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Solidarität

Alte Idee, neue Kraft


„Tragt aus Solidarität Masken. Verzichtet aus Solidarität auf soziale Kontakte. Solidarität mit George Floyd!“ Der Begriff Solidarität hat 2020 eine Art Rennaissance erlebt. Egal ob Corona, George Floyd oder #metoo – Solidarität ist wieder in aller Munde.

Wikipedia definiert sie als „Haltung der Verbundenheit mit – und Unterstützung von – Ideen, Aktivitäten und Zielen anderer“. Keine Gesellschaft kann ohne Solidarität dauerhaft bestehen. Sie ist ein Grundprinzip des menschlichen Zusammenlebens.

Allerdings: Der Begriff ist weit komplexer als man auf den ersten Eindruck annehmen könnte. Denn Solidarität lässt sich in den seltensten Fällen aufzwingen.

Einerseits beruht Solidarität in gewissen Maßen auf einer „wie du mir, so ich dir“-Mentalität. Gleichzeitig funktioniert sie nicht wie ein Vertrag, den man einklagen könnte. Das Prinzip der Solidarität fußt darauf, dass jeder aus Überzeugung daran mitwirkt. Sie funktioniert nur, wenn auch wirklich alle – oder zumindest ein entsprechend großer Teil der Gesellschaft – daran teilhaben.

In der Bibel taucht sie als Begriff nicht auf. Doch man kann sie mit Fug und Recht die kleine Schwester der Nächstenliebe bezeichnen. All das sind gute Gründe, sich genauer mit diesem Prinzip zu beschäftigen.

 

Neueste Beiträge zum Thema

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19.07.2021 / Artikel

Zuhören, Zupacken, Beten, Spenden

Wie sich Menschen nach der Flutkatastrophe für die Opfer engagieren können.

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Jeder Mensch kann aus unterschiedlichsten Gründen in Bedrängnis geraten: Unerwartete Krankheit, ein Unfall, ein Schadensereignis – Hochwasser, Hausbrand, Einbruch – Einkommens- oder Jobverlust. Dann ist es gut, wenn er oder sie von einer solidarischen Gemeinschaft aufgefangen wird. Das ist keine Idee der Neuzeit, sondern ein steinaltes Prinzip des menschlichen Zusammenlebens. Und das hieß die längste Zeit hindurch nicht Solidarität, sondern einfach Zusammenhalt [...].

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Markus Baum (Foto: Carsten Meier / ERF Medien)

Markus Baum, Programmreferent bei ERF Plus


 

Solidarität kann sich ohne große innere Beteiligung zeigen. Unsere Redakteurin Sarah-Melissa Loewen schreibt: „Klatschen für die Helfer in der Coronakrise – ich bin bis heute zurückhaltend. Für mich geht die Rechnung nicht auf. Ein bisschen Klatschen, ein Post im Netz – das ist einfach, aber reicht das? Nette Geste oder echte Hilfe? Wenn ich mein Mitgefühl und meinen guten Willen ausdrücke, bin ich dann schon solidarisch?“

Solidarisch bin ich dann, wenn ich meine eigenen Interessen und meinen eigenen Nutzen hintenanstelle und gegebenenfalls auch Nachteile in Kauf nehme.“

Sarah-Melissa Loewen geht den nächsten Schritt: „Das Thema Ehrenamt beschäftigt mich beispielsweise schon länger. Ich habe in mich hineingehorcht und festgestellt, dass ich mit anpacken möchte. Mich begeistert die Arbeit der städtischen Tafeln: Gute Lebensmittel werden vor der Mülltonne bewahrt, bedürftige Menschen in ihrem täglichen Bedarf unterstützt. Solch ein Ehrenamt ist eine gute Gelegenheit, mich sozial zu engagieren und mit den Menschen meiner Stadt in Kontakt zu kommen.“
 

Ich möchte immer mehr lernen, mit wachen Augen, offenen Ohren und einem weichen Herzen durch die Welt zu gehen. Der erste Schritt ist erfahrungsgemäß der schwerste. Für mich besonders, wenn er auf fremde Menschen zu- und in unbekannte Situationen hineinführt. Aber ich glaube, es kommt darauf an loszugehen, dem inneren Impuls immer wieder zu folgen [...].

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Sarah-Melissa Loewen (Foto: Carsten Meier / ERF Medien)

Sarah-Melissa Loewen, Crossmedia-Redakteurin

 

 

Solidarität – was kann ich persönlich tun?

Ob Mutter Theresa, die sich als Nonne mit ihrem gesamten Leben für Arme in den Slums von Indien einsetzte oder der Mönch Abbé Pierre, der französische Obdachlose vor dem sicheren Erfrierungstod bewahrte – Menschen wie diese haben sich solidarisch mit notleidenen Menschen gezeigt und sind damit in die Geschichte eingegangen.

Dagegen mag der eigene Wirkungskreis fast unbedeutend erscheinen. Doch Veränderung beginnt immer im Kleinen, im unscheinbaren Handeln. Es geht schlicht darum, die Augen offenzuhalten und zu überlegen:

Wie kann ich anderen helfen? Wo gibt es in meinem Umfeld Menschen, die schlimmer dran sind als ich, und die meine Unterstützung gebrauchen könnten?

 

Einer trage des andern Last

Warum es so wichtig ist, dass wir uns gegenseitig entlasten.

 


Eine vergessene Tugend?

Barmherzig sein in der heutigen Zeit. Was bedeutet das? Teil 1 eines Interviews mit der Pastorin Steffi Baltes.


Die sieben Werke der Barmherzigkeit

Pastorin Steffi Baltes zeigt auf, wie wir heute Barmherzigkeit praktisch umsetzen können. Teil 2 eines Interviews.


Einsatz für andere ist gelebter Glaube

Wer bei der Not anderer nicht weg schaut, wird beschenkt. Eine Andacht.

 

Barmherzig sein

Pfarrerin Steffi Baltes über eine (fast) vergessene göttliche und menschliche Eigenschaft.

 

Radikale Barmherzigkeit

Barmherzig sein hört sich harmlos an – bis man auf eine Aussage von Jesus dazu stößt.

 

Barmherzigkeit

Jesus sagt: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

 

Mehr zum Thema im Magazin ERF Antenne

 

Solidarität – vor Ort und weltweit

Solidarität kann auch auf größere Entfernung funktionieren. Da, wo viele Verbraucherinnen und Verbraucher sich für faire Produktionsbedingungen und faire Löhne einsetzen in anderen Ländern, können sie etwas bewirken.

Sie müssen dann aber auch bereit sein, den Preis dafür zu zahlen. Im konkreten Fall den höheren Preis zum Beispiel für Kaffee, Tee oder Kakaoprodukte oder auch für Oberbekleidung.

Nur sollte jeder und jedem klar sein: Solidarität verpflichtet insgesamt, die Augen offenzuhalten und mit wachen Sinnen durchs Leben zu gehen. Es gibt einige Organisationen, die sich den Kampf für Benachteiligte oder Entrechtete auf die Fahnen geschrieben haben. Wir stellen einige davon vor.

 

MAK Coffee Afrika

Katharina und Allan Mutagwaba engagieren sich direkt und fair für Kaffeebauern in Tansania.

 

 

Der Micha-Beruf und ich

Stefanie Linner setzt sich mit der Micha-Initiative Deutschland für Gerechtigkeit ein.

 

Ein Schrei nach Gerechtigkeit

Die „International Justice Mission“ kämpft gegen Sklaverei, Sexhandel und Prostitution.

 

Engagement gegen Menschenhandel

Tabea Oppliger beschäftigt ausgegrenzte Menschen in ihrem Sozialunternehmen „KitePride“ in Israel.

 

Verantwortung für Obdachlose

Margita Bach von der Berliner Stadtmission hilft Menschen zurück in ein Leben mit Würde.

 

„Mehr Mut zur Kippa?!“

Dr. Thomas Feist über das Jüdische Leben in Deutschland – zwischen Antisemitismus und Solidarität.

 

Wasser für Afrika

Sascha Donougher verwandelt sich vom Fussballprofi zum Hilfsdienstorganisator.

 


Mannanu: Pizza for free

Bei Mannanu ist die Pizza unbezahlbar. Mit dem Preis hat das aber nichts zu tun – eher mit Gottes Liebe.


Brote backen für den Unterschied

Kathrin Lederer backt Brot, verkauft es und spendet den Erlös. So hilft sie notleidenden Menschen in Aleppo.

 

Für Jesus ist Solidarität mehr als ein bisschen moralisch ansehnliches Mitleid. Sie ist tiefes Mitleiden mit jedem einzelnen Menschen. Und wenn Gott vom Himmel auf die Erde kommt, um seine Menschen aus ihrer Gottesferne zu retten – ist das nicht der tiefste Ausdruck von Solidarität? Wer diesem Retter-Gott vertraut, muss im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten einfach solidarisch sein mit anderen Menschen, alles andere wäre Verrat an der eigenen DNA [...].

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Dr. Jörg Dechert (Foto: Carsten Meier / ERF Medien)

Dr. Jörg Dechert, Vorstandsvorsitzender von ERF

 

 

Solidarität – was sagt die Bibel dazu?

„Die kleinste denkbare Solidargemeinschaft hat exakt zwei Mitglieder und kommt bereits auf der zweiten Seite der Bibel zur Sprache. Allein geht man ein. Deshalb gibt’s die Menschheit in zwei Ausführungen, immer aufeinander bezogen. Männlein, Weiblein. (...) „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“ (1. Mose 2,18).

Schon im Alten Testament fordert Gott sein Volk auf, sich um die Armen und Weisen zu kümmern – sich also mit ihnen solidarisch zu zeigen. Im Zwillingsgebot „Du sollst Gott lieben und den Nächsten wie Dich selbst“ findet diese ‚Aufforderung‘ zur Solidarität ebenfalls einen sehr pointierten Ausdruck.

Und nicht zuletzt Jesus steht mit seinem Wirken für gelebte Solidarität. Er hat sich immer für die Menschen eingesetzt: Egal, ob sie Zöllner, Prostitutierte, Eherecherinnen oder Verbrecher waren.

 

Leidenschaftliche Solidarität

Gott ist leidenschaftlich solidarisch mit denen, die Unrecht erleiden und fordert uns dazu auf, das auch zu sein.

 


Das ultimative Zeichen seiner Solidarität mit uns Menschen hat er durch seinen Tod am Kreuz zum Ausdruck gebracht. Ihm war und ist die Gemeinschaft mit uns Menschen so wichtig, dass er dafür bereit war, sein Leben zu geben.

 


Das Barmherzigkeits-Paradox

Sie werden über kurz oder lang Menschen begegnen, die Sie nicht nett behandeln. Jörg Dechert macht Mut, trotzdem Barmherzigkeit zu leben.


Das Prinzip Liebe

Warum wir die Menschen um uns herum auf die gleiche Art und Weise lieben sollten wie Gott – bedingungslos, großzügig, freigiebig.


Mehr Barmherzigkeit wagen

Barmherzigkeit ist attraktiv. Jörg Dechert über Stolz, Angst – und wie Sie lernen können, barmherziger zu leben.

 

Ansprechen statt weggucken

Jesus ist mittendrin, doch er sieht auch die Menschen, die außen vor sind, und holt sie herein. Genau das erwartet er auch von uns.

 

Mache Dich auf und werde licht!

Christen sind „Königskinder“ und dürfen durch ihren Lebensstil auf Gott aufmerksam machen.

 

Sie haben mein aufrichtiges Mitleid

Weil ich mir in schwierigen Umständen selbst Mitgefühl und Mitleid wünsche, kann ich es auch großzügig anderen schenken.

 

Freut euch mit denen, die sich freuen; weint mit denen, die weinen. Lasst euch im Umgang miteinander davon bestimmen, dass ihr ein gemeinsames Ziel habt. Seid nicht überheblich, sondern sucht die Gemeinschaft mit denen, die unscheinbar und unbedeutend sind. Haltet euch nicht selbst für klug.

Die Bibel, Römer 12,15

 

ERF Mitarbeiterstimmen zum Thema

 

 

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