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03.09.2021 / Wochenrückblick / Lesezeit: ~ 5 min

Autor: Katja Völkl

Wahl-Tipps vom Wahl-O-Mat

...und was sonst noch diese Woche wichtig war.

Der Wahl-O-Mat ist wieder online. Kirchenrechtler Hans Michael Heinig kritisiert, dass das Landgericht Bremen den Theologieprofessor Christoph Raedel von der Freien Theologischen Hochschule Gießen beauftragt zu prüfen, ob Latzels Aussagen über Homosexualität und Geschlechtergerechtigkeit von der Bibel gedeckt sind. Am Mittwoch ist die jährliche „Schöpfungszeit“ gestartet. Darüber sprechen Katja Völkl und Regina König im freitäglichen Wochenrückblick der ERF Aktuell-Redaktion. Dabei berichten sie auch über das weltgrößte Hospitalschiff.

 

 

ERF: Es ist wieder Freitag Und wir als ERF Team Aktuell blicken zurück auf die Woche. Mein Name: Regina König. Und den Überblick hat: Katja Völkl. Wir starten mit der Bundestagswahl

Am 26. September ist Bundestagswahl. Und wer noch keine Idee hat, welche Partei sie oder er wählen soll, kann sich vom Wahl-O-Maten einen Tipp geben lassen. Der ist seit gestern wieder online.

 

ERF: Der Wahl-O-Mat ist eine internetbasierte Wahlhilfe. Man beantwortet mehrere Fragen zu den eigenen politischen Einstellungen und der Wahl-O-Mat zeigt dann die Partei mit den größten Übereinstimmungen.

Das funktioniert folgendermaßen: Es gibt 38 Aussagen. Z.B. „Der gesetzliche Mindestlohn soll spätestens im Jahr 2022 auf mindestens 12€ erhöht werden.“ Dazu gibt es dann drei Antwortmöglichkeiten: „stimme zu“, „neutral“ oder „stimme nicht zu“. Die klickt man dann entsprechend an. Ich habe es schon ausprobiert.

 

ERF: Und? Hat dir der Tipp vom Wahl-O-Mat weitergeholfen?

Ich war ziemlich überrascht, welche Partei er mir vorgeschlagen hat. Allerdings habe ich in der ersten Runde auch den Vergleich mit allen Parteien gemacht. In der zweiten Runde habe ich dann den Vergleich mit nur vier Parteien gemacht. Da passte das Ergebnis ganz gut zu dem, was ich vermutet habe, was dabei rauskommt.

 

ERF: Wie findest du den Wahl-O-Mat denn?

Die Idee an sich finde ich gut. Es gibt einige interessante Funktionen, die man durchaus mal ausprobieren sollte. Z.B. kann man einzelne Antworten stärker gewichten. Und man kann seine Antworten mit den Positionen der einzelnen Parteien vergleichen. Dazu werden sogar entsprechende Passagen aus den jeweiligen Wahlprogrammen zitiert. Das Ergebnis zeigt halt nur, mit welcher Partei man bezüglich der eigenen Antworten die größten Übereinstimmungen hat. Das bedeutet noch nicht, dass man die gleichen Positionen teilt. Allerdings habe ich mich bei einigen Fragen im ersten Moment etwas schwergetan, eine Position dazu zu finden. Also: stimme zu, neutral oder stimme nicht zu.

 

ERF: Kannst du ein Beispiel nennen?

Es gibt z.B. die Aussage: „Arbeitgeber sollen selbst entscheiden, ob sie ihren Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice erlauben.“ Ich habe mich an dieser Stelle gefragt, was denn die Alternative ist? Gibt es eine Partei, die in ihrem Programm klar sagt, sie will die Möglichkeit zum Homeoffice für alle ermöglichen oder nur unter bestimmten Umständen? Andernfalls wäre der Punkt hier ja ziemlich überflüssig. Oder auch die Aussage: „Ehegatten ohne Kinder sollen weiterhin steuerlich begünstigt werden.“ Im Gegensatz zu wem? Was ist da die Alternative? Einfach nur „stimme nicht zu“? Da kann man eben nicht differenzieren. Wahrscheinlich müsste man dann entsprechend „neutral“ anklicken.

 

Kirchenrechtler kritisiert Vorgehen des Gerichts im Fall Olaf Latzel

ERF: Ein Versuch lohnt sich jedenfalls. Wer sich dann immer noch nicht entscheiden kann, kann sich unsere Parteienchecks auf ERF.de nochmal anschauen. Kommen wir zu einem anderen Thema: Es gibt neue Entwicklungen im Fall Olaf Latzel.

Pastor Olaf Latzel war im November des vergangenen Jahres vom Amtsgericht wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Nach Auffassung des Gerichtes hatte der Theologe in einem sogenannten Eheseminar zum Hass gegen Homosexuelle aufgestachelt. Latzel hat Berufung eingelegt.

 

ERF: Das Landgericht Bremen hat den Theologieprofessor Christoph Raedel von der Freien Theologischen Hochschule Gießen beauftragt zu prüfen, ob Latzels Aussagen über Homosexualität und Geschlechtergerechtigkeit von der Bibel gedeckt sind.

Das wiederum hat der Kirchenrechtler Hans Michael Heinig kritisiert. Er sagt: Im säkularen Rechtsstaat kann es bei der Frage, ob der objektive Tatbestand wegen Volksverhetzung erfüllt wird, nicht auf die theologische Bewertung von Homosexualität ankommen. Was die Bibel „wirklich“ sagt, sei im säkularen Rechtsstaat keine sinnvolle Frage für ein Gerichtsgutachten. Für die Bewertung des objektiven Tatbestands der Volksverhetzung sei der religiös-kulturelle Hintergrund weitgehend unerheblich. Jedem und jeder sei es staatlicherseits unbenommen, praktizierte Homosexualität für Sünde zu halten. Doch dürfe man diese Überzeugung nicht in einer Weise ausdrücken, dass strafrechtliche Grenzen überschritten werden.

 

Startschuss bei der ökumenischen Schöpfungszeit

ERF: Wir machen weiter mit einer Nachricht aus dem kirchlichen Bereich.

Am Mittwoch ist die jährliche „Schöpfungszeit“ gestartet. Dazu haben bei der Bundesgartenschau in Erfurt Kirchen unterschiedlicher Konfessionen aufgerufen. Jeden Tag wird mit Gedanken, Gebeten, Gesprächen und Handlungen zum achtsamen Umgang mit der Schöpfung aufgefordert. Die „Schöpfungszeit“ geht bis zum 4. Oktober.

 

ERF: Ein wichtiger Bestandteil dieser „Schöpfungszeit“ ist ein Wandkalender. Er soll dabei helfen, die Idee der Schöpfungszeit zu stärken und zu verbreiten.

Die Idee einer ökumenischen „Schöpfungszeit“ entstand vor etwa 30 Jahren. 2007 hat die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung dafür die Zeit vom 1. September bis 4. Oktober empfohlen.

 

Weltgrößtes Hospitalschiff kommt nach Antwerpen

ERF: Und zum Schluss haben wir noch eine gute Nachricht.

Das größte private Hospitalschiff, die Global Mercy, tritt die letzte Etappe ihrer Reise zur Fertigstellung in Antwerpen an. Das neu gebaute schwimmende Krankenhaus hat seine Passage durch den Suezkanal hinter sich gebracht und soll am 12. September im belgischen Hafen von Antwerpen anlegen. Dort wird das Schiff bis Februar 2022 noch weiter ausgestattet und bemannt.

 

ERF: Die Einwohner der Stadt und alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Ankunft der Global Mercy mitzuerleben.

Das ist bestimmt beeindruckend, wenn da so ein Riesenkahn im Hafen anlegt. Ich habe das schon einige Male bei Fähren gesehen. Aber ich glaube, dieses Schiff ist schon noch eine Nummer größer. Vor allem würde mich auch interessieren, wie das von innen aussieht. Da gibt es vermutlich auch OP-Säle: Wie sehen die aus, wie groß sind die?

 

ERF: Vielleicht kannst du ja mal mitfahren und darüber berichten.

Gute Idee, das mach ich glatt.

 

ERF: Da bin ich gespannt. Aber vorher geht es noch ins Wochenende. Das war’s für heute mit unserem Wochenrückblick. Ein erholsames Wochenende wünschen Katja Völkl und Regina König.

 Katja Völkl

Katja Völkl

  |  Redakteurin und Moderatorin

Die gebürtige Münsteranerin ist für aktuelle Berichterstattung zuständig. Von Hause aus ist sie Lehrerin für Deutsch und Philosophie und Sprecherzieherin. Sie liebt Hunde, geht gerne ins Kino und gestaltet Landschaftsdioramen.

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