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The Chosen

Jesus-Serie startet durch in Deutschland

Ende August war es endlich so weit: Die erste deutschsprachige Folge der christlichen Erfolgsserie „The Chosen“ wurde ausgestrahlt. Die Serie erfreut sich auch in Deutschland großer Beliebtheit. Kaum war die deutsche DVD/Blu-ray der 1. Staffel im Handel erhältlich, landete sie auch schon auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste (DVD).

Produkte zur Serie

Wer jetzt Lust auf mehr hat, kann sich im ERF Shop die komplette 1. und 2. Staffel auf Deutsch bestellen.

The Chosen - die DVD (Foto: Gerth Medien)
Staffel 1 auf DVD
„The Chosen – Gewöhn dich an anders“
The Chosen - die DVD (Foto: Gerth Medien)
Staffel 1 auf Bluray
„The Chosen – Gewöhn dich an anders“
The Chosen - die DVD (Foto: Gerth Medien)
Roman zur Serie
„The Chosen  – Ich habe dich bei
deinem Namen gerufen“
The Chosen - die DVD (Foto: Gerth Medien)
Andachten zur Serie
„Von Jesus gerufen“
The Chosen Staffel 2 - die DVD (Foto: Gerth Medien)
Staffel 2 auf DVD
„The Chosen  – Komm und sieh selbst“
The Chosen Staffel 2 - die Bluray (Foto: Gerth Medien)
Staffel 2 auf Bluray
„The Chosen  – Komm und sieh selbst“

 

Über The Chosen

Wo Jesus auftaucht, wird alles anders: Für Maria Magdalena, die von ihren inneren Dämonen fast zum Selbstmord getrieben wird. Für den Fischer Simon, der sich in große finanzielle Schwierigkeiten gebracht hat. Für den Gelehrten Nikodemus, der sein gesamtes theologisches Wissen plötzlich auf den Kopf gestellt sieht. 

„The Chosen“ ist die erste Serien-Verfilmung über das Leben von Jesus mit mehreren Staffeln, und zugleich das erfolgreichste durch Crowdfunding finanzierte Filmprojekt (über 16.000 Beteiligte) aller Zeiten. Die Serie hat sich binnen eines Jahres zu einer Weltsensation entwickelt, die viele Millionen Fans gefunden hat.

 

Kommentar zu The Chosen

Eine Serie erobert die Herzen

 

The Chosen ist eine in vieler Hinsicht bemerkenswerte Filmserie. Mit mehreren Hundert Millionen Downloads im Internet hat sie das Potenzial, die in die Jahre gekommene Jesus-Verfilmung von Campus für Christus (1979) abzulösen.

Ich habe mir einige Folgen der ersten Staffel angesehen und möchte dazu ein paar kurze Anmerkungen machen. Was ich gesehen habe, hat mich beeindruckt und auch ein bisschen irritiert.
 

Bemerkenswerte Zahlen

Die erste mehrstündige Staffel über das Leben von Jesus ist das höchstfinanzierte Fernsehserien- oder Filmprojekt aller Zeiten. 16.000 Investoren trugen immerhin mehr als 11 Million US-Dollar zusammen, um die Serie möglich zu machen! Inzwischen wurde die Serie in mehr als 142 Ländern gestreamt.
 

Was ich gut finde

Anders als bei den meisten Jesus-Verfilmungen, kommt The Chosen sehr lebensnah daher. Mir begegnet kein blutleerer Heiland, wie man das aus dem einen oder anderen Sandalenfilm kennt, sondern ein nahbarer, dem Leben zugewandter Jesus. Auch die Jünger sind keine wandelnden Heiligen. Sie haben handfeste Nöte: Steuerschulden gegenüber den Römern beispielsweise, Alkoholprobleme oder Existenznöte.

Sehr gut, weil treffend und griffig formuliert ist ein (nicht in der Bibel erwähnter) Satz von Jesus: „Get used to different.“ – Gewöhn dich an Anders.

The Chosen ist gut getextet, hervorragend inszeniert und das verfehlt seine Wirkung nicht. Immer wieder überraschen mich „Gänsehaut-Momente“.

Die Idee, das Evangelium in einer Serie zu erzählen, ermöglicht es mir, über viele Stunden in die Welt des Neuen Testaments einzudringen. Der visuelle Erzählstil hilft mir dabei.

Im englischen Original sprechen die Schauspieler mit orientalischem Akzent. Das befreit die Produktion von unnötigem historischem, kulturellem oder politischem Ballast. Leider geht dieser Aspekt in der deutschen Synchronisation verloren. Sehr schade!
 

Was mir auffällt

Die Backstory der Jünger und viele Handlungen und Ereignisse sind frei erfunden und an einigen Stellen abenteuerlich. Es versteht sich, dass dies dramaturgischen Notwendigkeiten beim Drehbuchschreiben geschuldet ist. Trotzdem tue ich mich gelegentlich schwer damit.

Diese Kritik gilt auch für die Anlage mancher Figuren. – Im Neuen Testament lese ich beispielsweise nichts von einem Raufbold Petrus, der sich aus seiner wirtschaftlich verzweifelten Lage (Steuerschulden) mithilfe von Faustkämpfen zu befreien versucht. Auch wird nicht davon berichtet, dass Maria Magdalena zum engeren Kreis der Jünger gehörte.

Überhaupt wird die Rolle von Maria Magdalena herausgehoben.

Manche Begebenheit im Film hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so nicht stattgefunden. Ich denke an die erste Begegnung von Jesus mit Maria Magdalena in einer Kneipe oder ihr erstes Passahmahl als Gastgeberin. Jesus besucht sie und bittet sie, die Feier mit einem Tischgebet zu eröffnen – im jüdischen Kontext jener Zeit ein No-Go!

In einer anderen Folge bringen Maria Magdalena und Tamar einen Gelähmten zu Jesus. Das steht im direkten Widerspruch zur Aussage von Lukas in Kapitel 5 des nach ihm benannten Evangeliums.
 

Fazit

Die Aufforderung „prüft alles und das Gute behaltet“ gilt auch für The Chosen. Wer damit umgehen kann, dass der Film aus dramaturgischen Notwendigkeiten heraus historische Begebenheiten leicht verfälscht, also Fakten und Erzählstränge staucht, verbiegt, ausschmückt oder dazu dichtet, findet in The Chosen eine gelungene Interpretation der Jesus-Geschichte.

Man spürt dem Drehbuchautor und Regisseur Dallas Jenkins das Bemühen ab, der Wahrheit des Evangeliums mit den Mitteln des filmischen Erzählens nahezukommen. Es gelingt Jenkins immer wieder, „heilige Momente“ zu schaffen, die – obwohl sie so nie stattgefunden haben – dem Geist des Evangeliums entsprechen.

So beschäftigt sich die Folge 3 mit dem Thema Jesus und die Kinder. Mithilfe der Kunstfigur Abigail und einer erfundenen 30-minütigen Handlung wird die besondere Beziehung von Jesus zu den Kleinen dieser Welt feinfühlig und zugleich kraftvoll erzählt.

Der Drehbuchautor und Regisseur tut das, was vor ihm zahllose Künstler auch getan haben. Dallas Jenkins „malt“ die Jesus-Erzählung mit den ihm zur Verfügung stehenden Farben. Rahmen und Stil geben das aktuelle ästhetische Empfinden unserer Tage vor.

Wolf-Dieter Kretschmer  


Wolf-Dieter Kretschmer
Leitung der Redaktion Theologie/Verkündigung

 

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