundheitsminister Karl Lauterbach habe dazu ein Papier mit Eckpunkten vorgelegt. Daraus gehe hervor, dass künftig über 18-jährige bis zu 20 Gramm Cannabis straffrei konsumieren dürften.

Dauerhafte Hirnschäden durch Cannabis-Konsum

ERF: Die Legalisierung der Droge ist allerdings umstritten.

Regina König: So kritisiert z.B. der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte die Legalisierung gerade für junge Erwachsene. „Das Hirn ist erst mit etwa 25 Jahren ausgereift“, sagte Verbandschef Thomas Fischbach gegenüber der Bildzeitung. Regelmäßiger Cannabiskonsum störe die Hirnentwicklung dauerhaft.
 

ERF: Durch die Legalisierung erhofft sich die Ampel allerdings eine Entkriminalisierung.

Regina König: Ob das gelingt, ist jedoch fraglich. Cannabis aus der Apotheke wird nämlich teurer sein als die Droge beim Dealer um die Ecke, denn schließlich muss das legale Produkt rein sein, es wird von Fachleuten überprüft und zertifiziert und dann kommt noch die Cannabissteuer obendrauf. Da kommt der gestreckte Stoff vom Schwarzmarkt billiger. Karl Lauterbach hat auf jeden Fall angekündigt, den Gesetzesentwurf bis Ende des Jahres vorzulegen.
 

ERF: Szenenwechsel, blicken wir auf den Krieg in der Ukraine. Dort bringt jeder Tag neues Leid: die UN geht von etwa 10 Millionen Geflüchteten aus und von mehr als 6000 getöteten Zivilisten. Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill, ist bekannt als Unterstützer des Angriffskriegs. Jetzt hat er die Tonlage etwas verändert….

Regina König: Kyrill sagte Anfang der Woche, Kirchen seien aufgerufen, „Friedensstifter zu sein und das Leben … zu schützen“. Anlass für diese Aussage war der Besuch des Generalsekretärs des Weltkirchenrates, Ioan Sauca, in Moskau. Während dieses Besuchs habe Kyrill wörtlich erklärt: „Krieg kann nicht heilig sein.“

Kyrill: Kirchen sollen Friedensstifter sein

ERF: Kyrill gilt als enger Vertrauter Putins. Stehen seine Äußerungen für einen Sinneswandel?

Regina König: Davon können wir kaum ausgehen, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Auf jeden Fall hat ÖRK-Generalsekretär Sauca bei dem Treffen unterstrichen, wie besorgt die Mitgliedskirchen angesichts des Krieges sind. Der Weltkirchenrat hatte ja noch vor wenigen Wochen auf seiner Vollversammlung in Karlsruhe Putins Krieg angeprangert. Unter den Delegierten waren auch Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche.
 

ERF: Der Krieg in der Ukraine ist medial präsent – fast vergessen ist allerdings die Naturkatastrophe, die vor zwei Monaten in Pakistan gewütet hat.  Heftige Regenfälle führten zu Überschwemmungen: Zweidrittel des Landes wurden überflutet, mehr als 1300 Menschen starben. Und die Lage ist immer noch dramatisch, berichtet die christliche Hilfsorganisation Humedica.

Humedica: Ärzte und Lebensmittel für Pakistan

Regina König: Ja, denn das Wasser ist noch nicht überall abgeflossen und dadurch breiten sich Krankheiten aus wie Typhus und Malaria. Außerdem seien große Teile der Infrastruktur zerstört und auch das Gesundheitssystem könne nur eingeschränkt arbeiten. Deshalb will Humedica jetzt Ärzte nach Pakistan schicken. Außerdem verteilt Humedica vor Ort Lebensmittel. Viele Pakistani kämpften noch immer um ihr Überleben, so die Hilfsorganisation.
 

ERF: Mehr Informationen dazu gibt es unter www.humedica.org. Es gibt also viel zu tun, wir bleiben dran. Das war der Freitagstalk des ERF-Aktuell-Teams, wir wünschen Ihnen ein erholsames und friedliches Wochenende, am Mikrofon verabschieden sich Katja Völkl und Regina König.
 

 Regina König

Regina König

  |  Redakteurin

Sie ist für ERF Plus in Mitteldeutschland unterwegs mit dem Schwerpunkt Aktuelles/Gesellschaft. Sie ist verheiratet und hat vier erwachsene Kinder.

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