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© Jeshoots com / unsplash.com

25.06.2021 / Wochenrückblick / Lesezeit: ~ 4 min

Autor: Katja Völkl

Zu bunt: UEFA verbietet Regenbogenfarben in der Münchner Fußball Arena

…und was sonst noch in dieser Woche wichtig war.

 


Heute ist Freitag! Wir blicken zurück auf die Woche – diesmal mit den Redakteuren Katja Völkl und Andreas Odrich.

 

ERF: Katja, was war los in Kirche und Gesellschaft?

Tja, man könnte sagen, der UEFA wurde es am Mittwoch zu bunt. Deshalb wollte sie nicht, dass das Fußballstadion in München beim Spiel Deutschland gegen Ungarn in Regenbogenfarben leuchtet. Der Münchner Stadtrat wollte die Farben als Zeichen für Toleranz und Gleichstellung leuchten lassen. Und es sollte wohl auch Kritik an einem neuen Gesetz in Ungarn sein, das Homo- und Transsexuellen z.B. verbietet, Kinder zu adoptieren.
 

ERF: Und dieses Verbot wurde ja durchaus kontrovers diskutiert.

Ja, in vielen Fällen wird die UEFA dafür hart kritisiert: z.B. weil die Begründung als scheinheilig empfunden wird. Die UEFA sagt, sie sei eine politisch und religiös neutrale Organisation. Die Absicht, das Stadion in Regenbogenfarben leuchten zu lassen, würde direkt auf die Politik Viktor Orbans abzielen. Deshalb müsse sie das ablehnen. Manche Kritiker werfen der UEFA vor, dass sie teilweise selbst politisch handelt. Andere meinen, Werte wie Toleranz seien der UEFA offenbar doch nicht wichtig, obwohl sie doch selbst Kampagnen für Toleranz und gegen Diskriminierung durchführt.
 

ERF: Aber ganz so einfach ist es dann eben doch nicht …

Richtig. Denn was hat Kritik an der Politik eines Landes bei einem Fußballspiel zu suchen? Ja, es gab schon häufiger Aktionen von Sportlern, die man durchaus als politisch betrachten muss. Z.B. ein Kniefall bei der Black-Lives-Matter Bewegung. Doch die ungarische Fußballnationalmannschaft ist wegen des Fußballspiels gekommen. Nicht, um Politik zu machen. Außerdem frage ich mich, ob es nicht etwas hochmütig von der deutschen Seite ist, Ungarn für seine Politik zu kritisieren. Auch bei uns gibt es genug Grund zur Kritik. Jesus hat nicht umsonst gesagt, dass man erst den Balken aus dem eigenen Auge ziehen soll, bevor man bei anderen den Splitter rauszieht.
 

Selbstkritikfähigkeit: Im Bistum Speyer untersucht eine Aufarbeitungskommission Vorfälle von sexuellem Missbrauch

ERF: Außerdem, mir ist in der Debatte nochmal aufgefallen: eigentlich ist der Regenbogen ein ganz wichtiges Symbol mit einer ganz tiefen geistlichen Aussage. Nach der Sintflut setzt Gott den Regenbogen als Zeichen seines Bundes mit den Menschen und seiner Bereitschaft zur Versöhnung. Und es ist sogar ein Stück Selbstkritik. Gott will eine Sintflut nicht mehr schicken als Strafe für die Menschen. Fähigkeit zur Selbstkritik - das ist das Stichwort für das nächste Thema: Im Bistum Speyer hat eine Aufarbeitungskommission zur Untersuchung von sexuellem Missbrauch ihre Arbeit aufgenommen.

Genau. Ein siebenköpfiges Gremium soll feststellen, wie viele Fälle es von sexuellem Missbrauch in der Diözese gibt und wie mit Tätern und Betroffenen umgegangen wurde. Außerdem soll die Kommission untersuchen, welche inneren Strukturen den Missbrauch ermöglicht, erleichtert oder dessen Aufdeckung erschwert haben könnten.
 

Fragwürdig: Armeniens EX-Präsident vermutet Wahlbetrug bei Parlamentswahl

ERF: Dann werfen wir jetzt mal einen Blick ins Ausland, nämlich nach Armenien. Dort hat es vorgezogene Parlamentswahlen gegeben.

Dabei ist die Partei des Regierungschefs Paschinjan überraschend stärkste Kraft geworden. 53,92% der der Stimmen konnte er für sich gewinnen. Mit insgesamt etwa 50% Wahlbeteiligung. Sein Kontrahent, der frühere Präsident Robert Kotscharjan bekam 21,04% und damit wesentlich weniger als erwartet.


ERF: Ein Ergebnis, das die Russen freuen dürfte, da Paschinjan für sie Garant dafür, dass das unter russischer Vermittlung mit Aserbaidschan geschlossene Waffenstillstandsabkommen um die Konfliktregion Berg-Karabach hält.

Doch Robert Kotscharjan will den Wahlausgang nicht anerkennen, weil er Wahlbetrug vermutet. Von Seiten der Opposition gab es bereits am Wahlsonntag Beschwerden über Verstöße bei der Abstimmung. Dort war auch die Rede von Wahlfälschung. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Nachrichten uns von dort erreichen.
 

Beliebt: Radiohören im Auto

ERF: Apropos Nachrichten: Laut einer Online-Umfrage der Landesanstalt für Medien (LfM) NRW ist Radiohören im Auto noch immer sehr beliebt.

Laut Umfrage ist das Auto mit 90 % der Ort für mobile Audionutzung.

Wiederum 90% der Autoradionutzer hören am liebsten Musik, gefolgt von Nachrichten mit 58% und Meldungen aus der Region mit 49%. Das gilt vor allem für Nutzer ab 50. Die Jüngeren nutzten mobil dagegen fast ausschließlich das Smartphone. «Was die Befragten jedoch eint, ist der Wunsch nach besserer Bedienbarkeit und einfacher Auffindbarkeit von Radiosendern.»


ERF: Tja, ERF Plus läuft auf DAB+, das ist recht leicht zu finden (Kanal 5C - 178,352 MHz (bundesweiter Digitalradio-Multiplex). Nur leider hat noch nicht jedes Auto ein DAB+-Radio.

Stimmt. Ich habe keins, aber mein Auto ist inzwischen auch 13 Jahre alt. Hat mich aber noch immer gut überall hingebracht.
 

ERF: Dann bringt es dich jetzt vielleicht auch gut ins Wochenende?

Och, das schaffe ich Dank Homeoffice sogar zu fuß. Ist gesünder und umweltfreundlicher.
 

ERF: Ja, dann kommen auch Sie gut ins Wochenende, auf welchem Weg auch immer.

Und wir wünschen Ihnen, dass es schön wird. Tschüss sagen Katja Völkl und Andreas Odrich.

 

 Katja Völkl

Katja Völkl

  |  Redakteurin und Moderatorin
Die gebürtige Münsteranerin ist für aktuelle Berichterstattung zuständig und moderiert „Calando“-Sendungen. Von Hause aus ist sie Lehrerin für Deutsch und Philosophie und Sprecherzieherin. Sie liebt Hunde, geht gerne ins Kino und gestaltet Landschaftsdioramen.

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