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© Ben White / Unsplash.com

08.09.2022 / ERF Global Hope / Lesezeit: ~ 4 min

Autor/-in: Sonja Kilian

Hunger nach Gerechtigkeit

Kenianische Radiohörer erleben Veränderung.


Kenia leidet unter chronischer Wasserknappheit. Insbesondere in den vergangenen zwei Jahren haben Dürreperioden dem ostafrikanischen Land zugesetzt. Zu allem Überfluss kamen verheerende Heuschreckenplagen hinzu, so dass gebietsweise auch noch das letzte Grün von riesigen Insektenschwärmen vernichtet wurde. Inzwischen leidet jedes vierte Kleinkind in dem ostafrikanischen Land an Unterernährung. Schuld an der großen Not der Bevölkerung sind jedoch nicht nur Umweltkatastrophen, sondern auch soziale Ungerechtigkeit und Korruption.
 

Nahrung für Leib und Seele

In allen Bereichen können Aufklärung und christliche Werte weiterhelfen – zumindest in einem gewissen Maß. Dr. Bernice Gatere leitet die Medienarbeit des ERF Partners TWR Kenia. Sie koordiniert die Produktion von Radiosendungen und anderen Medienprojekten. Diese sollen den Menschen nicht nur seelsorgerlich, sondern auch praktisch helfen. Aus diesem Grund gibt es schon seit vielen Jahren ein bewährtes Programm, das Lebenshilfethemen aufgreift. Dr. Bernice Gatere erklärt:

Dr. Bernice Gatere
Dr. Bernice Gatere, Leiterin von TWR Kenia  (Copyright: TWR Kenia)

Mit unserer Sendereihe Mazingira Yetu (übersetzt: Unsere Umwelt) wollen wir einen Beitrag leisten zu einer gerechteren Gesellschaft, die Gott und den Nächsten achtet. Die Covid19-Pandemie hat noch deutlicher gezeigt, wo es unter Kenias Bürgern soziale Ungleichheit gibt. Armut macht Menschen verletzlich. Unser Wunsch ist es, maßgeschneiderte Programme zu produzieren, die die Gewalt in unserem Land mildern und den Zusammenhalt fördern. Das erreichen wir am besten durch geistliche Nahrung und biblische Lehre.

 

Trotz der kulturellen Unterschiede der vielen Volksgruppen bezeichnen sich heute die meisten Einwohner Kenias als Christen. Sie hungern nach Ermutigung und Wachstum im Glauben – gerade in unzugänglichen Regionen. Dort ist das Radio ein ideales Medium, um Menschen mit biblischen Impulsen zu erreichen.
 

Bohnen und Mais für Geflüchtete

Besonders bedürftig und schwer zu erreichen, sind die Menschen in Kenias Flüchtlingslagern Kakuma und Dadaab. Eine halbe Million Schutzsuchende leben dort. Ein Großteil kommt aus Somalia und dem Südsudan. Aufgrund von Unruhen oder Extremwetterereignissen sind aber auch Tausende Kenianer im eigenen Land auf der Flucht. In Kakuma, einem der weltweit größten und ältesten Flüchtlingslager, leben etwa 200.000 Geflüchtete.

Ein Großteil der Vertriebenen lebt bereits seit über 20 Jahren in den Flüchtlingslagern. Viele wurden dort geboren und haben noch nie an einem anderen Ort gelebt. Immer wieder kündigt die kenianische Regierung an, die Flüchtlingslager aufzulösen. Zuletzt kam die Meldung, dass im Juni 2022 alle in Kakuma untergebrachten Menschen, die Chance auf einen festen Wohnort bekämen. Doch weder die Rückführung der Menschen in ihre Ursprungsländer noch ihre Integration in die kenianische Gesellschaft scheint zu funktionieren.

Dr. Bernice Gatere und ihr Radioteam waren in Kakuma, um Lebensmittel zu verteilen. Angesichts der Hunderttausenden Hilfsbedürftiger ist dies natürlich nur ein winzig kleiner Beitrag zu mehr Gerechtigkeit. Doch die Beschenkten nahmen die Geste mit großer Dankbarkeit an.

 

„Obwohl ich kein Christ bin, haben mich diese Worte berührt“

Das Team von TWR Kenia ermutigt seine Hörerinnen und Hörer immer wieder, Kontakt mit ihnen aufzunehmen und Feedback zu geben. Das tun sie auch regelmäßig und ermutigen dadurch das Team. Hier einige Rückmeldungen zu der vom ERF unterstützten Sendereihe „Mazingira Yetu“:

Sie haben darüber gesprochen, wie wir Gott und unseren Nächsten lieben sollen. Obwohl ich kein Christ bin, haben mich diese Worte aus der Bibel berührt. Ich möchte gerne mehr hören – besonders weil es zurzeit so viel Hass und Stammeskonflikte gibt.
 

Ich habe gerade Ihr Mazingira Yetu Programm gehört. Es hat mich sehr ermutigt, wie Sie darüber sprachen, dass wir Gott und unseren Nachbarn lieben sollen. Obwohl ich kein Christ bin, fühle ich mich von den Worten aus der Bibel angesprochen. Letztendlich ist mein Nachbar mein Nächster – auch wenn ich selbst Hilfe brauche. Ich möchte mehr von Ihren Botschaften hören. Gerade jetzt, weil es viel Hass und Unruhen gibt. Ich hoffe und bete, dass auch meine muslimischen Mitbürger zugehört und etwas gelernt haben – so wie ich. Danke für eure gute Arbeit!
 

Ich bin ein Pastor und möchte euch ermutigen, weiterhin die gute Nachricht zu predigen. Es interessiert euch sicher zu erfahren, dass viele Besucher meiner Gottesdienste – sowohl Christen als auch Muslime – die Mazingira Yetu Programme gehört haben. Sie wurden dadurch reich gesegnet, denn sie sind durstig nach biblischen Worten und wollen mehr über Gott erfahren. Mein Ziel ist es, dass diese Menschen gerettet werden. Ihr habt dazu die Samen gesät und meine Gemeinde hilft beim Wachstum und der Pflege der neuen Pflanzen.
 

Ich liebe die Themen über die Umwelt und den geistlichen Teil des Programms. Ich bin in einer muslimischen Familie großgeworden, aber kürzlich habe ich den wahren Gott kennengelernt. Das sage ich nicht öffentlich. Aber ich schalte die Sendungen oft ein, wenn ich mit meinem Vater zusammen bei der Arbeit bin. Ich habe beobachtet, wie interessiert er zuhört. Er hat mich sogar schon extra gebeten, das Radio einzuschalten, wenn die Sendereihe anfängt. Bitte betet mit mir dafür, dass meine Familie auch bald den Gott kennenlernt, der mir so viel Freude, Hoffnung und Frieden geschenkt hat.

 

Der ERF unterstützt eine vielfältige Medienarbeit in einigen afrikanischen Ländern und gelegentlich auch soziale Projekte. Damit Menschen Gott kennenlernen und er ihr Leben verändert. Wir freuen uns, wenn Sie durch eine Spende diese Arbeit weiterhin ermöglichen. Danke!

 Sonja Kilian

Sonja Kilian

  |  Koordinatorin / Redakteurin International

Mitarbeiterin bei ERF Global Hope für „TWR Women of Hope“. Die Autorin ist auch Ehefrau und Mutter von zwei Töchtern.

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